Fliegerbombe während Bauarbeiten explodiert
Eine heftige Detonation hat am Donnerstagvormittag, 7. Oktober 2004, Teile der Landeshauptstadt erschüttert. Die Ursache der Explosion beim Fernheizkraftwerk der Linz AG war eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Zwei Personen wurden verletzt. Der Blindgänger ging auf dem Gelände für das neue Biomassekraftwerk los.
Mehrere Bauarbeiter waren damit beschäftigt, den losen Grund mit einer Verdichtungsmaschine zu bearbeiten. Der Druck dürfte die im Boden verborgene Bombe gezündet haben. Die Explosion riss einen drei Meter tiefen und 15 Meter durchmessenden Krater ins Erdreich. Die Bauarbeiter wurden zur Seite geschleudert, einer erlitt lebensgefährliche Verletzungen, ein weiterer kam mit schweren Verletzungen davon.
Laut Linz AG sei das Firmengelände erst im Mai dieses Jahres von einer Entminungsfirma untersucht und die so genannte Kampfmittelfreiheit bestätigt worden. Mitarbeiter dieses Unternehmens waren im Laufe des Donnerstags an der Unglücksstelle eingetroffen. Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ) erklärte im Gespräch mit Journalisten, dass man den Vorfall nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe. Es gelte, Lehren daraus zu ziehen und sich Gedanken über neue Untersuchungsmethoden zu machen. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Polizei vorübergehend die Straßen und die Autobahnabfahrt in Nähe der Unglücksstelle ab. Laut Österreichischem Erdbebendienst kam es durch die schwere Detonation zu einem Beben mit einem Magnitudenwert von 1,5 auf der Richter.
Es gebe mehrere Verdachtsmomente auf weitere Bomben, erklärten die Entminungsexperten. Falls andere Sprengkörper durch die Explosion der mindestens 500 Kilogramm schweren Fliegerbombe scharf geworden seien, könnten diese in den kommenden zwei Tagen, unter Umständen sogar in den nächsten 150 Stunden detonieren. Abwurfpläne aus den letzten Kriegstagen sollen jetzt Aufschluss darüber geben, wo noch weitere explosive Relikte im Boden versteckt sein könnten.
