Übungen

Nö: FF Pottendorf: Vom Brandschutzplan über Lehrerunterweisung bis zur E-Übung

Pottendorf (Nö): Am 05.10.2007 wurde in der Volks- u. Hauptschule Pottendorf für den Ernstfall geübt. Aufgrund von diversen Zu- bzw. Umbauten und die dadurch resultierenden Änderungen in den Brandschutzplänen …

… sowie durch personelle Umstrukturierungen bei der Schulleitung, wurde in der Volks- u. Hauptschule Pottendorf seit längerer Zeit keine Einsatzübung abgehalten.

In einem Stufenplan wurde seit Mai 2007 gemeinsam mit der Gemeindeführung, der Schulleitung und der Freiwilligen Feuerwehr Pottendorf ein Konzept über das richtige Verhalten im Ernstfall erstellt. Nach Fertigstellung der neuen Brandschutzpläne für das Schulgebäude in der Johannes Heigl Gasse im Mai 2007 wurden mehrere Begehungen durchgeführt. Da die Ferien nahten und die Schulleitung der Volks- u. Hauptschule in Ihrem Konzept, das Thema „Verhalten im Brandfall“ als Schwerpunkt für den Schulbeginn im September 2007 im Unterricht eingeplant hatten, konnte die Sommerzeit sinnvoll für die Behebung der beanstandeten Mängel genutzt und die Brandschutzpläne adaptiert werden.
Noch während der Ferienzeit fanden mehrere Abstimmungsgespräche zwischen Gemeindeführung, Schulleitung und der Feuerwehr Pottendorf zwecks weiterer Vorgangsweise statt.

Anfang September begann nicht nur für die Schüler wieder der Ernst des Lebens, auch die Lehrer mussten im Lehrsaal des Feuerwehrhauses die Schulbank drücken. Nach einer theoretischen Einführung über die richtige Handhabung von Feuerlöschern wurde eine Brandsituation simuliert, wobei alle 38 Lehrkräfte mit ihren Direktorinnen den sachgemäßen und schnellen Umgang mit einem Feuerlöscher in der Praxis üben konnten.

Der zweite Teil der Schulung, welcher ausschließlich als Unterweisung diente, war dem richtigen Verhalten im Brandfall, die gesetzlichen Bestimmungen und die Erstellung einer Muster-Brandschutzordnung gewidmet.
Danach ging es Schlag auf Schlag. Die gemeinsam geplante Einsatzübung wurde bis in das kleinste Detail verfeinert und als Softübung definiert. Interne Evakuierungsübungen in der Schule wurden abgehalten.

Weiters wurde eine Abschlussbegehung mit den Kommandanten der Feuerwehren des Unterabschnittes Pottendorf, im Beisein mit dem Roten Kreuz Landegg durchgeführt. Am 05.10.2007 war es dann soweit. Um 09.15 Uhr heulte die schulinterne Sirene zwecks Evakuierung des Schulgebäudes.

Um 09.16 Uhr wurde die FF Pottendorf zu einem Brandverdacht in der Schule alarmiert. Beim Eintreffen um 09.20 Uhr wurde der Einsatzleiter bereits von einem Brandschutzbeauftragten beim Haupteingang der Schule erwartet, welcher
laut Übungsannahme starke Verrauchung im 2. Stockwerk und einige Verletzte bzw. eingeschlossene Kinder meldeten, wWorauf sich die Besatzung von Tank1 Pottendorf sofort mit schwerem Atemschutz ausrüstete und ein Trupp mittels Schnellangriffseinrichtung zur Erkundung und Brandbekämpfung und ein 2. und 3. Trupp zur Menschrettung eingesetzt wurden.

Ab jetzt ging alles sehr rasch und vor allem gleichzeitig, dadurch kann der weitere Ablauf nur auf Grund eines geführten Übungsleitstellentagebuches im Zeitraffer nachkonstruiert werden.

• 09.21 Uhr: Alarmierung der Feuerwehren Landegg, Siegersdorf, Wampersdorf und ALF- Schranawand (Atemluft-Kompressor)
• 09:21 Uhr: Alarmierung Rotes Kreuz
• 09:22 Uhr: Einrichten einer Einsatzleitstelle
• 09:22 Uhr: Meldung eines Beauftragten der Schule > alle Volksschulklassen komplett am definierten Sammelplatz eingetroffen
• 09:22 Uhr: Herstellen einer Wasserversorgung für Tank1 Pottendorf
• 09:23 Uhr: Meldung eines Beauftragten der Schule > bis auf eine Klasse mit 20 Schüler alle Hauptschulklassen am definierten Sammelplatz eingetroffen.
• 09:24 Uhr: Die ersten 3 Kinder wurden gerettet

• 09:25 Uhr: Eintreffen der FF-Landegg > Eingeteilt für Menschenrettung und Herstellung einer Wasserversorgung für Brandbekämpfung am Hintereingang über das Stiegenhaus 2 (Brandabschnitt 2) im Innenhof.
• 09:25 Uhr: Meldung eines Beauftragten der Schule > auch eine Lehrkraft ist abgängig
• 09:24 Uhr: 4 weitere Kinder konnten gerettet werden
• 09:25 Uhr: Eintreffen Rotes Kreuz
• 09:25 Uhr: 3 weitere Kinder wurden gerettet
• 09:26 Uhr: Einrichten eines Triage-Platzes durch das Rote Kreuz
• 09:26 Uhr: Einrichten einer Patientenübergabe und eines Einbahnsystem für einen reibungslosen Abtransport von verletzen Personen durch das Rote Kreuz.
• 09:26 Uhr: Eintreffen FF Siegersdorf -> Eingeteilt für die Errichtung eines Atemschutzsammelplatzes sowie Bereitstellung aller verfügbaren Atemschutzträger

• 09:26 Uhr: 4 weitere Kinder wurden gerettet
• 09:27 Uhr: Positionierung der Drehleiter Pottendorf beim Haupteingang zur Rettung von verletzen Kindern
• 09:28 Uhr: Eintreffen der FF Wampersdorf > Eingeteilt für Herstellung einer Wasserversorgung für die Brandbekämpfung am Hintereingang über das Stiegenhaus 1(Brandabschnitt 1) im Innenhof sowie Bereitstellung aller verfügbaren Atemschutzträger.
• 09:29 Uhr: Der vermisste Lehrer wurde gerettet
• 09:30 Uhr: 2 weitere gerettete Kinder konnten dem Roten Kreuz leicht verletzt übergeben werden.
• 09:31 Uhr: 2 weitere Kinder wurden mittels Drehleiter gerettet
• 09:32 Uhr: Befehl an alle verfügbaren Atemschutzträger, sich am Sammelplatz zu melden, da noch weitere Trupps für die Menschenrettung angefordert wurden.

• 09:33 Uhr: Meldung, dass bei einem AT-Trupp 2 Kameraden bei der Brandbekämpfung kollabiert sind (Übungsannahme) und das Gebäude nicht mehr aus eigener Kraft verlassen können.
• 09:34 Uhr: 2 weitere Kinder wurden mittels Drehleiter gerettet
• 09:34 Uhr: Meldung der Schulleitung, dass alle vermissten Personen gerettet sind.
• 09:34 Uhr: AT-Trupp von FF Wampersdorf wird für die Rettung der verletzten Feuerwehrkameraden eingesetzt.
• 09:35 Uhr: Eintreffen FF-Schranawand mit ALF (Atemluft-Kompressor) > Einteilung für AT-Flaschenfüllung beim AT-Sammelplatz
• 09:36 Uhr: Leichte Verwirrung über neuerliche Meldung eines verletzten Kameraden, diesmal handelte es sich über keine Übungsannahme. Ein Kamerad hatte sich eine leichte Verletzung zugezogen und wurde vom Roten Kreuz versorgt, wir wünsche ihm auf diesem Wege noch gute Besserung.
• 09:37 Uhr: AT-Trupp von der FF-Wampersdorf konnte zu den beiden verletzten Kameraden vordringen, welche über die Drehleiter gerettet wurden.

• 09:38 Uhr: Meldung > alle betroffenen Räumlichkeiten wurden nochmals abgesucht und es wurden keine weiteren Personen gefunden.
• 09:39 Uhr: Meldung vom Einsatzleiter, der Brand ist gelöscht und es sind keine weiteren Brandstellen und Glutnester vorhanden
• 09:40 Uhr: BRANDAUS
• 09:45 Uhr: kurze Lagebesprechung zwischen Einsatzleiter und der Einsatzleitstelle, zwecks Überprüfung des Übungsablaufes.
• 09:56 Uhr: BELÜFTUNG des Schulgebäudes

Im Anschluss versammelten sich im Beisein der Bezirksschulinspektorin Reg. Rat Frau Elisabeth Leopold, die beiden Direktorinnen Margit Sabary und Manuela Klenner, des Bürgermeisters Herrn Ing. Thomas Sabbata-Valteiner und alle Übungsteilnehmer zu einer Abschlussbesprechung, wobei ausführlich der Übungsverlauf besprochen und über mögliche Verbesserungen diskutiert wurde.
Anschließen lud die Gemeinde alle Beteiligten auf eine (Schul)-Jause im Schulhof ein!

Übungsziel: Durchführung einer Softübung für die Feuerwehren im Unterabschnitt Pottendorf mit Mitwirkung des Roten Kreuzes zwecks Ist-Standüberprüfung der gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen über das richtige Verhalten in der Volks- u. Hauptschule Pottendorf im Brandfall.
Um die definierten Übungsszenarien auch im Ernstfall anzuwenden, wurde insbesondere auf folgende Punkte geachtet:
• Evakuierung der Schule durch das Lehrpersonal
• Kommunikation zwischen Feuerwehr und Schulleitung
• Zufahrten der Einsatzfahrzeuge
• Ablauf Patientenübergabe
• Kommunikation zwischen Rotes Kreuz und Feuerwehr
• Einrichten eines Einbahnsystems für Einsatzfahrzeuge
• Einrichten einer Wartezone für Einsatzfahrzeuge
• Kommunikation mit Einsatzleitstelle
• Führen eines genauen Einsatztagebuches
• Vorsehen eines Abgrenzungsbereichs für Medien, Eltern, Psychologische Betreuung,…..
• Vorsehen eines Hubschrauberlandeplatzes

Fazit: Aufgrund der intensiven Vorbereitungen aller Beteiligten kann man den Ausgang der Übung als sehr erfolgreich bezeichnen. Wir sind uns natürlich unserer Verantwortung bewusst und werden gemeinsam weiter daran arbeiten sowie Mängel aufzuzeigen und deren Behebung voranzutreiben.

Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr möchte sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei den beiden Direktorinnen, für die gute Zusammenarbeit bedanken und freut sich auf die konstruktive Weiterführung des definierten Stufenplanes!

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