Olympische Feuerwehrwettkämpfe in Varazdin in Kroatien
Österreich / Kroatien: 16 Teams aus Österreich bei den Internationale Feuerwehrwettkämpfe in Kroatien: 225 Gruppen aus 32 Nationen ermitteln von 17. bis 24. Juli 2005 die Feuerwehr-Weltmeister!
Die Feuerwehren Österreichs werden von zehn Teams Feuerwehrmänner, drei Feuerwehrrauengruppen und drei Feuerwehrjugendgruppen repräsentieren Österreichs Feuerwehren bei den 13. Internationalen Feuerwehrwettkämpfen, die heute, Mittwoch, offiziell eröffnet werden. Unter den österreichischen Teilnehmern sind einige Mannschaften, die zu den Favoriten zählen und jedenfalls für Plätze auf dem Siegespodest und möglicherweise auch für neue Weltrekorde gut sind.
Wie die olympischen Spiele der Sportler werden auch die Internationalen Feuerwehr-Wettkämpfe im Vierjahresrhythmus-Wettkampfgruppen von Freiwilligen Feuerwehren, Berufsfeuerwehren und Feuerwehrjugendgruppen aus 32 Nationen, die daran teilnehmen dürfen, mussten sich in nationalen Qualifikationen durchsetzen.
Die Internationalen Bewerbe werden in drei unterschiedlichen Bewerbskategorien ausgetragen.
Traditionelle Bewerbe
Bei den „Traditionellen Bewerben“ besteht eine Gruppe aus neun Teilnehmern und einem Reservemitglied. Diese Wettkampfart ist aus der Praxis heraus entstanden. Es geht dabei unter anderem darum, von einer fiktiven „Wasserentnahmestelle“ (gekennzeichnet durch eine rote Latte) schnellstmöglich ein Löschsystem zu einem gedachten Brandherd herzustellen.

Bei diesem so genannten „Löschangriff“ sind insgesamt 12 Schläuche auf eine Länge von 60 Metern samt Pumpe richtig und fehlerfrei (ansonsten gibt es Fehlerpunkte und die Siegeschancen sind zunichte) zu verlegen und zu kuppeln. Beim diesem Löschangriff liegen die internationalen Spitzenzeiten nur knapp über 30 Sekunden.
Den offiziellen Weltrekord im Löschangriff, aufgestellt bei den Internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Kuopio/Finnland im Jahr 2001 hält mit 32,7 Sekunden das Team Au/Vorarlberg.
Weiters ist beim Traditionellen Bewerb ein 400-Meter-Hindernisstaffellauf zu bewältigen, bei dem acht Läufer des jeweiligen Teams ein Strahlrohr ins Ziel zu bringen und dabei drei Hindernisse zu überwinden haben.
Löschangriff und Hindernisstaffellauf ergeben schließlich das Gesamtergebnis.
Feuerwehr-Sportwettkämpe
Bei den „Sportwettkämpfen“ setzen sich die österreichischen Gruppen aus Männern oder Frauen von verschiedenen Feuerwehren zusammen.
Diese Sportwettkämpfe werden von den Männern in vier und von den Frauen in drei Teildisziplinen ausgetragen.
Im Aufstieg mit der Hakenleiter einer Disziplin, die nur den Männern vorbehalten bleibt, gilt es mit einer Hakenleiter den 3. Stock eines Gebäudes zu erklimmen. Berufsfeuerwehleute schaffen dies in ca. 14 Sekunden und die Freiwilligen aus Österreich sind – obwohl diese Bewerbe in unserem Land keine Tradition haben – auch bereits für 17 Sekunden gut.

Beim 100 m-Hindernislauf sind im vollen Lauf Hürden zu überwinden und Feuerwehrschläuche zu kuppeln.
Beim 4×100 m-Staffellauf sind ebenfalls verschieden Aufgaben, zu bewältigen. Besonders spektakulär ist dabei das Löschen eines Brandes mit einem Handfeuerlöscher gleichsam im Vorbeilaufen.
Ein nasser Löschangriff, bei dem es den Teams weitgehend freigestellt ist, wie sie diese Aufgabe bewältigen, gilt ebenso als Highlight der Sportwettkämpfe. Die Zeit stoppt erst, sobald eine bestimmte Menge Löschwasser durch das schmale Loch einer Zielspritzwand befördert worden ist.
Feuerwehrjugendwettkämpfe
Die Wettbewerbe der Feuerwehrjugend werden in den Disziplinen Feuerwehrhindernisübung 400 m-Hindernislauf ausgetragen.
Bei der Feuerwehrhindernisübung sind eine Löschleitung zu verlegen, Wassergraben, Kriechtunnel und Schwebebalken zu überwinden, Knoten zu knüpfen und mit zwei Kübelspritzen insgesamt 10 Liter Wasser durch ein schmales Loch in ein Messgefäß zu spritzen.
Beim Staffellauf wiederum müssen unter anderem eine Sprossenwand überklettert, Feuerwehrgeräte punktgenau abgelegt und eine Löschleitung gekuppelt und durchs Ziel gezogen werden.

In beiden Disziplinen geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um das korrekte Arbeiten. Jeder Fehler bringt Strafpunkte.
Jede Nation darf zwei Jugendgruppen zu den Internationalen Feuerwehrjugendwettkämpfen entsenden. Da Österreich mit dem niederösterreichischen Team Kürnberg den amtierenden „Weltmeister“ stellt, dürfen insgesamt drei Jugendgruppen an den Start gehen.
Der lange Weg der Qualifikation dieser jugendlichen Wettkämpfer führte über die Landesbewerbe in den jeweiligen Bundesländern zum Bundesbewerb der Feuerwehrjugend, der im Vorjahr in Wörgl/Tirol stattgefunden hat. Dabei erkämpften sich die oberösterreichischen Teams Tragwein und Winden-Windegg mit den ersten beiden Plätzen die Fahrkarten zu den Internationalen Bewerben in Varazdin.
Olympischer Geist
Alle Teilnehmer an den Internationalen Feuerwehrwettkämpfen können als Spitzensportler bezeichnet werden und würden in so mancher Leichtathletikdisziplin zumindest auf nationaler Ebene ganz vorne mitmischen.
Das CTIF, der Internationale Feuerwehrverband, trägt mit diesen Wettkämpfen dem olympischen Gedanken Rechnung. Natürlich zählen die Leistungen – im Vordergrund stehen jedoch der olympische Gedanke und der freundschaftliche, internationale Austausch im Feuerwehrwesen.
Ablauf der Feuerwehrwettkämpfe
Die Internationalen Feuerwehrwettkämpfe in Varazdin – es sind die 13. Spiele -werden am Mittwoch, dem 20. Juli 2005, mit dem Einzug der Nationen eröffnet. Das „Olympische Feuer“ wird – stilgerecht – von einer Drehleiter aus entzündet.
Als erste starten am Donnerstag, dem 21. Juli die Feuerwehrjugendlichen. Die „Sportler“ sind sowohl am Donnerstag, als auch am Freitag und am Samstag gefordert und die Bewerber bei den „Traditionellen“ zeigen am Freitag, dem 22. und am Samstag, dem 23. Juli 2005 ihr Können.
Schlussfeier und Siegerehrung finden am Samstag, dem 23. Juli, am Abend statt. An dieser werden neben zahlreichen Ehrengästen und Vertretern der Feuerwehren aus Europa, Asien und Amerika teilnehmen. Der Präsident der Republik Kroatien, Stjepan Mesic, wird an dieser Schlussfeier ebenfalls teilnehmen.
Die Leitung der Internationalen Feuerwehrwettkämpfe liegt zur Gänze in österreichischer Hand. Für die Gesamtorganisation sowie für die Traditionellen Wettbewerbe und für die Sportwettkämpfe zeichnet der niederösterreichische Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Herbert Schanda aus Wiener Neustadt verantwortlich.
Die Feuerwehrjugendwettkämpfe werden von Brandrat Ignaz Mascha aus Neulengbach/NÖ geleitet.
Teilnehmer an den Internationalen Feuerwehrwettkämpfen in Varazdin/Kroatien
Traditionelle Bewerbe – Männer:
Burgenland: Neufeld/Leitha
Kärnten: Puch
Niederösterreich: Eichhorn 1 und 3(Bez. Gänserndorf)
Oberösterreich: Weeg (Bez. Grieskirchen)und Peilstein/Mühlkreis (Bez. Rohrbach)
Salzburg: Anif – LZ Niederalm
Steiermark: Götzendorf
Tirol: Sellrain
Vorarlberg: Au
Traditionelle Bewerbe – Frauen:
Burgenland: Rudersdorf-Berg
Oberösterreich: Nussbaum (Bez. Ried i. Innkreis)
Feuerwehr-Sportwettkämpfe – Männer
Niederösterreich 1 (zusammengesetzt aus Feuerwehrmännern aus dem Bezirk Wiener Neustadt)
Oberösterreich (Feuerwehr Frankenburg, Bez. Vöklabruck)
Feuerwehr-Sportwettkämpfe – Frauen
Niederösterreich 2 (zusammengesetzt aus Feuerwehrfrauen aus den Bezirken Krems und Melk)
Feuerwehrjugend:
Niederösterreich: Kürnberg
Oberösterreich: Tragwein (Bez. Freistadt)und Winden-Windegg (Bez. Perg)
