Oö: Ein Lkw – 5 Kurven – 2-mal beinahe abgestürzt → Bergungen als Herausforderung
GAFLENZ (OÖ): Am Freitagnachmittag, 9. Oktober, wurde der Technische Zug der Freiwilligen Feuerwehr Steyr zu einer Lkw-Bergung nach Gaflenz alarmiert. Was zunächst nach einem einzelnen Bergeeinsatz aussah, entwickelte sich zu einer mehr als achtstündigen Herausforderung mit zwei gefährlichen Situationen.

Bereits während der Anfahrt nahm der Technische Zug telefonisch Kontakt mit dem Einsatzleiter der FF Gaflenz, ABI Christoph Hochpöchler, auf. Dabei erfolgte eine erste Einweisung in die Lage vor Ort. Nach rund 80 Minuten Anfahrt trafen das schwere Kranfahrzeug, das Kranbegleitfahrzeug und das schwere Rüstfahrzeug mit insgesamt neun Einsatzkräften am vereinbarten Treffpunkt ein. Von dort aus wurden die Mannschaften zur Einsatzstelle gelotst.

Erste Bergung auf steilem und schmalem Untergrund
Am Einsatzort bot sich den Einsatzkräften eine heikle Situation: Ein Sattelkraftfahrzeug befand sich auf einem sehr schmalen, steilen und abschüssigen Untergrund in gefährlicher Schräglage. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit allen Beteiligten wurde die Bergung vorbereitet.

Um ausreichend Platz für die Arbeiten zu schaffen, wurden mit Zustimmung des Waldbesitzers vier Bäume im unmittelbaren Umfeld gefällt. Für die sichere Aufstellung des schweren Kranfahrzeugs musste zudem das gesamte Unterbaumaterial des Kranbegleitcontainers verwendet werden.

Das Schwere Rüstfahrzeug wurde über eine Forststraße umgeleitet und übernahm die Sicherung des LKW-Gespanns nach vorne mittels Einbauseilwinde. Mit viel Fingerspitzengefühl und Präzision gelang es dem Kranführer, den in Schräglage befindlichen Auflieger trotz der beengten Platzverhältnisse und der eingeschränkten Abstützmöglichkeiten zurück auf die Straße zu heben. Anschließend wurde das gesamte Lkw-Gespann mithilfe der Einbauseilwinde des schweren Rüstfahrzeugs wieder gerade gezogen.


Der Lkw-Lenker blieb unverletzt und konnte seine Fahrt anschließend mit einem Lotsen fortsetzen. Die eingesetzten Kräfte stellten daraufhin ihre Einsatzbereitschaft wieder her.
Erneuter Alarm: Nur 500 Meter weiter die nächste Gefahr
Noch während die Einsatzkräfte an der ursprünglichen Einsatzstelle anwesend waren, kehrte der Landwirt zurück und berichtete von einem weiteren Zwischenfall: Rund 500 Meter weiter oben, in einer Kurve, war derselbe Lkw erneut in Schräglage geraten und hing im Straßengraben. Ein massiver Baum verhinderte dabei, dass das gesamte Lkw-Gespann weiter abrutschte und abstürzte.

Unverzüglich machten sich der Einsatzleiter und die Kranmannschaft erneut auf den Weg, um die Lage zu erkunden. Nach einer kurzen Absprache wurden die Einsatzfahrzeuge an den neuen Einsatzort verlegt. Dank des perfekten Zusammenspiels beider Feuerwehren konnte das schwere Kranfahrzeug erneut sicher in Stellung gebracht werden. Die anschließende Bergung des LKW-Gespanns verlief erfolgreich.
Nach mehr als acht Stunden fordernder technischer Arbeit konnte der Technische Zug der Freiwilligen Feuerwehr Steyr schließlich die Heimreise antreten und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen.
Fotos: FF Steyr/TZ und FF Gaflenz


