Schweiz: Neun von 10 Schweizer würden selber löschen, statt Feuerwehr rufen
Schweiz: Die meisten Schweizer unterschätzen die Gefahr, die von einem Brand ausgeht. Laut einer Umfrage würden neun von zehn Personen versuchen, ein Feuer selber zu löschen, bevor sie die Feuerwehr alarmieren.
Jeder fünfte Schweizer hat bereits Erfahrung mit Bränden gemacht, wie die im Auftrag der Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) bei 1043 Personen durchgeführte Befragung ergab. Bei 12 Prozent brannte es gar schon zu Hause. Die meisten Brände sind auf Kerzen und Haushaltgeräte zurückzuführen. Trotz der Erfahrung würden sich viele Schweizer im Brandfall riskant verhalten, schreibt die BfB in einem Communiqué. Neun von zehn Befragten gaben an, einen kleinen Brand selber löschen zu wollen, bevor sie die Feuerwehr rufen. Die Alarmierung der Nachbarn im gleichen Haus hat für die meisten bloss dritte Priorität.
Aus Sicht der Brandverhütungsexperten ist dies problematisch. Die korrekten Verhaltensregeln im Brandfall lauten nämlich: Alarmieren, Retten, Löschen. Immerhin kennen gut zwei Drittel der Befragten die Nummer der Feuerwehr, in der Romandie gar 81 Prozent. Die Angst vor einem Feuer im eigenen Heim ist laut der Umfrage grösser als jene vor einem Einbruch. In der Frage gebe es aber interessante regionale Unterschiede, schreibt die BfB. Die Innerschweizer etwa sehen überproportional häufig Unwetter- und Wasserschäden als Gefahrenquellen.
Die Hälfte der Basler befürchtete, dass es bei ihnen ein Erdbeben geben könnte. Da die Umfrage im Januar durchgeführt wurde, dürfte dies eine Folge der vom Geothermie-Projekt hervorgerufenen Erdstösse sein. Zürcher wiederum fürchten Einbruchdiebstähle gleich stark wie Feuer.
