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Flutwelle durch Seebeben forderte 8.600 Menschenleben!

Südasien: Die Weihnachtszeit wurde in Südasien für Einheimische und Urlauber zum Albtraum: Das heftigste Erdbeben seit vier Jahrzehnten riss mit gewaltigen Flutwellen am Sonntag, dem 26. Dezember 2004, in mehreren südasiatischen Ländern rund 8.600 Menschen in den Tod.

Tausende wurden verletzt. Die Erschütterungen und Wassermassen richteten schwere Verwüstungen an. Das Beben mit einer von US-Geologen gemessenen Stärke von 8,9 auf der Richterskala brach in der Früh in zehn Kilometer Tiefe unter dem Meer westlich der indonesischen Insel Sumatra aus. Die heftigen Erdstöße lösten meterhohe Flutwellen (Tsumami) aus, die weit übers Meer bis an die von Urlaubern beliebten Küsten Malaysias, Thailands und Indiens rollten.

Die Zahl der Opfer des Seebebens in Südostasien ist auf über 8.600 gestiegen. Allein in Sri Lanka kamen nach jüngsten Angaben 4.150 Menschen ums Leben, zuvor hatten die Behörden von rund 3.000 Toten gesprochen. Aus den von tamilischen Rebellen kontrollierten Gebieten wurden anschließend jedoch über 1.000 weitere Opfer gemeldet.

In Indien kamen demnach fast 2.000 Menschen ums Leben. In bisher unbestätigten Berichten wurde sogar von 3.000 bis 7.000 Toten allein in dieser Region gesprochen. Mehr als 1.300 Bürger wurden verletzt, Hunderte wurden noch vermisst.
In Indonesien wurden mehr als 1.800 Tote beklagt, hieß es in den Berichten weiter. Vor genau einem Jahr waren im iranischen Bam bei einem Erdbeben am zweiten Weihnachtsfeiertag mindestens 35.000 Menschen getötet worden.

In der stark betroffenen Provinz Aceh sei Panik ausgebrochen, meldeten die Behörden. Gebäude seien eingestürzt und Brücken schwer beschädigt worden. Strom und Telefonverbindungen seien ausgefallen. Menschen seien in Panik aus ihren Häusern geflüchtet, als mehr als fünf Meter hohe Wellen auf die Dörfer zu rollten.

Für viele Fernreisende wurde der Weihnachtsurlaub zum Albtraum. In den Urlaubsgebieten in Thailand stieg die Zahl der bestätigten Todesfälle unterdessen auf 289, 3.675 Menschen wurden nach Regierungsangaben verletzt.
Die herantosenden Wassermassen setzten ganze Orte in der Region unter Wasser, zahlreiche Häuser wurden zerstört, Boote kenterten, Autos wirbelten durch die Fluten. Tausende von Menschen wurden obdachlos. Der thailändische Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen. ‚Wir haben Grund zu der Annahme, dass allein dort mehr als 200 Menschen umgekommen sind.‘

Viele hundert seien vermutlich auf See gekentert und würden vermisst. Laut örtlichen Medien wurden Spaziergänger direkt vom Strand ins Meer gerissen. Durch die Flutwellen sei auch ein Ausflugsschiff mit mehr als 100 Menschen gekentert, berichtete Jiji. Ihr Schicksal blieb zunächst unbekannt.
Das Beben war auch in Malaysia und Singapur zu spüren. Auf einer Insel im Nordwesten Malaysias fielen 28 Menschen der Flutwelle zum Opfer. Auf den Malediven starb ein britischer Tourist vor Schreck, als der Tsunami auf ihn zuraste. Die thailändische Marine brachte Touristen, die sich in Hotels und Bungalows geflüchtet hatten, in Sicherheit. Unter den in der Unglücksregion angespülten Leichen befinden sich auch Fischer, die gerade mit ihren Booten auf dem Meer waren, als die Wellen anrollten.

Stand per 26.12.2004 – Quelle: ORF

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