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Großbrand auf Istanbuler Airport: Feuer durch Sabotage ausgelöst?

Istanbul: Nach dem Großbrand auf dem Atatürk-Flughafen am 24. Mai 2006 wird nun über die Ursachen gerätselt. Aus Sicht der Behörden könnte der Brand durch Schweißarbeiten ausgelöst worden sein – Hinweise auf einen Terrorakt gebe es keine. Die Nachrichtenagentur Fitar berichtet indes von einem mutmaßlichem Bekennerschreiben. Eine kurdische Terrorgruppe habe sich demnach für das Feuer verantwortlich gezeichnet und weitere Sabotageakte ankündigt.

Der Brand auf dem Istanbuler Atatürk-Flughafen könnte auf einen Sabotageakt zurückzuführen sein. Eine bewaffnete kurdische Gruppe habe sich Mittwochabend mittels E-Mail dazu bekannt, wie die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat berichtete. Die Behörden gehen indes davon aus, dass das Feuer durch Schweißarbeiten ausgelöst wurde, wie der Fernsehsender CNN-Türk unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur von Istanbul, Vedat Muftuoglu, meldete. Hinweise auf einen Terroranschlag gebe es laut Muftuoglu keine. Zuvor wurde auch ein Kurzschluss als möglicher Auslöser nicht ausgeschlossen.
Die Sabotage sei eine Antwort auf die Massaker des türkischen Staates gegen die Kurden, zitierte nun Firat aus dem Schreiben der Kurdischen Freiheitsfalken (TAK). Zudem würden die Aktionen fortgesetzt, bis „die Vernichtung der Kurden durch den türkischen Staat aufhört, hieß es weiter.
Die TAK ging aus der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hervor. Sie hat den Türkei-Tourismus als ihr Hauptangriffsziel benannt und sich bereits zu mehreren Anschlägen bekannt. Beim blutigsten Attentat waren Mitte vergangenen Jahres im westtürkischen Badeort Kusadasi fünf Menschen getötet worden, darunter ein Brite und eine Irin.

Brand im Frachtbereich: Bei dem Großbrand auf dem internationalen Flughafen von Istanbul erlitten nach offiziellen Angaben drei Menschen Rauchvergiftungen. Das Feuer brach am Mittwoch gegen 14.30 Uhr MESZ im Frachtbereich von Terminal C des Flughafens aus.
Der türkische Sender NTV berichtete am späteren Nachmittag unter Berufung auf das Verkehrsministerium, der Brand sei mittlerweile unter Kontrolle. „Es hat keine Todesopfer gegeben, aber wir haben einen großen Sachschaden erlitten“, so der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler.

Schwarze Rauchwolken über Istanbul: Im türkischen Fernsehen waren lodernde Flammen und dicke schwarze Rauchwolken zu sehen, die in den Himmel über der größten Stadt des Landes stiegen. Die Feuerwehr setzte im Kampf gegen die Flammen auch Löschflugzeuge ein.
Der Fracht-Bereich liegt etwa einen Kilometer von den Hauptpassagierhallen entfernt. Der Passagierbetrieb konnte weitergeführt werden, allerdings kam es zum Teil zu erheblichen Verspätungen.
Eine Maschine der Austrian Airlines, die am Nachmittag auf dem Weg in die Türkei war, landete gegen 16.00 Uhr sicher auf dem Flughafen in Istanbul, teilte Patricia Strampfer, eine Pressesprecherin der Austrian Airlines, der APA mit.

Berichten eines türkischen Fernsehsenders zufolge wurde die Stromversorgung durch den Brand in Mitleidenschaft gezogen. Passagiere hätten den Meldungen zufolge von Hand eingecheckt werden müssen. Der Atatürk-Flughafen von Istanbul ist das wichtigste Drehkreuz für die In- und Auslandsflüge in der Türkei.

Österreichischer Rundfunk

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