Hochwasser am Balkan – Wettlauf gegen die Zeit
Balkan: In einem Wettlauf gegen die Zeit haben sich Rettungsmannschaften auf dem Balkan um eine rasche Reparatur der beschädigten Deiche an der Donau bemüht. Tausende von Hilfskräften waren am Samstag, dem 22. April 2006, in den Hochwassergebieten in Rumänien, Bulgarien, Serbien-Montenegro und Ungarn im Einsatz. Eine Entspannung zeichnet sich aber noch nicht ab.
Allein in Rumänien wurden mehr als 5500 Personen evakuiert, wie das Innenministerium in Bukarest mitteilte. Demnach hat die Flut bereits 3500 Häuser und Bauernhöfe in 147 Gemeinden entlang des zweitgrössten europäischen Flusses zerstört. In der südlichen Stadt Bechet wurden von einem Helikopter Sandsäcke abgeworfen, um Löcher im Deich zu stopfen. Die Ortschaft Rast weiter stromaufwärts wurde überflutet. Mehr als 1000 Einwohner wurden in Zelten der Armee untergebracht.
Jagdgebiet überschwemmt: In der Region Calarasi wurden nach Behördenangaben rund 9000 Hektaren eines ausgewiesenen Jagdgebiets überschwemmt. Tausende von Wildtieren suchten auf einem kleinen Hügel Zuflucht. «Ich habe Füchse, Kaninchen, Fasane und Wildschweine alle am selben Ort gesehen», sagte der örtliche Jagdvorsteher Liviu Coman dem Fernsehsender Realitatea TV. Nach seinen Angaben wollen die Behörden am kommenden Dienstag versuchen, die Tiere in sicherere Regionen zu geleiten.
Deiche sind aufgeweicht: In Bulgarien bemühten sich die Einsatzkräfte ebenfalls, die Deiche an der Donau zu sichern. In der nordwestlichen Hafenstadt Vidin verlangsamte sich zwar der Anstieg des Hochwassers. Dennoch bestand weiterhin die Gefahr, dass die aufgeweichten Dämme brechen könnten. In der bis anhin am schwersten betroffenen Stadt Nikopol blieb die Lage ebenfalls äusserst kritisch. Auch in Teilen Serbiens und Ungarns war die Überschwemmungsgefahr noch nicht gebannt. Mehrere Ortschaften standen weiterhin unter Wasser. Im Grenzgebiet zwischen Rumänien und der Ukraine stieg der Pegel der Donau weiter an. Die Hafenstädte Reni und Ismajil standen bereits unter Wasser. Ebenso führte in der Ukraine der Dnjepr Hochwasser.
