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Synergise zeigt neue Technologien für komplexe Katastropheneinsätze

Roboter erkunden gefährliche Bereiche, Sensoren erkennen Umweltgefahren und Lokalisierungssysteme zeigen, wo sich Einsatzkräfte befinden – selbst dort, wo GPS nicht zuverlässig funktioniert. Nach drei Jahren Forschung, Entwicklung und Praxistests präsentierte das internationale Synergise -Konsortium aus Forschung, Industrie und Praxis am 15. Oktober 2026 in Berlin seine Ergebnisse.

Ein teilweise eingestürztes Gebäude, schlechte Sicht, möglicherweise gefährliche Gase und Menschen, die noch vermisst werden: Bei komplexen Katastropheneinsätzen müssen Einsatzkräfte unter hohem Zeitdruck Entscheidungen treffen, oft mit unvollständigen Informationen und unter Bedingungen, in denen herkömmliche Kommunikations- und Ortungssysteme an ihre Grenzen stoßen.

Genau hier setzt das europäische Forschungsprojekt Syngerise an: Es soll Einsatzkräften helfen, schneller zu verstehen, was vor Ort geschieht, Gefahren früher zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen, ohne sich unnötigen zusätzlichen Risiken auszusetzen.

Das Projekt bringt Robotik, Drohnen, Sensorik, Ortung, Wearables, Augmented Reality und digitale Einsatzführung in einem gemeinsamen System zusammen. Roboter können Bereiche erkunden, bevor Menschen sie betreten. Sensoren erfassen Umweltgefahren und Informationen über die körperliche Belastung von Einsatzkräften. Ortungstechnologien bestimmen ihre Position auch innerhalb von Gebäuden und ohne zuverlässigen GPS-Empfang. Die dabei gewonnenen Informationen werden zusammengeführt und für Einsatzkräfte und Einsatzleitung nutzbar gemacht. Am 15. Oktober 2026 zeigte das internationale Syngerise-Konsortium bei seiner Final Demonstration in Berlin, was aus drei Jahren gemeinsamer Entwicklung und Erprobung entstanden ist.

Vom einzelnen Roboter zum gemeinsamen Lagebild

Die Herausforderung bestand dabei nicht allein darin, neue Technologien zu entwickeln. Entscheidend war, Lösungen mit sehr unterschiedlichen Aufgaben so miteinander zu verbinden, dass aus einzelnen Informationen ein möglichst umfassendes Bild der Einsatzlage entsteht.

Robotersysteme wie ANYmal, OWL und SNAKE übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben bei der Erkundung. Drohnen liefern zusätzliche Informationen aus der Luft. Wearables und Sensoren erfassen Vitaldaten, körperliche Belastung sowie Gas- und Umweltgefahren. Fortschrittliche Lokalisierungstechnologien helfen dabei, Einsatzkräfte auch in Gebäuden und anderen Umgebungen ohne verlässliches GPS zu orten.

Augmented-Reality-Anwendungen helfen Einsatzkräften, sich in komplexen Notfallsituationen zu orientieren, indem sie Informationen wie Gefahren, die Standorte von Betroffenen und Einsatzanweisungen direkt in ihrem Sichtfeld anzeigen. Gleichzeitig führen digitale Einsatzmanagementsysteme Daten aus Robotern, Drohnen, Wearables, Ortungstechnologien und Sensoren zu einem gemeinsamen Lagebild zusammen, das eine bessere Koordination und Entscheidungsfindung unterstützt.

Damit diese Systeme auch unter schwierigen Einsatzbedingungen miteinander verbunden bleiben können, kombiniert Syngerise unterschiedliche Kommunikationswege, darunter Mobilfunk, Satellitenkommunikation und lokale drahtlose Netzwerke. So entsteht aus einer Vielzahl spezialisierter Technologien ein vernetztes System, das Einsatzkräften und Einsatzleitung Informationen dort zur Verfügung stellen soll, wo sie gebraucht werden.

Entwickelt mit den Menschen, die die Technologien einsetzen sollen

Eine Besonderheit von SYNERGISE ist, dass Einsatzkräfte nicht erst am Ende der Entwicklung einbezogen wurden. Feuerwehr- und Rettungsorganisationen arbeiteten während des gesamten Projekts gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen an den Lösungen.

Die Technologien wurden in einem mehrstufigen Erprobungsprogramm gemeinsam mit Einsatzkräften unter realistischen Bedingungen getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Mit jeder Testphase kamen weitere Technologien hinzu, sodass ihr Zusammenspiel in zunehmend komplexen Szenarien erprobt werden konnte, beispielsweise bei simulierten Einsätzen mit eingeschlossenen Personen, Feuer und Gefahrstoffen an schwer zugänglichen Orten. Die Erfahrungen und Rückmeldungen der Einsatzkräfte flossen unmittelbar in die Entwicklung ein. Dabei wurden insbesondere Bedienbarkeit, Komfort und Zuverlässigkeit sowie die Integration der Technologien in bestehende Einsatzabläufe fortlaufend optimiert. So konnten die Syngerise-Lösungen anwenderfreundlicher gestaltet und gezielt auf die Anforderungen des praktischen Einsatzes ausgerichtet werden.

Ausrüstung von Einsatzkräften mit Tools, die ihre Sicherheit und Handlungsmöglichkeiten erhöhen

„In den vergangenen drei Jahren hat SYNERGISE gezeigt, wie wichtig es ist, Einsatzkräfte von Anfang an einzubeziehen. Die enge Zusammenarbeit mit ihnen während der gesamten Entwicklung und der Feldtests hat dazu beigetragen, zu erkennen, was sich in der Praxis bewährt und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Zum Ende des Projekts können einige Technologien für den Einsatz bei realen Notfall- und Katastropheneinsätzen weitergeführt werden, während andere noch weiterentwickelt und getestet werden müssen“, sagt Tiina Ristmäe, Projektkoordinatorin, Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW).

Multidisziplinäres Team für optimale kollaborative Reaktion bei komplexen Einsätzen

Neben den beteiligten Einsatzorganisationen vereint SYNERGISE Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die gemeinsam an der Entwicklung, Integration und Erprobung der technologischen Lösungen arbeiten. Auch technische Partner aus Japan und Südkorea wirken an der Entwicklung mit und tragen damit zur internationalen Dimension des Projekts bei. Darüber hinaus begleiten Fachleute aus Kanada, Italien, dem Vereinigten Königreich und den USA das Projekt mit ihrer Expertise und wirken auch an den Feldtests mit. Durch diese internationale Zusammenarbeit fließen unterschiedliche technologische und praktische Perspektiven in die Entwicklung des Syngerise-Systems ein.

Mit der Final Demonstration am 15. Oktober 2026 in Berlin kam diese Entwicklung zusammen. Nach drei Jahren Forschung, Integration und Praxistests werden die Syngerise-Technologien nun im Zusammenspiel gezeigt.

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