Nö: Hochwassersituation weiterhin angespannt
Niederösterreich: Die Hochwassersituation in NÖ ist angespannt, aber unter Kontrolle. Vereinzelt sind Flüsse leicht über die Ufer getreten. Bei der Donau wurde in Korneuburg am Nachmittag Hochwasseralarm gegeben.
Am meisten geregnet hatte es am Dienstag, dem 28. März 2006, im Waldviertel. Nach fallenden Pegelständen bei den Waldviertler Flüssen am Nachmittag stiegen sie am frühen Abend wieder leicht an. Im Waldviertel war im Raum Waidhofen die Thaya stellenweise über die Ufer getreten und hatte Landstraßen überflutet. Die Feuerwehr musste Sandsäcke auflegen. Und in Drosendorf im Bezirk Horn wurde ein Campingplatz durch die Thaya überflutet. Auch im Stadtgebiet von Gmünd, im Mündungsgebiet von Braunau und Lainsitz, mussten Feuerwehrmänner zum Schutz der Häuser Sandsäcke auflegen.
Hochwasseralarm bei Korneuburg: Hochwasseralarm gab es auf der Donau bei Korneuburg. In Kritzendorf bei Klosterneuburg etwa war der Treppelweg teilweise überflutet, mit Lautsprecherdurchsagen hatte die Polizei Bewohner der tiefer gelegenen Siedlungsgebiete vor einer Hochwassergefahr gewarnt. Und in Tulln und Krems wurde die Warngrenze überschritten, Hochwasseralarm wurde aber nicht ausgelöst.
Laut Feuerwehr kein Grund zur Panik: Die Feuerwehren waren im ganzen Land zwar im Einsatz. Jörg Würzelberger, der Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos sprach aber von Routinearbeiten. Hauptsächlich seien die Feuerwehrleute mit dem Auspumpen von Kellern beschäftigt sowie mit dem Aufbau des mobilen Hochwasserschutzes. Am Dienstagvormittag trat die Donau in Ardagger und Neustadl im Bezirk Amstetten über die Ufer. Mehrere Radwege rund um das Gebiet wurden bereits gesperrt, die Gemeindestraße in Neustadtl war am Dienstag nicht passierbar. Berichte über Schäden lagen noch nicht vor, berichtete die Bezirksleitzentrale der Exekutive in Amstetten.
Keine akute Gefahr in Krems: Der Pegelstand der Donau in Krems Stein stieg zwar seit Montagnacht stetig an, laut Feuerwehr Krems bestand aber keine akute Gefahr. Der Wasserstand bei Stein lag zu Mittag bei knapp 6,8 Meter. „Noch liegt alles im kontrollierten Bereich“, analysierte der Sprecher des NÖ Landesfeuerwehrkommandos, Jörg Würzelberger, den Wasserstand der Donau. Entscheidend sei, wie sich in den kommenden Tagen die Wetterlage im Westen entwickle. Eine „mobile Mauer“ in Krems wurde bereits angehoben. Falls es der Wasserstand der Donau erfordert, kann die Einrichtung im Bedarfsfall um zwei bis drei Meter erhöht werden. Der Kamp war leicht gestiegen. Die Pegelstände der Zubringerflüsse, wie Taffa und Zwettl waren stabil geblieben.
Stausee in Ottenstein ist nicht voll: Das Kraftwerk Ottenstein habe noch genug Auffangkapazität, hieß es von der EVN. Im Hinblick auf eine starke Schneeschmelze habe man den Stausee heuer mehr abgesenkt, als in den letzten Jahren, heißt es.
In der Thermenregion und im südlichen Niederösterreich war die Situation noch relativ entspannt. Die Flüsse dort führten zwar Hochwasser, aber nach dem die vorhergesagten Niederschläge ausgeblieben waren, handelte es sich vorwiegend um abfließendes Schmelzwasser aus den Ausläufern der Voralpen.
Lokale Überschwemmungen bei Triesting, Piesting, Schwechat und Leitha sind zwar nicht ausgeschlossen, großräumige Überflutungen sind aber vorerst nicht zu erwarten. „Die Hochwassersituation könnte sich aber noch ändern, wenn die Regenfälle intensiver werden“, betonte Franz Hauer, der Leiter des Hochwasserdienstes Niederösterreich. Denn generell sind die Wasserstände hoch und der Boden stark durchfeuchtet. Jeder Millimeter Niederschlag mache sich also sofort bemerkbar, so Hauer. Prognosen für die kommende Nacht seien deshalb noch nicht möglich, dazu müssen die Regenfälle in den nächsten Stunden abgewartet werden.
