Oö: 24-Stunden-Schicht der Feuerwehrjugend Alkoven findet hohen Anklang
ALKOVEN (OÖ): Gemeinsam spielen. Gemeinsam lernen. Gemeinsam wachsen. So könnte man die Feuerwehrjugend Alkoven in aller Kürze zusammenfassen. Mehrere Feuerwehrmitglieder kümmern sich mit Stand Oktober 2026 um mehr als zwei Dutzend Jungs zwischen 9 und 16 Jahren. Mit Jänner 2027 geht’s dann auch mit den Mädchen los, was aufgrund der extrem beengten Platzverhältnisse im alten Feuerwehrhaus noch nicht möglich war.
Ein besonderes Highlight konnten die Verantwortlichen für die Feuerwehrjugend den teilnehmenden Kids am Freitag, dem 23. Oktober 2026, anbieten. Hier ging die lange erwartete 24-Stunden-Schicht an den Start.

Eine bunte Mischung
Die Idee machte vor einigen Jahren in sehr vielen Feuerwehrjugendgruppen in Österreich groß die Runde. Dabei ahmte man die Schicht der Berufsfeuerwehrleute nach und bot den Jugendlichen einfach einmal eine bunt gemischte Veranstaltung aus Spiel, Teamgeist, Ausbildung und durchaus auch etwas Spannung. Genau das sollte ab 18.00 Uhr des 23. Oktober 2026 nach einer langen Pause auch bei der Feuerwehrjugend Alkoven wieder einmal über die Bühne gehen.

Lager einrichten
Zum Start der Herbstferien fand sich ein Dutzend angemeldeter Teilnehmer im neuen, erst Anfang September bezogenen Feuerwehrhaus ein. Da das Gebäude kein Hotel ist, hieß es zuerst einmal, die Bedingungen für die Nacht zu schaffen. Der Schulungsraum musste dafür entsprechend umgestellt werden, um sowohl die erforderlichen Tisch- als auch Schlafflächen zu schaffen. Dem folgte nach einer Eingewöhnungsphase ein gemütlicher Film- und Spieleabend.

Feuer in der Plättenhütte
Der erste Alarm – von den Jugendbetreuern akustisch auch gut vorbereitet – entsandte die jungen Nachwuchsbrandbekämpfer nach Gstocket in den Bereich der Plättenhütte. „Brand im Freien“ lautete der Einsatzauftrag für die Burschen, die in Begleitung von Erwachsenen mit dem Tanklösch- und dem Kleinlöschfahrzeug sowie dem Mannschaftstransporter ausrückten. Vor Ort waren zwei Feuerschalen mit brennenden Paletten vorbereitet. Wie auch im aktiven Dienst gab es einen Gruppenkommandanten, der seinem Team die weiteren Schritte zu befehligen hatte, um zwei Löschangriffe vorzunehmen.

Einen Vorteil hatten die Jugendlichen gegenüber den größeren Feuerwehrleuten: Wenn sie nicht weiterwussten, halfen die Aktiven aus. So gelang es den eifrigen Jungfeuerleuten recht rasch, die beiden Brandherde abzulöschen und Nachkontrollen per Wärmebildkamera vorzunehmen.

Mit den Aufräumarbeiten war jedoch erst die erste Hälfte des Einsatzes erledigt. Im Feuerwehrhaus galt es, die Fahrzeuge und das verschmutzte Material zu reinigen und alles wieder für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Sicher nicht so spannend wie die vorangehende Brandbekämpfung, aber genauso notwendig wie das Bedienen des Geschirrspülers zu Hause.
Die Nachtruhe – oder so
Es war höchste Zeit für die Nachtruhe. Eigentlich. Denn als aktiver Feuerwehrmann weiß man, dass es oft gar nicht so einfach ist, sich nach aufregenden Erlebnissen einfach umzudrehen und zu schlafen. Es bedurfte daher der einen oder anderen Intervention der Betreuer, um schlussendlich doch die erforderliche Ruhe durchzusetzen.
Der kakaohaltige Ölaustritt
Während alles noch schlief, sollte die Gruppe ein weiterer Alarm ereilen. Die Szenen, die sich beim Ausrücken der aus dem Schlaf gerissenen Jugendlichen boten, hatten für die Beobachter durchaus einen humorvollen Mehrwert. Eine Ölspur – zusammengestellt aus kakaohaltiger und somit absolut umweltschonender Masse – erforderte das Eingreifen der jungen Feuerwehrleute.

Über einen kleinen Umweg erreichte man schlussendlich die Einsatzstelle: den direkt ans Feuerwehrhaus angrenzenden Bauhof. Als Ölbindemittel kam Sand zum Einsatz. Der Rest stand einem realen Öleinsatz, wie er im Herbst bei den Großen mehrfach am Programm stand, um nichts nach.
Frühstücksalarm
Auch die Ölspur erforderte natürlich eine kleine Nachbereitung zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft. Das anstehende Frühstück im Feuerwehrhaus brachte dann somit eine recht willkommene Stärkung für den noch jungen Tag.
Ausbildung
Nach einem Freiraum zur Eigengestaltung stand Ausbildung am Programm. Den Jugendlichen wurde beim Feuerwehrhaus in der Praxis erklärt, welche Arbeiten bei einem Verkehrsunfall zur eigenen Absicherung nötig sind und wie man bei einem Verkehrsunfall mit einer Personenrettung vorgeht.

Dies erfolgte auch in recht anschaulicher Weise, etwa mit Aufgaben wie „Sucht in den Autos alles, was man für das Absichern einer Unfallstelle brauchen kann“ oder „Findet alle Geräte, von denen ihr glaubt, dass sie bei einem Unfalleinsatz nützlich sein könnten“.

Der Unfalleinsatz
Das Thema für die Ausbildung war nicht von ungefähr gewählt. Der gegen die Mittagszeit einlangende Einsatzauftrag war genau von dieser Sorte. „Unfallort“ war das alte Altstoffsammelzentrum, in dem die Feuerwehr einen Teil der Fläche als technischen Übungsort nutzen kann. Da der Jugendschutz inzwischen das Bedienen von Spreizer und Schere unter 16 Jahren untersagt und nur ein Teilnehmer bereits dieses Alter erreicht hatte, wurde entschieden, das Szenario so zu wählen, dass die besagten Geräte nicht erforderlich wären.

Eine Person (Puppe) war unter einem Unfallauto eingeklemmt. Wie schon bei der Übung galt es, die Unfallstelle abzusichern und die vom Gruppenkommandanten (natürlich auch ein Teilnehmer aus der Jugend) angeordneten Aktivitäten durchzuführen. Per Hebekisseneinsatz konnte das Auto schließlich angehoben und die eingeklemmte Person aus der Zwangslage befreit werden.

Der Einsatz des Greifzuges diente in weiterer Folge zum Zurückstellen des zuvor vorbereiteten Fahrzeuges in seine Ursprungsposition. Nach dem Aufräumen war der Weg frei für die Rückkehr ins Feuerwehrhaus. Zeit, sich wieder zu stärken. Auf der Speisekarte standen Burger, die in der Zwischenzeit vorbereitet worden waren.

Chilliger Nachmittag
Inzwischen waren mehr als 18 Stunden vergangen. Es war nun etwas Zeit, sich ein wenig zu erholen und diese für Spiele und Kommunikation untereinander zu nutzen. Auch die langsame Wiederherstellung der Ordnung im Lager war ein Punkt, der jedoch nicht unbedingt so große Beliebtheit erfuhr wie die anderen Programmpunkte.
Ein weiterer Alarm folgte gegen 16 Uhr. Dieses Mal sollte man jedoch ohne Fahrzeuge auskommen, denn die Brandmeldeanlage im Feuerwehrhaus hatte (für die Kids) ausgelöst. Es hieß: Plan lesen, ausgelösten Melder finden und die Anlage anschließend zurückstellen.

„Haben fertig“
Es näherte sich mit großen Schritten das Ende der Schicht. Teilweise müde Gesichter – nicht nur bei den Jugendlichen. Spiele und Kommunikation ließen die 24er-Schicht schlussendlich ausklingen, bevor es dann wieder nach Hause ging.
Fazit
Der lange ausgesetzte 24er war ein voller Erfolg. Für den Feuerwehrnachwuchs war es auch eine ordentliche Portion an Spannung und außergewöhnlichen Erlebnissen, die die Zeit in der Feuerwehrjugend hoffentlich weiterhin abwechslungsreich bleiben lässt und so die Motivation erhält, mit 16 dann in den aktiven Dienst überzutreten. Darin besteht auch der primäre Sinn unserer Nachwuchsarbeit.


