Technisch

Nö: Dammbruch in Jedenspeigen/March

Jedenspeigen an der March (Nö): Am 03.04.2006 gegen 04:00 Uhr ist in Jedenspeigen an der March, ein Dammbruch erfolgt. Aufgrund des immer stärker werdenden Druckes auf die Dämme gab dieser schließlich – trotz sämtlicher Sicherungsmaßnahmen – auf einer Länge von 100 Meter nach.

Die Wassermassen dringen nun ungehindert Richtung bewohntes Gebiet vor. In den letzten 24 Stunden stieg der Pegelstand der March um insgesamt 30 cm. Zur Zeit stehen 36 Feuerwehren mit 200 Mann im Einsatz. Zur weiteren Unterstützung wurden zwei Katastrophenzüge aus dem Bezirk Mistelbach verständigt und sind auf dem Weg ins Katastrophengebiet.

Vor Ort sind:
Landesfeuerwehrkommandant Landesbranddirektor Josef Buchta, Landesfeuerwehrkommandant Stv. Landesbranddirektor Armin Blutsch
Bezirksfeuerwehrkommandant Oberbrandrat Georg Schicker
KHD Kommandant Brandrat Eduard Kammerer
KHD Kommandant NÖ OBR Helmut Wartha

Die Bezirkshauptmannschaft hat einen Krisenstab eingerichtet. Seitens des Roten Kreuzes sind 3 Fahrzeuge im Katastrophengebiet.

Die Nordbahn-Strecke musste in den betroffenen Gebieten gesperrt werden. Auch die Bundesstraße 49 ist in diesem Abschnitt für den Verkehr gesperrt. Das Hochwasser an der March wurde von Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Gruber bereits am 1. April 2006 zur Katastrophe erklärt.

FF Gänserndorf

Hochwasserbericht des ORF:
In Niederösterreich ist bei Jedenspeigen (Bezirk Gänserndorf) auf Grund des anhaltenden Hochwassers der Damm der March gebrochen. Die Wassermassen haben im Ort Dürnkrut zu Überflutungen geführt. Die Situation war in den frühen Morgenstunden war als dramatisch zu bezeichnen. „Wir müssen neben der halben Gemeinde auch Einrichtungen wie Bahnhof, Lagerhaus, Tankstellen und eine Lebensmittelfirma evakuieren“, teilte Abschnittsfeuerwehrkommandant Eduard Kammerer der APA mit. Dürnkrut zählt etwa 2.100 Einwohner.

Laut Kammerer war der aufgeweichte Damm gegen 3.30 Uhr auf etwa 100 Metern Länge geborsten. In der Früh liefen Bemühungen der Hilfsmannschaften, das Wasser entlang der B49 aufzuhalten. Eine klare Aussage des Abschnittsfeuerwehrkommandanten gab es die Reparatur des Dammes betreffend: Daran sei vorerst nicht zu denken, das sei derzeit „nicht möglich“.

Die Evakuierungen in Dürnkrut liefen seit den frühen Morgenstunden. Möglichkeiten zur Unterbringung bestanden u.a. in Schulen, so Kammerer. Der Wasserstand der March beträgt laut Feuerwehr etwa fünf Meter. In der Nacht auf Montag war der Pegel wieder leicht angestiegen, teilte der Hydrographische Dienst des Landes auf Anfrage mit.

Feuerwehr, Bundesheer und Polizei brachten die Menschen aus den Häusern und versuchten die Wertgegenstände zu retten. Viele wurden aus dem Schlaf gerissen. „Die haben den Sirenenalarm nicht gehört“, so ein Feuerwehrmann.

Notstand in Tschechien: Die Regierung in Tschechien rief am Abend des 2. April 2006 nach einer Sondersitzung den Notstand für den Kreis Usti nad Labem und sechs weitere Regionen aus. Besonders betroffen ist der mährische Kreis Olomouc (Olmütz). Der Notstand gelte zunächst bis zum 10. April, sagte Ministerpräsident Jiri Paroubek. Der Sozialdemokrat kündigte an, dass sich der Krisenstab künftig täglich treffe.
Zudem schloss Paroubek eine Verschlimmerung der Situation durch die zu erwartende Schneeschmelze nicht aus. „Die momentan sinkenden Pegelstände an einigen Orten könnten nichts Anderes sein als die Ruhe vor dem wirklichen Sturm“, warnte der Regierungschef.
In Tschechien stieg unterdessen die Zahl der Hochwassertoten auf sieben. Nahe der ostböhmischen Gemeinde Dlouha Trebova sei ein 78-Jähriger ertrunken aufgefunden worden, meldete die Nachrichtenagentur CTK am Sonntag. Landesweit stiegen die Pegel vieler Flüsse weiter.
In der nordböhmischen Stadt Usti nad Labem wurden für die nach Sachsen strömende Elbe am Abend etwa 8,60 Meter gemessen, normal sind zwei Meter.

Unterdessen stellten sich die Anrainerländer der Donau ebenfalls auf steigende Fluten ein. In Ungarn wurden bis Sonntagabend 225 Menschen vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht, davon mehr als 60 in Budapest. In der Hauptstadt erreichte der Wasserstand 8,20 Meter. Am Montag wird ein Pegelstand von 8,60 Meter erwartet. Am Donauknie im Norden des Landes waren vereinzelt kleinere Ortschaften von den Fluten eingeschlossen und mussten mit Booten versorgt werden.

ORF

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert