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Flutwelle Südasien: Bereits 130.000 Tote, auch vermutl. 100 tote Landsleute

Südasien: Das Außenministerium befürchtet rund 100 österreichische Todesopfer allein in Khao Lak. Sprecherin Astrid Harz sagte im Rahmen eines Pressebriefings Donnerstag, dass die aktuellen Infos ‚uns dazu veranlassen, dass wir für 100 Österreicher, zu denen nach wie vor kein Kontakt besteht, das Schlimmste befürchten müssen‘.

Insgesamt 27 Experten des Krisenstab-Pools im Außenministerium suchen derzeit in enger Zusammenarbeit mit deutschen Behörden in Khao Lak nach Österreichern. ‚Zu den genannten 100 haben wir nach wie vor keinen Kontakt‘, sagte Harz. ‚Wir müssen befürchten, dass es für sie keine Hilfe mehr gibt.‘ Die Zahl der tatsächlich noch Vermissten ist noch unklar. Dennoch werden die Vermissten-Listen langsam aber sicher kürzer. Khao Lak sei – so die Sprecherin des Außenministeriums – in der Sekunde der Flutwelle am vergangenen Sonntag zerstört gewesen. In den dortigen Touristenanlagen hätten sich viele Österreicher befunden.

Nach Angaben eines norwegischen Diplomaten wurden in Khao Lak bisher bis zu 4.000 Leichen geborgen worden. Ein Team norwegischer Ärzte und Rechtsmediziner habe auf Straßen, in Tempelanlagen und an weiteren Stellen zahllose Leichen gesehen, sagte ein norwegischer Botschaftsmitarbeiter am Donnerstag in Bangkok. Allein in Khao Lak gebe es nach Angaben des Teams 3.000 bis 4.000 Tote. Khao Lak im Süden Thailands war ein beliebter Urlaubsort; zum Zeitpunkt der Flutwelle hielten sich vermutlich mehrere tausend Ausländer in den verschiedenen Hotelanlagen auf.

Bei der Anzahl der toten Österreicher übte sich das Außenministerium in Wien in tagelanger strikter Zurückhaltung. Es wurden lediglich fünf Tote bestätigt. Erst Mittwochabend wurde schließlich klar, dass viele Österreicher betroffen sind. Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) teilte Mittwochabend in der ORF-‚Zeit im Bild spezial‘ mit, dass ‚wahrscheinlich 50 bis 60‘ Österreicher bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommen sein dürften. Damit vollzog Plassnik nach tagelanger betonter Zurückhaltung, die in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt hatte, Österreich sei nicht besonders betroffen, eine Kehrtwende. Sie reagierte damit auch auf wachsende Kritik am Krisenmanagement des Außenministeriums.

Es könnte jedoch noch Tage dauern bis die tatsächliche Zahl bekannt wird, da die Lage offenbar weiter unübersichtlich ist. Unklar ist, ob die Zahl der getöteten Österreicher nicht noch weiter steigen könnte. Damit geht das Zittern und Bangen von den Angehörigen vieler Vermisster weiter.

Das Ausmaß der Flutkatastrophe nimmt hingegen immer schockierendere Ausmaße an. Die Zahl der Todesopfer ist nun auf 130.000 gestiegen. Allein in Indonesien sind rund 80.000 Tote zu beklagen. Die Zahlen dürften allerdings noch weiter steigen. Auch vier Tage nach dem Unglück sind noch Gebiete von der Außenwelt abgeschnitten. Unterdessen kämpfen die Hilfskräfte weiter verzweifelt gegen das Chaos an. Der Verbleib vieler Vermisster ist nach wie vor ungewiss. Die Überlebenschancen schwinden zusehends.

ORF

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