Wie man sich vor Online-Betrug schützt
ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG
Im Internet lassen sich Betrüger immer wieder neue Tricks einfallen. Wer skeptisch bleibt, Warnsignale ernst nimmt und sorgsam mit den eigenen Daten umgeht, kann Risiken minimieren. Auch in Österreich warnen Polizei und Verbraucherschützer regelmäßig vor gefälschten Internetseiten, betrügerischen Nachrichten und anderen Maschen im Netz.
Gefälschte Internetseiten und Fakeshops
Mit gefälschten Websites versuchen Kriminelle, Zugangsdaten zu stehlen oder den Computer mit Schadprogrammen (Malware) zu infizieren. Fakeshops ahmen bekannte Marken nach und wirken auf den ersten Blick oft wie seriöse Online-Shops. Einige typische Warnsignale helfen dabei, betrügerische Angebote zu erkennen.
- Rechtschreibfehler in der URL: Gefälschte Internetseiten verwenden häufig Internetadressen, die echten Adressen zum Verwechseln ähnlich sehen. Aus „microsoft“ wird beispielsweise „rnicrosoft“. Im Zweifel sollte die Internetadresse manuell eingetippt werden.
- Nur Vorkasse: Fakeshops bestehen zum Teil auf Vorkasse, liefern aber keine Ware. Bei Zahlungen per Vorkasse lässt sich das Geld kaum wiederbeschaffen.
- Verdächtig günstig: Extrem niedrige Preise können auf einen Fakeshop hindeuten, bei dem Käufer Geld verlieren oder persönliche Daten preisgeben.
- Kein Impressum: Für kommerzielle Internetseiten gilt eine Impressumspflicht. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist ein Warnsignal.
Weitere Hinweise zum Erkennen betrügerischer Online-Shops bietet das österreichische Bundeskriminalamt.
Betrug in Online Casinos
Manche Online Casinos werben mit Einzahlungsboni und Freispielen. Vor der Anmeldung sollte allerdings die Seriosität geprüft werden. Für Nutzer in Österreich ist außerdem wichtig, ob ein Anbieter seine Casinospiele hierzulande überhaupt rechtmäßig anbieten darf. Eine ausländische Glücksspiellizenz allein reicht dafür nicht aus. Vertrauenswürdige Online Casinos laut Casino Guru zeichnen sich unter anderem durch überprüfbare Lizenzangaben, zuverlässige Auszahlungen und einen professionellen Umgang mit Beschwerden aus.
Nachstehend folgen einige Warnsignale zweifelhafter Casino-Seiten:
- Unrealistische Bonusbedingungen: Manche Boni haben unfaire Umsatzbedingungen oder wirken zu schön, um wahr zu sein. Testberichte helfen, Boni besser einzuschätzen.
- Keine Auszahlung: Betrügerische Casinos erfinden immer wieder neue Gründe, um eine Auszahlung hinauszuzögern. Häufig werden im Rahmen des KYC-Prozesses wiederholt neue Dokumente angefordert oder vorgelegte Nachweise grundlos abgelehnt.
- Keine oder fehlerhafte Lizenz: Im Footer sollte sich der Betreiber samt Lizenznummer zu erkennen geben. Manchmal ist die Lizenz auch ungültig oder nicht über das Register der Regulierungsbehörde nachzuvollziehen.
- Manipulierte Spielautomaten: Auf unseriösen Plattformen können bekannte Spielautomaten nachgeahmt werden. Ob die Ergebnisse tatsächlich zufällig ermittelt werden und welche Auszahlungsquote gilt, lässt sich dort oft nur schwer überprüfen.
Phishing per E-Mail oder SMS
Phishing ist eine Betrugsmasche, bei der Kriminelle häufig künstlichen Zeitdruck erzeugen. Sie geben sich zum Beispiel als Paketdienst oder Behörde aus, um Nutzer auf gefälschte Internetseiten zu locken. Dort sollen die Betroffenen ihre Zugangsdaten eingeben. In anderen Fällen enthalten E-Mails Anhänge mit Schadsoftware.
Dass solche Angriffe auch österreichische Feuerwehren treffen können, zeigen frühere Hacker-Angriffe auf Feuerwehr-Facebookseiten.

Bei unerwarteten Nachrichten, die etwa von einem gesperrten Bankkonto berichten, gilt: Ruhe bewahren. Folgende Tipps helfen dabei, Betrugsversuche zu erkennen:
- Absender prüfen: Handelt es sich beim Absender um eine E-Mail-Adresse oder Handynummer, die tatsächlich vom Unternehmen benutzt wird? Die offiziellen Kontaktdaten des Unternehmens helfen bei der Überprüfung. Allerdings können auch Absenderadressen gefälscht sein.
- Unpersönliche Anrede: Eine allgemeine Anrede kann ein Warnsignal sein. Allerdings verwenden Betrüger mitunter auch den richtigen Namen.
- Links kontrollieren: Der sichtbare Link kann auf eine ganz andere Website führen. Am Computer lässt sich die Zieladresse überprüfen, indem der Mauszeiger über den Link bewegt wird, ohne darauf zu klicken.
- Ungewöhnliche Aufforderung: Bankinstitute erkundigen sich nie per E-Mail nach Passwörtern. Wer unsicher ist, fragt beim Kundendienst nach.
Wer sich von Phishing täuschen lässt und dies zeitnah bemerkt, sollte das Passwort ändern. Gegebenenfalls sollte das betroffene Unternehmen informiert werden, damit auch andere Nutzer vor dem Betrugsversuch gewarnt werden können. Bei finanziellen Schäden ist bei einer Polizeiinspektion Anzeige zu erstatten. Beweismittel sollten gesichert und ein Gedächtnisprotokoll angelegt werden, um den Ablauf festzuhalten.
Identitätsdiebstahl durch Social Engineering
Betrüger sammeln Informationen aus öffentlich zugänglichen Social-Media-Profilen, Dating-Apps oder bekannt gewordenen Datenlecks. Anschließend nehmen die Täter mit Freunden oder Verwandten Kontakt auf und erfinden Notlagen, um an weitere Daten oder Geld zu gelangen. Typisch ist auch der Einsatz von KI-Tools, die Stimmen nachahmen, um letzte Zweifel zu zerstreuen. Der Identitätsdiebstahl lässt sich mit folgenden Maßnahmen erheblich erschweren:
- Daten so selten wie möglich weitergeben: Bestellungen lassen sich in Online-Shops meist abwickeln, ohne ein Konto zu erstellen. Ein privates Social-Media-Profil schränkt ein, wer persönliche Inhalte sehen kann.
- Daten schwärzen, wenn erlaubt: Verlangt ein Online-Shop oder Vermieter eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses, dürfen viele Daten geschwärzt werden. Bei Banken und anderen gesetzlich zur Identitätsprüfung verpflichteten Anbietern können umfangreichere Nachweise erforderlich sein. Welche Angaben tatsächlich benötigt werden, hängt vom jeweiligen Verfahren ab.
- Von Leak betroffen: Auf Internetseiten wie Have I Been Pwned lässt sich durch Eingabe der eigenen E-Mail-Adresse überprüfen, ob diese in bekannten Datenlecks aufgetaucht ist. Ist dies der Fall, sollten Passwörter sofort geändert werden. Doppelt genutzte Passwörter sind zu vermeiden. 2FA ist eine weitere Schutzmaßnahme, die Konten absichert. In den darauffolgenden Wochen sollte man verstärkt auf E-Mails im Postfach achtgeben.
- Updates installieren: Betriebssystem, Browser und andere Programme sollten regelmäßig aktualisiert werden, um Sicherheitslücken zu schließen und das Risiko durch Schadsoftware zu verringern.
Falscher technischer Support
In Pop-up-Fenstern oder bei Anrufen wird häufig behauptet, der PC sei von Viren befallen. Dahinter kann ein Betrugsversuch stecken. Nutzer werden gedrängt, eine Fernwartungssoftware zu installieren. Erhalten die Täter Zugriff auf den Computer, können sie persönliche Daten ausspähen, Zahlungen veranlassen oder Schadsoftware installieren.

Dazu gehört auch Ransomware, die Dateien verschlüsselt und anschließend Lösegeldforderungen auslöst.
Wer einen Betrug vermutet, sollte folgendermaßen handeln:
- Anruf beenden oder Browser schließen: Bei verdächtigen Anrufen sollte das Gespräch sofort beendet werden. Verdächtige Browserfenster sollten geschlossen werden.
- Keinen Fernzugriff gewähren: Microsoft und andere seriöse Unternehmen fordern bei unaufgeforderten Anrufen nicht dazu auf, einen Fernzugriff auf den Computer einzurichten.
Bei bereits gewährtem Zugriff sollte der betroffene Computer sofort vom Internet getrennt werden. Dazu kann das LAN-Kabel entfernt oder die WLAN-Verbindung am Gerät ausgeschaltet werden. Wurden bereits Zugangsdaten eingegeben, sollten die betroffenen Passwörter anschließend über ein anderes, vertrauenswürdiges Gerät geändert werden.

