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Neuseeland: Berufsfeuerwehrleute streiken zum 67. Mal – Freiwillige übernehmen Brandeinsätze

NEUSEELAND: Der seit Monaten andauernde Arbeitskonflikt bei Fire and Emergency New Zealand (FENZ) hat am Freitag, 9. Oktober 2026, zur mittlerweile 67. Arbeitsniederlegung von Mitgliedern der New Zealand Professional Firefighters Union (NZPFU) geführt. Während Berufsfeuerwehrleute zwischen 12 und 13 Uhr ihre Arbeit niederlegten, gingen landesweit 17 Einsatzmeldungen ein. Neun davon betrafen Gebiete, die unmittelbar vom Streik betroffen waren. Zwei tatsächliche Brandeinsätze mussten von Freiwilligen Feuerwehren übernommen werden.

Während der einstündigen Arbeitsniederlegung registrierte Fire and Emergency unter anderem vier Fehlalarme, einen Verkehrsunfall, einen Vegetationsbrand sowie weitere kleinere Einsatzlagen. In Helensburgh bei Dunedin war in einem Wohnhaus ein Küchenbrand entstanden, der bereits auf den Deckenbereich übergegriffen hatte. Eine freiwillige Mannschaft aus Ravensbourne übernahm dort die Brandbekämpfung. In Naenae bei Lower Hutt kam es gleichzeitig zu einem kleineren Garagenbrand. Dort rückten freiwillige Einsatzkräfte aus Silverstream und Stokes Valley an.

Längere Anfahrtszeiten während der Streiks

Fire and Emergency New Zealand hält während der Arbeitsniederlegungen die landesweite Notrufannahme aufrecht. In Städten und größeren Orten, in denen hauptberufliche Feuerwehrkräfte streiken, muss jedoch mit längeren Anfahrtszeiten gerechnet werden. In diesen Bereichen werden nach Möglichkeit verfügbare Freiwillige Feuerwehren aus umliegenden Stationen eingesetzt. Das neuseeländische Feuerwehrsystem stützt sich in erheblichem Umfang auf freiwillige Kräfte. Nach Angaben von Fire and Emergency stehen landesweit mehr als 11.000 Freiwillige an annähernd 600 Standorten zur Verfügung. Auch während der bisherigen Streiks blieben diese Einheiten einsatzbereit und übernahmen gemeinsam mit Führungskräften und den Leitstellen Aufgaben in den betroffenen Gebieten.

Nächste Arbeitsniederlegung bereits angekündigt

Die nächste einstündige Arbeitsniederlegung ist für Mittwoch, 14. Oktober 2026, wiederum zwischen 12 und 13 Uhr vorgesehen. Weitere Streiks sind nach derzeitigem Stand jeweils mittwochs und freitags geplant. Parallel dazu läuft allerdings eine Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über ein neues Angebot von Fire and Emergency. Die Feuerwehrorganisation fordert die NZPFU deshalb auf, die Arbeitsniederlegungen zumindest während dieser Abstimmung auszusetzen.

Fire and Emergency bietet nach eigenen Angaben zwei jährliche Gehaltserhöhungen von jeweils 2,2 Prozent sowie neue beziehungsweise erhöhte Zulagen an. Unter Einbeziehung von Zulagen und Änderungen bei Überstunden soll sich daraus im ersten Jahr eine durchschnittliche Erhöhung des tatsächlichen Einkommens von rund 2,5 Prozent ergeben.

Gewerkschaft kritisiert nicht nur Gehaltsangebot

Die NZPFU beurteilt das Angebot deutlich kritischer. Sie verweist darauf, dass andere Beschäftigte von Fire and Emergency zuletzt eine Erhöhung von 2,4 Prozent erhalten hätten. Die Gewerkschaft bemängelt darüber hinaus, dass zentrale Probleme aus ihrer Sicht weiterhin ungelöst seien. Dabei geht es nicht nur um die Bezahlung. Die NZPFU nennt unter anderem die Personalsituation, organisatorische Umstrukturierungen, den Zustand des Fahrzeugparks, sichere Arbeitsbedingungen sowie die gesundheitliche Vorsorge für Feuerwehrleute. Besonders kritisch sieht die Gewerkschaft vorgesehene Änderungen bei einem Gesundheitsüberwachungsprogramm, das unter anderem der Früherkennung berufsbedingter Krebserkrankungen von Feuerwehrleuten dient.

Seit Monaten festgefahrener Konflikt

Fire and Emergency und die Gewerkschaft befinden sich bereits seit längerer Zeit in Tarifverhandlungen. Nach einer mehrmonatigen Unterbrechung kamen beide Seiten Anfang Oktober wieder zu Gesprächen zusammen. Die Gewerkschaft hatte dafür zunächst zwei angekündigte Streiks abgesagt. Eine Einigung gelang dennoch nicht. Die NZPFU legte das neue Angebot anschließend ihren Mitgliedern zur Abstimmung vor. Gleichzeitig laufen die angekündigten Arbeitsniederlegungen weiter.

Fire and Emergency bezeichnet die fortgesetzten Streiks angesichts möglicher Verzögerungen bei Notfalleinsätzen als Risiko für die Bevölkerung. Die Gewerkschaft wiederum argumentiert, dass neben einer angemessenen Bezahlung auch grundlegende Fragen der Personalstärke, Ausstattung und Sicherheit der Feuerwehrleute gelöst werden müssten. Damit bleibt der Arbeitskonflikt innerhalb des landesweit einheitlich organisierten neuseeländischen Feuerwehr- und Rettungssystems vorerst ungelöst.

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