Tirol: Jahreshauptübung Wörgl mit Fireball-Vorführung
Wörgl (Tirol): Jahreshauptübung 2005 der Feuerwehr Wörgl am 14. Oktober 2005. Ein wahres Horrorszenario – eingeklemmte Personen und explodierte Gasflaschen – wartete auf die Einsatzkräfte. Zudem erfolgte die Vorführung des aus Amerika kommenden Fireballs.
„Explosion in der Lackierbox bei Firma Farthofer! Mehrere Personen vermisst und zwei Personen eingeklemmt!“ so lautete die Übungsannahme der Jahreshauptübung 2005 der Freiwilligen Feuerwehr Wörgl, die am 14.10.2005 stattfand.

Firmenbesitzer und Kommandant-Stellvertreter der FF Wörgl Helmut Farthofer sowie Kommandant Josef Koidl und die beiden Übungsvorbereiter Josef Obenauer und Hans Spitzl, stellten dem Einsatzleiter Günther Ladstätter (2. Kommandant-Stellvertreter) und seiner Mannschaft einige tückische Fallen.

Angenommen wurde eine Explosion mehrer Gasflaschen in der Lackierbox. Durch die starke Druckwelle wurde ein Container von einem Stapler geschleudert und der Stapler kippte um. Dabei wurde eine Person unter dem Container eingeklemmt und eine weitere von mehreren Eisenstäben aufgespießt. Zudem wurde eine unbekannte Anzahl von Personen in der total verrauchten Halle vermisst.
Um 19:00 Uhr wurden neben der FF Wörgl auch die Feuerwehren Bruckhäusl und Kastengstatt alarmiert. Gleichzeitig wurde auch der Samariterbund und das Rote Kreuz zur Versorgung der Verletzten alarmiert.
Beim Eintreffen am Einsatzort wurde sogleich der Innenangriff durch mehrere Trupps der drei Feuerwehren gestartet. Ein Weiterkommen in der komplett verrauchten Halle, in der an manchen Stellen Sichtverhältnisse von maximal 30 Zentimeter herrschten, gestaltete sich für alle Trupps äußerst schwierig. Auch die Suche nach den vermissten Personen zwischen den vielen Maschinen in den Hallen war nur schwer zu bewältigen.

Parallel dazu rückte ein Atemschutztrupp vor um den Brand in der Lackierbox zu löschen.
Die Wasserversorgung wurde derweil vom KLF und GTLF 12000 der FF Wörgl sowie von den Feuerwehren Bruckhäusl und Kastengstatt sichergestellt.
Mittels Drehleiter wurden mehrere Personen vom Dach der Halle gerettet und dem Samariterbund übergeben. Auch die Versorgung der aus der Halle befreiten Personen wurde vom Samariterbund durchgeführt.
Währenddessen begann die Mannschaft des SRF mit der Bergung der zwei verletzten Personen unter dem Stapler. Zu aller erst musste leider der Tod der, unter dem Container eingeklemmten, Person festgestellt werden. Aus diesem Grund wurde zuerst die zweite Person, der die Eisenstangen durch den Bauch gerammt wurden, geborgen. Diese wurde durch das Rote Kreuz stabilisiert und anschließend wurden mit dem Plasmaschneider die Eisenstangen abgetrennt. Als das Rote Kreuz den Patienten übernommen hatte, wurde mit der Bergung der getöteten Person begonnen. Der Container wurde mittels zwei hydraulischen Winden und Hebekissen soweit angehoben, dass die Person unter dem Container herausgezogen werden konnte.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung konnte von Kommandant Josef Koidl ein überaus positives Resümee gezogen werden. Er lobte auch die äußerst hohe Übungsbeteiligung trotz der tagelangen Hochwassereinsätze der letzten Wochen. „Die Feuerwehren haben sauber, schnell und höchst professionell gearbeitet!“ so auch Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter BR Hannes Mayr. Postenkommandant Josef Lettenbichler von der Polizei bedankte sich bei den Feuerwehren für die hervorragende Zusammenarbeit in den letzten Jahren.
Vorführung FireBall:
Im Anschluss an die Übung wurde noch eine neues Löschmittel aus Amerika vorgeführt bzw. getestet: Der so genannte FireBall! Das ist ein Ball, der in das Feuer geworfen wird und dann das Löschmittel freisetzt.

Hierfür wurde ein großer Container angezündet und es wurde versucht diesen mit zwei FireBall zu löschen. Der erste Ball konnte das Feuer zirka auf die Hälfte eindämmen, doch der zweite versagte seine Wirkung und setzte das Löschmittel nicht frei.
Deshalb musste wieder auf die „altbewährte“ Methode des Löschens mit Wasser zurückgegriffen werden um „Brand aus!“ geben zu können. „Es ist eben nicht alles gut, was aus Amerika kommt!“ so das Resümee von Kdt.-Stv. Helmut Farthofer.

Hiermit möchte sich die Freiwillige Feuerwehr Wörgl nochmals bei den Feuerwehren Bruckhäusl und Kastengstatt, sowie beim Samariterbund und dem Roten Kreuz, und nicht zu vergessen der Polizei, recht herzlich für das Mitwirken an der heurigen Jahreshauptübung bedanken.
