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Nö: THL als gute Ausbildung für Unfalleinsätze

Langenzersdorf (Nö): Am 16.1.2005 bewiesen die Manner der FF Langenzersdorf, dass sie nicht nur Brande löschen konnen, sondern auch bestens ausgebildet sind, um bei technischen Einsatzen wie Verkehrsunfallen zu helfen.

Die Leistungsprufung „Technische Hilfeleistung“ der Stufe 3
(Gold) wurde abgelegt. Seit Wochen trainierten 10 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Langenzersdorf fur diesen Tag. Die notwendigen Handgriffe wurden geubt und die Beladung der Feuerwehrfahrzeuge bis ins kleinste Detail auswendig gelernt. Der Platz jedes Ausrüstungsgegenstandes muss bei geschlossener Geräteraumtür gefunden. Bei einer theoretischen Prüfung müssen 20 Fragen aus einem Katalog von 90 Fragen beantwortet werden.

Am Sonntag war es dann soweit. Um 10 Uhr startete die Leistungsprüfung im Feuerwehrhaus Langenzersdorf mit den theoretischen Fragen. Alle 10 Teilnehmer konnten die an sie gestellten Fragen fehlerfrei beantworten. Dann ging es zum praktischen Teil am Parkplatz neben der Donauuferautobahn.
Die von den Feuerwehrmännern zu besetzenden Positionen wurden ausgelost.
Erst nun stellte sich heraus, welche Tätigkeiten jeder einzelne zu verrichten hatte. Jeder Feuerwehrmann musste alle Posten beherrschen. Unter den strengen Blicken von Hauptbewerter Riefenthaler und den Bewertern Washietl und Minnich wurde zu Beginn die Ausrüstung der Feuerwehrmänner überprüft. Die Einsatzbekleidung muss vorschriftsmäßig angelegt sein. Unter den Einsatzhandschuhen werden Infektionsschutzhandschuhe getragen.

Feuerwehrhelm, Sicherheitsschuhe, Einsatzoverall mit Schutzjacke und Feuerwehrgurt sind selbstverständlich. Nun zeigten die Feuerwehrmänner, was sie gelernt hatten. Auch die Gerätekunde konnte fehlerfrei absolviert werden. Dann gab der Gruppenkommandant den Einsatzbefehl an die Gruppe.
Innerhalb von 160 Sekunden wurde die Unfallstelle mit Verkehrsleitkegeln, Warndreiecken und Blinkscheinwerfern abgesichert. Mit einem Feuerlöscher und einer Löschleitung wurde ein Brandschutz aufgebaut. 2 Flutlichtscheinswerfer dienten zum Ausleuchten der Unfallstelle bei Nacht.
Zum Retten einer verletzten Person wurde ein hydraulischer Rettungssatz in Stellung gebracht. Damit kann eine Person aus einem Fahrzeug geschnitten werden. Zur Versorgung der verletzten Person wurde eine Erste Hilfe Ausrüstung bereitgehalten. Wahrend der Tätigkeiten uberwachte der Gruppenkommandant die Arbeiten und gab die erforderlichen Befehle. Auch diese Aufgabe wurde fehlerfrei erfüllt.

Im Anschluss daran wurden alle Geräte aufgerüstet und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrfahrzeuge wieder hergestellt. Im Feuerwehrhaus gratulierten Hauptbewerter Riefenthaler und die Bewerter den Feuerwehrmännern zur bestandenen Prüfung. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Langenzersdorf, Ing. Wolfgang Lehner, und Vizeburgermeister Karl Laimer würdigten die dargebotenen Leistungen und gratulierten ebenfalls. Neben einer Urkunde konnten auch die begehrten Abzeichen an die Männer uberreicht werden.

Allgemeines zum THL:
Da sich das Einsatzspektrum der Feuerwehren zunehmend vom Brandeinsatz zu technischen Einsatzen hin verlagert, wurde schon vor etwas mehr als 10 Jahren diesem Trend Rechnung getragen und die Leistungsprufung „Technische Hilfeleistung“
ins Leben gerufen.
Fur die Teilnahme an den klassischen Feuerwehr-Leistungsbewerben wird die Handhabung und Bedienung von Löschgeräten trainiert. Beim Bewerb selbst soll dann die gestellte Aufgabe möglichst schnell und ohne Fehler bewältigt werden.

Bei der Leistungsprüfung „Technische Hilfeleistung“ wird das Hauptaugenmerk auf gutes und exaktes Arbeiten mit den eigenen Geräten und Fahrzeugen gelegt. Schnelligkeit spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Allerdings darf der Zeitrahmen von 160 Sekunden nicht überschritten werden.
Diese Leistungsprufung soll zur Vertiefung und Erhaltung der Kenntnisse uber die Gruppe im technischen Feuerwehreinsatz beitragen.

Als Schadenslage wird ein Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person angenommen. Die Einsatzstelle ist mit Verkehrsleitkegeln, Warndreiecken und Blinkscheinwerfern abzusichern. Als Brandschutz sind ein Feuerlöscher und ein Strahlrohr in Bereitschaft zu bringen. Zur Ausleuchtung der Einsatzstelle sind 2 Halogenscheinwerfer aufzubauen. Das hydraulische Rettungsgerät zum „Herausschneiden“ von verletzten Personen ist aufzubauen und bei der Fahrertüre in Stellung zu bringen. Selbstverständlich mussen bei allen beteiligten Feuerwehrfahrzeugen und dem Stromaggregat innerhalb der Zeit die Motoren gestartet werden. Auch das Abblendlicht, die Blaulichter und die Alarmblinkanlage müssen zur Absicherung der Unfallstelle eingeschaltet werden.

Wahrend der Arbeit dürfen außer den vorgeschriebenen Befehlen und Kommandos keine Gespräche von den Teilnehmern geführt werden. Auch dürfen die Begrenzungslinien (fiktive Gegenfahrbahn) nicht übertreten werden. Des weiteren wird auch die Kenntnis uber die mitgeführten Geräte überprüft.
Bei geschlossenen Gerateräumen muss die Lage von 2 Ausrüstungsgegenständen exakt angegeben werden. Ein zweiter Versuch ist nicht zulässig. Beim Bewerb um die höchste Stufe des Leistungsabzeichens in Gold muss jeder Teilnehmer aus einem Fragenkatalog von 90 Fragen 20 Fragen ziehen und beantworten. Bei dieser Stufe werden außerdem unmittelbar vor dem praktischen Bewerb die Funktionen der einzelnen Feuerwehrmänner ausgelost. Somit muss jeder Teilnehmer sämtliche Tätigkeiten beherrschen, die zur Erreichung der Übungsaufgabe notwendig sind.

Zur FF Langenzersdorf

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