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Stmk: Rathausdach in Maria Zell unter Schneelast eingestürzt

Mariazell (Stmk): In Mariazell ist Freitagabend, 27. Jänner 2006, das Dach des Rathauses auf Grund der enormen Schneelast zusammengebrochen. Verletzt wurde niemand, der Schaden beträgt mindestens 150.000 Euro.

Ein Passant bemerkte gegen 18.30 Uhr, dass es im Dachgebälk des Gemeindeamtes laut kracht und alarmierte die Feuerwehr. „Das Dach ist dann eine halbe Stunde später in sich zusammengebrochen, und auf Grund der hohen Schneelast und des kaputten Dachstuhles war Gefahr im Verzug, und es muss der Dachboden abgeschaufelt werden, um nicht auch noch die Decke zu gefährden“, sagt Bezirksfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried.

Bis 3.00 Uhr Früh waren rund 60 Personen im Einsatz, um den Dachboden freizuschaufeln – darunter 30 Feuerwehrleute sowie einige Firmen aus der Umgebung – und auch am Samstag wurde das Freischaufeln fortgesetzt. Die Helfer wurden mit Seilen an einem Kran gesichert, im Inneren des Hauses wurden zudem Stützträger aufgestellt.

Ausschlaggebend für den Dachstuhleinsturz am Rathaus dürften laut dem Mariazeller Bürgermeister Helmut Pertl einseitige Windverwehungen gewesen sein. Der Großteil der Schneemassen wurde vom Wind über den First geweht und sammelte sich auf einer Seite an, worauf die Dachkonstruktion dort zusammenbrach. „Das war in keiner Weise vorherzusehen. Das Dach ist jetzt 42 Jahre alt, und wir haben eigentlich schon mehrmals Schnee in diesen Mengen gehabt. Voriges Jahr ist das auch einmal genau durchgesehen worden, es hat aber keine Anzeichen gegeben, dass hier irgendetwas einstürzen kann“, so Pertl. Laut einem Statiker-Gutachten ist das Gebäude nicht einsturzgefährdet; dennoch bleibt das Rathaus vorerst geschlossen.

Laut Feuerwehr muss der gesamte Dachstuhl abgerissen werden; bis ein neues Dach errichtet wird, soll das Haus durch eine Fleecedecke und eine Plane vor Schnee und Wasser geschützt werden.

Die Schadenshöhe ist vorerst nur schwer abzuschätzen – Bürgermeister Pertl nennt eine Summe von mindestens 200.000 Euro. Außerdem herrscht in Mariazell jetzt große Sorge, dass weitere Hausdächer unter der Schneelast zusammenbrechen könnten. Über einen Meter hoch türmen sich die Schneemassen – eine tonnenschwere Last, der nicht alle Dachkonstruktionen gewachsen sein könnten, befürchtet Pertl: „Wir haben deshalb aufgerufen, dass die Leute ihre Dachstühle kontrollieren, und sollten irgendwo Veränderungen oder Durchbiegungen festgestellt werden, werden wir versuchen, das mit einem Statiker zu kontrollieren, und wenn Gefahr im Verzug ist, muss es geräumt werden“, so der Bürgermeister.

ORF Steiermark

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