Russland: Einsturz einer Markthalle – Opferzahlen weiter angestiegen
Moskau (Russland): Nach dem Einsturz des Daches in der Moskauer Markthalle von Baumanskaja ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Inzwischen wird von 38 Opfern gesprochen. Doch noch sind nicht alle Vermissten geborgen. Die Halle war von selben Architekten gebaut worden, wie die Moskauer Schwimmhalle, deren Dach im Februar 2004 eingestürzt war.
In einer Moskauer Markthalle sind am Donnerstag mindestens 38 Menschen von dem einstürzenden Dach erschlagen worden. 29 weitere Marktarbeiter wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Stunden nach dem Einsturz waren noch mehrere Menschen in den Trümmern eingeschlossen. Ein Brand, offenbar durch Funkenflug bei den Bergungsarbeiten ausgelöst, erschwerte den Einsatz. Zum Zeitpunkt des Unglücks am frühen Morgen des 23. Februar 2006 war die Bauman-Markthalle im Osten von Moskau noch nicht für den Kundenverkehr geöffnet. Die Arbeiter hatten aber die Nacht in dem Gebäude verbracht.
Nach dem Einsturz eilten mehr als 150 Rettungssanitäter und Bergungskräfte zu der Markthalle. Mehrere verschüttete Personen riefen über ihr Mobiltelefon nach Hilfe. «Sie klopfen und schreien», sagte ein Ministeriumssprecher am Morgen. Bis zum Nachmittag aber waren die Rufe verstummt. Unter einer schweren Betonplatte wurde eine verschüttete Person entdeckt. Der Mann konnte zunächst nicht geborgen werden; mit einem Katheter in die frei liegende Hand wurde er mit Schmerzmitteln versorgt. Um die Verschütteten vor dem Erfrieren zu bewahren, wurde warme Luft in die Trümmer geblasen.
Der Radiosender Echo Moskau berichtete, das gesamte Dach mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern sei zusammengebrochen. Bei den Opfern handelt es sich um Marktarbeiter, viele von ihnen kamen aus weiter entfernten Städten nach Moskau.
Der Moskauer Staatsanwalt Anatoli Sujew sprach von drei möglichen Ursachen: das Gewicht der Schneelast, mangelhafte Gebäudewartung oder Planungsfehler beim Bau. Seine Behörde leitete ein Strafermittlungsverfahren ein. Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren errichtet. Der Architekt Nodor Kantscheli entwarf auch eine Moskauer Schwimmhalle, deren Dach im Februar 2004 eingestürzt war. Damals kamen 28 Menschen ums Leben. Die Behörden machten Baufehler für den Einsturz der Schwimmhalle verantwortlich.
