Mix

Österreich: Rettung und Feuerwehr für Befreiung der Studiengebühren

Nö: Die nö. Freiwilligenorganisationen befürworten den Vorstoß aus der Steiermark, dass der Einsatz von Studenten in ihren Reihen die Studiengebühr ersparen soll. Offen ist allerdings die organisatorische Umsetzung dieser Idee.

Etwa 1.200 Studenten sind derzeit bei den niederösterreichischen Feuerwehren aktiv. Würde dieses freiwillige Engagement die 360 Euro Studiengebühren im Semester ersparen, wäre das sogar für weitere Studenten ein Anreiz, sagt Landesfeuerwehrkommandant Josef Buchta. „Es ergeben sich dadurch natürlich neue Berufsfelder. Wenn man bedenkt, dass man in der Studienzeit verschiedene Lehrgänge bei uns in der Feuerwehrschule besuchen kann, dann ergibt sich natürlich ein sehr großes Berufsfeld für künftige Feuerwehrärzte, Feuerwehrtechniker und Feuerwehrjuristen. Wir können als Feuerwehr nur davon profitieren.“

Grundsätzlich positiv wird der Vorschlag bei anderen Organisationen bewertet, beim Blasmusikverband genauso wie bei den Rettungsorganisationen. Präsident Willi Sauer vom Roten Kreuz NÖ meint, das freiwillige Engagement von Studenten biete sich vor allem für Zivildiener an. Denn diese hätten bereits eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht. Offen sei allerdings die Bezahlung. Auf diese Problematik weist auch der Arbeitersamariterbund (ASBÖ) hin. Es handle sich hier ja nicht um eine klassische Freiwilligenleistung, meint ASBÖ-Sprecher Christian Fink. Der Dienst sei eine bezahlte Arbeitsleistung, die mit sechs Euro pro Stunde bewertet werde. Die Verrechnung und vor allem die Versicherung der Studenten müsse geklärt werden.

ORF Niederösterreich

Hinweis von Fire-World: Diese Thematik wird bereits seit einiger Zeit – also noch bevor es medienwirksam wurde – im Fire-World-Forum diskutiert. Zur Diskussion im Forum

Bericht von ORF-Steiermark:

Mit Parteibuch zur Befreiung?
Feuerwehr, Kirche, Blasmusik und Bergrettung fordern, dass ihre studierenden Mitarbeiter keine Studiengebühren zahlen sollen. Für ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer stellt sich das Problem in der Frage, welche Gruppierungen befreit werden sollen. Dass Studenten, die bei der Feuerwehr oder beim Roten kreuz arbeiten, auch noch Studiengebühren zahlen müssen, sei unfair, kritisieren die Einsatzorganisationen – diese Studenten leisteten ja schon weit mehr als die geforderten 60 Stunden, um von der Studiengebühr befreit zu werden. Für Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) ist die Kritik der Einsatzorganisationen ein willkommener Anlass, noch einmal gegen die Studiengebühren zu wettern:

„Es zeigt ja nur, wie unausgegoren dieser Vorschlag war und ist. Das heißt, der, der die Geister gerufen hat, wird sie jetzt auch wieder beruhigen und einfangen müssen. Diese Frage der Sozialarbeit hätte man wirklich ausführlicher diskutieren müssen – das ist meine Kritik, das bleibt meine Kritik.“ Unterstützung können die Einsatzorganisationen vom steirischen Landeshauptmann dennoch nicht erwarten – die Studiengebühren müssten nämlich generell abgeschafft werden, sagt Voves. Wenn man nur die Studenten befreit, würde man die Ehrenamtlichkeit in Einsatzorganisationen völlig untergraben und etwa Lehrlinge benachteiligen, deren Eltern ebenfalls für die Ausbildung zahlen müssen, so Voves.

Landeshauptmann-Stellvertreter Schützenhöfer sagt, er bekenne sich dazu, dass man sich mit Sozialarbeit von der Studiengebühr befreien kann. Ihm sei wichtig, dass es eine gerechte Regelung gibt. „Ich kann mir vorstellen, dass die Regierung hier einen Katalog erarbeitet, welche Gruppierungen sind da dabei. Aber die gesamte Freiwilligkeit wird dann schwierig, weil man ist ja auch freiwillig Parteimitglied. Man könnte das dann ja auch auf die Junge ÖVP und die Junge SPÖ ausdehnen. Da wird es sehr, sehr schwer, Grenzen zu finden“, so Schützenhöfer. Hier müsse man schon aufpassen, sagt Schützenhöfer.

ORF Steiermark

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert