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Griechenland: 15 Waldbrandtote (2 Fw-Leute) an einem Tag – Keine Lufthilfe!

Griechenland: Wieder wüten in Griechenland, Portugal und Italien riesige Waldbrände. Allein auf der griechischen Halbinsel Peloponnes kamen am Freitag, dem 24. August 2007, mindestens 15 Menschen in den Flammen ums Leben, in Italien ist ein weiteres Opfer zu beklagen.

Innerhalb nur eines Tages bekam es allein die Feuerwehr in Griechenland mit mindestens 170 neuen Brandherden zu tun. Hilfe aus der Luft ist wegen der starken Sturmböen kaum möglich. Und wie schon bisher muss vermutet werden, dass die meisten Großfeuer das Werk von Brandstiftern sind.

Hunderte neue Brandherde: Naturschützer sprechen von einer historischen Krisensituation.Eine neue Welle von Waldbränden hat die griechische Halbinsel Peloponnes erfasst. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte im Fernsehen: „Insgesamt brachen in zwölf Stunden 170 große Brände aus. Wir kämpfen, um die Ortschaften zu schützen. Die Winde sind aber zu stark.“ Mindestens 15 Menschen kamen am Freitag, 24. August 2007, in den Flammen ums Leben. Zwei Opfer wurden vor einer Pension der Ortschaft Areopolis von den Flammen erfasst. Feuerwehrleute entdeckten später zwei weitere Tote auf einem Hang in der Nähe der Pension. Zwei der Opfer sind französische Touristen.

„Lage ist dramatisch“ Auch zwei Feuerwehrmänner kamen bei dem Brand in Areopolis ums Leben. „Die Lage hier in Areopolis ist dramatisch“, sagte der Chef der örtlichen Feuerwehr, Nikos Petas, im Fernsehen. Dutzende Menschen wurden mit Atemwegsbeschwerden in Krankenhäuser gebracht.

In eigenen Autos verbrannt: Mindestens sechs weitere Menschen kamen ums Leben, als sie laut der Feuerwehr in ihren Autos in der Nähe der Ortschaft Komotheika am westlichen Peloponnes von den Flammen eingeschlossen wurden. Das dortige Feuer forderte außerdem drei weitere Todesopfer.

Auch an anderen Stellen auf der Halbinsel Peloponnes brachen am Freitag Waldbrände aus. Zahlreiche Dörfer mussten evakuiert werden. Dutzende Häuser wurden beschädigt. Ein Großbrand tobte nahe der südgriechischen Hafenstadt Kalamata.

Löschflüge durch Wind kaum möglich: In den Präfekturen Messenia und Lakonia wurde der Notstand erklärt. Laut TV-Berichten wurden Feuerwehrleute aus anderen Regionen in das Krisengebiet abkommandiert. Sturmböen von über 100 km/h behinderten den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern.
Auch nahe der Stadt Sparta im Südosten der südgriechischen Halbinsel sowie nahe Tripolis brannte es. Die Straße zwischen Kalamata und Sparta musste gesperrt werden. Dicke, schwarzbraune Rauchwolken waren kilometerweit zu sehen und zogen über den Golf von Messenien.

Albanien bittet Griechen um Hilfe: Auch im benachbarten Albanien gibt es Dutzende Brände. Die Regierung in Tirana habe Griechenland um Hilfe gebeten, berichtete ein Feuerwehrsprecher. Auch in Portugal und Süditalien konnten die gewaltigen Waldbrände bis Freitag nicht gelöscht werden.

In Sizilien, Kampanien, Kalabrien und Apulien, wo die Temperaturen wieder bis auf 38 Grad stiegen, mussten Feuerwehr und Armee allein am Donnerstag zu insgesamt 519 Einsätzen bei Waldbränden ausrücken. 234 davon wurden laut Medienberichten allein auf Sizilien gezählt. Ein Mann starb im Feuer.

Helfer fanden Leiche: Ein 83-jähriger Pensionist kam in der Nähe der süditalienischen Stadt Potenza ums Leben, nachdem die Bäume seines Landgutes Feuer gefangen hatten. Der Mann war wegen des starken Rauchs ohnmächtig geworden und verbrannte, berichteten die Rettungsmannschaften, die die Leiche entdeckt hatten.

Verletzte nach Panik in Ort bei Palermo: „Eine Krise solchen Ausmaßes hat es noch nie gegeben“, sagte Michele Candotti, Chef von WWF Italia. Im Ort San Martino delle Scale bei Palermo kamen die Flammen am Freitag den Häusern immer näher. Panik brach aus. Die Feuerwehr sprach von zahlreichen Verletzten.
Bei Messina tobten gleich zehn verschiedene Waldbrände. Mehrere Autobahnen mussten vorübergehend gesperrt werden. In diesem Sommer sind in Italien bisher rund 90.000 Hektar Wald in Flammen aufgegangen. Im Vergleich zu 2006 nahmen die Brände um 40 Prozent zu.

Kosten von einer Mrd. Euro pro Jahr: Italien ist in Europa jenes Land, in dem in diesem Sommer die meisten Brände gemeldet wurden. Elf Menschen kamen in den Feuern ums Leben. Die meisten Brände wurden offenbar absichtlich gelegt. Die Ausgaben des Staates zur Bekämpfung der Flammen belaufen sich jährlich auf eine Mrd. Euro.

Österreichischer Rundfunk

Bericht der Neuen Züricher Zeitung:
Von Sturmböen angefachte Waldbrände sind in Griechenland für zwölf Personen zu tödlichen Fallen geworden. Die Flammen gerieten im Peloponnes am Freitag außer Kontrolle und schlossen mehrere Ortschaften ein. Im 1000 Einwohner zählenden Städtchen Areopolis auf der Halbinsel Mani im südlichen Peloponnes kamen nach Angaben der Feuerwehr-Einsatzleitung sechs Personen ums Leben, im westlichen Peloponnes sechs weitere. In mehreren Regionen wurde der Notstand ausgerufen.

Fünf Personen wurden verbrannt bei einem Hotel am Rande von Areopolis im südlichen Peloponnes gefunden und ein Feuerwehrmann sei einem Herzinfarkt erlegen, hieß es. In der Nähe des Dorfes Komotheika im Westen verbrannten sechs Menschen bei der Flucht vor den Flammen in ihren Autos.
Wegen der Sturmböen konnten keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Neben Areopolis wurden mehrere Dörfer im südlichen Peloponnes wegen Busch- und Waldbränden evakuiert. Auch am Berg Taigetos im Nordwesten wurden drei Dörfer geräumt und der Notstand ausgerufen. Einwohner unterstützten mit ihren Gartenschläuchen die Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen. Drei Löschhubschrauber flogen bei jeder Gelegenheit Einsätze. Löschflugzeuge konnten auch hier wegen starken Windes nicht eingesetzt werden.

Neue Brände bei Athen: Neue Brände brachen am Freitag im Urlaubergebiet Lagonissi bei Athen und in Elefsina aus, wo sich eine der größten griechischen Ölraffinerien befindet. Mehrere Brände erzwangen die Schließung der Fernstrasse zwischen Kalamata und Sparta. Im westlichen Peloponnes waren mehrere Dörfer von Flammen eingeschlossen.
Insgesamt meldete die Feuerwehr den Ausbruch von 129 neuen Busch- und Waldbränden im von einer Hitzewelle ausgedörrten Griechenland. Die Feuerwehr konzentriere sich auf die Brände, die bewohnte Gebiete bedrohten. Bereits jetzt handelt es sich um einen der schlimmsten Sommer mit Waldbränden in Griechenland seit Jahren. Im Juni wurde der Großraum Athen hart getroffen.
Die italienische Polizei verhörte am Freitag vier Schafhirten wegen eines tödlichen Feuers auf Sizilien. Auch in Süditalien war die Feuerwehr weiterhin im Einsatz, um Dutzende von Bränden zu bekämpfen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Am Mittwoch hatten die Flammen eines seit Tagen lodernden Feuers ein Hotel bei Patt nahe der Hafenstadt Messina erfasst. Drei Menschen kamen ums Leben.

Neue Züricher Zeitung

Ausdehnung zum Katastrophenbrand:
Ausführliche Infos hier auf Fire-World zum August 2007 – Katastrophenfeuer in Griechenland

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