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Oö: Schiffsführerweiterbildung im Bezirk Urfahr-Umgebung

Landshaag (Oö): 43 Schiffsführer des Bezirkes Urfahr-Umgebung pflügten am 20. und 21. Juli mit ihren Booten Bugwellen in die Donau bei Landshaag.

Freitag Mittag – Die Ruhe vor dem (An-)Sturm
Die Kameraden der FF Landshaag haben ihr Bootshaus für die nächsten beiden Tage vorbereitet. Die unmittelbare Nähe zur Donau liefert perfekte Gegebenheiten für eine optimale Durchführung. Kurze Wege zum Hafen, alle Distanzen sind zu Fuß in weniger als 3 Minuten zurückzulegen. Um 14.00 Uhr treffen 43 Schiffsführer mit ihren Fahrzeugen – Schlauchboote, Motorzillen und A-Boote – am Übungsgelände ein.

Zu Beginn – Knoten
Nach einer Begrüßung durch den zuständigen AFKDT BR Dr. Wolfgang Kronsteiner und Ausbildungsleiter Ing. Klaus Thallinger geht´s sofort ran an die Sache. Als kurzweiligen Einstieg in die Materie werden die Knoten wiederholt, die später bei den einzelnen Stationen benötigt werden…

Anlegen
Gleich bei der ersten Station zeigt sich, dass dieses Gelände hervorragende Voraussetzungen für eine Weiterbildung bietet: Anlegen an Kaimauern, Steganlagen, Uferverbauungen und im Hafenbereich zwingen den Schiffsführer ständig auf Strömung, Kehrwasser, stehendes Wasser, Untiefen, Sandbänke zu reagieren. Unbekanntes Ufer erfordert den Einsatz von Sondierstangen, damit die Schraube heil bleibt.

Ankern, Bojen setzen
Besonders beim Setzen von Ölsperren ist es notwendig, Bojen punktgenau zu setzen. Die Bootsbesatzungen bereiten den Anker mit Kette, Bojenseil und der Boje griffbereit vor. Die Verbindungen werden noch ein letztes Mal kontrolliert und auf das Kommando des Schiffsführers wird der Anker geworfen. Die Boje hält und das am richtigen Platz. Das Ausbildungsziel ist erreicht.

Aktivpause
Dazwischen werden die Pausen genützt, um die Bootsbeatzungen auf die nächsten Stationen vorzubereiten.

Mann über Bord, Taucher
Die Taucher der „Gebirgsmarine“ der FF St.Martin im Mühlkreis sind Mittelpunkt dieser Station. Mit einem Neoprenanzug ausgerüstet springen sie in voller Fahrt aus dem Boot. Sofort reagiert der Schiffsführer. Er zieht eine enge Schleife aus dem Gefahrenbereich. Er fährt zum „Opfer“, die Besatzung nimmt es über die Bugklappe, oder über die Bordwand auf. Beim zweiten Teil lernt der Kapitän das richtige Verhalten, wenn Taucher im Wasser sind. Das Boot steht außerhalb des Gefahrenbereiches in der Strömung. Die Luftblasen werden genau beobachtet. Die Verbindungsleine ist gespannt. So werden die Leinenzeichen weitergegeben. Der Taucher kommt wieder an die Oberfläche. Alles O.K. Die Besatzung hilft ihm ins Boot. Station beendet.

Einfangen von Treibgut, Schleppen von Fahrzeugen
Hier werden große Kunststofffässer aus dem Wasser geborgen. Das schaut einfacher aus, als es ist. Ein falsches Manöver und das Treibgut schwimmt am Boot vorbei. Alle ausgeworfenen Fässer werden jedoch gesichert und eingefangen. Ein Boot simuliert einen Motorausfall. Die Helfer sind rasch zur Stelle. Damit der Abtransport als „Koppelverband“ auch manövrierfähig bleibt, werden die beiden Boote entsprechend miteinader verbunden. Nach einiger Übung gelingen auch Anlegemanöver mit diesem Verband perfekt. Auch der anwesende BFKDT OBR Manfred Mayrhofer kann sich davon überzeugen.

Manöverfahren, Nachtfahrt
Beim Manöverfahren steht das geordnete Zusammenarbeiten aller Boote im Vordergrund. In „Kiellinie“ fahren die Boote genau hintereinander. Ein Kiel folgt dem anderen. Nächstes Manöver: Buglinie. Hier fahren die Boote auf gleicher Höhe unmittelbar nebeneinander. Bei gleicher Geschwindigkeit und in geringem Abstand ist hier die volle Konzentration gefordert. 10 (!) Boote nebeneinander. Da wird die Donau schmal. Blitzlichtgewitter von der Promenade in Aschach begleitet uns. Die Übung findet Anklang. Das Donaukraftwerk Aschach kommt näher. Nach der Bergschleusung wird die Bedienstelle der Schleusenanlage besichtigt. Die Erklärungen der Schleusenaufsicht sind besonders interessant. Gemeinsam mit zwei Fahrgastschiffen überwinden wir wieder die 16m Fallhöhe dieses Kraftwerkes zu Tal. Inzwischen ist es stockfinster und die Schiffsführer konzentrieren sich bei der Nachtfahrt in Kiellinie genau auf das Hecklicht des vorausfahrenden Bootes. Nach dem Einrücken in den Hafen und dem Versorgen der Fahrzeuge tauschen die Seebären ihre Eindrücke aus. Müde kriechen alle in die Feldbetten.

Einsatzübung
Nach einem Haubenfrühstück – Danke an die FF Landshaag – beginnt der Vormittag. „Brand auf einem Schubleichter“ lautet die Übungsannahme. Ein Boot wird fix mit dem Übungsobjekt verankert. Die Mannschaft baut eine Leiter auf. So wird der Höhnunterschied von annähernd 3m überwunden. Das nächste Boot legt als schwimmende Wasserentnahmestelle direkt daneben an. Mit der TS wird Löschwasser über den Ansaugstutzen gefördert. Ein weiteres Boot übernimmt den Personen- und Gerätetransport. Nichts darf in den Löschfahrzeugen an Land vergessen werden. Sonst sind vermeidbare Leerfahrten notwendig. Plötzlich Aufregung. Zwei Mann treiben in der Donau. Kein Problem für die Besatzungen der Schlauchboote. Sie wurden in sicherer Entfernung als Rettungsboote bereitgehalten.

Jetzt ist jedem klar, warum. Nach der eigentlichen Übung wird der Schubleichter besichtigt. Die Bedienung der Ankerwinde und der vorhandenen Seilwinden werden erklärt. Der Abstieg in den Wallgang, den Hohlraum zwischen Außenhaut und Laderaum des Schiffes, wird ebenfalls besichtigt. Zum Abschluss befestigen die Besatzungen noch ein B-Strahlrohr auf der Bugklappe zweier A-Boote. Als Feuerlöschboote bekämpfen sie einen angenommenen Waldbrand vom Wasser aus. Aufgrund des Rückstoßes durch das B-Rohr muss dieses genau in Fahrtrichtung ausgerichtet sein, da sonst die Richtung nur sehr schwer gehalten werden kann. Auch diese Übung gelingt perfekt.

Erkenntnisse
Zwei Tage Intensivschulung sind für dieses Programm ideal. Der erste Teil ist eine Wiederholung der Grundmanöver, die von den Bootsbesatzungen beherrscht werden müssen. Im zweiten Teil erfolgt die Umsetzung in Einsatzübungen. Die Mitarbeit der Besatzungen war hervorragend. Ausbilder und Teilnehmer motivierten sich gegenseitig. Die Infrastruktur war bei der FF Landshaag perfekt gegeben. Der Lagerplatz ließ keine Wünsche offen. Die Versorgung klappte hervorragend. Die Teilnehmer sind sich einig: Diese Veranstaltungsreihe muss weitergeführt werden. Das Konzept für nächstes Jahr liegt schon griffbereit in der Schublade.

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