Technisch

Nö: Schnee-Chaos auf der A 21 -> 4.000 Fahrzeuge steckten fest (Bildbericht)

Niederösterreich: Der Winter hat Niederösterreich mit voller Wucht getroffen- vor allem die Autofahrer. Seit mittlerweile 13 Stunden (seit Abend des 15.11.2007) ist die A21 komplett gesperrt. 4.000 Fahrzeuge waren eingeschneit. Erst nach 19 Stunden war der Spuk vorüber.

40 Zentimeter Neuschnee hat es im Wienerwald in der vergangenen Nacht geschneit. In Alland wurden zwei Notquartiere für die Autoinsassen eingerichtet, das Rote Kreuz versorgt die Autofahrer in ihren Fahrzeugen mit Decken und heißem Tee.

Lkw blockieren nach wie vor die A21: Nach wie vor blockieren unzählige Lkw die A21, die Außenringautobahn. Die Feuerwehr kommt mit dem Abschleppen der Fahrzeuge kaum nach. Denn kaum wird eine Fahrspur frei, kommt schon der nächste Lkw und stellt sich im Schneetreiben quer. Die Feuerwehr kann derzeit nur Fahrzeug für Fahrzeug von der Autobahn entfernen. Erst dann ist an eine Schneeräumung zu denken. Wie lange das noch dauern wird, traut sich momentan niemand abzuschätzen.

Undisziplinierte Fahrer behindern das Räumen: Während viele Autofahrer der ASFINAG die Schuld an dem mittlerweile 13-stündigen Verkehrschaos geben, sprechen die Einsatzkräfte und die ASFINAG von schlecht ausgerüsteten und undisziplinierten Autofahrern. Nach Augenzeugenberichten haben viele Autofahrer ihre Nerven verloren und vergeblich versucht aus dem Stau auszubrechen. Andere wiederum haben einfach ihre Fahrzeuge stehen gelassen, was nun die Aufräumarbeiten zusätzlich erschwert.

„Schichtwechsel“ in den Notquartieren: Mittlerweile gibt es nicht nur bei den Einsatzkräften einen Schichtwechsel, auch diejenigen, die sich in den Notquartieren aufgewärmt haben, sind zu ihren Autos zurückgekehrt. Im Gegenzug werden nun andere Autofahrer in den Notunterkünften versorgt.

Update – 9.40 Uhr, 16.11.2007

Rettungskräfte pausenlos im Einsatz: Seit mehr als 13 Stunden sind die Rettungskräfte, sei es Feuerwehr, Rettung, Pannenhilfe, Polizei pausenlos im Einsatz. Die Autofahrer werden in zwei Notaufnahmestellen versorgt.
In den frühen Morgenstunden des 15. November 2007 waren 100 Menschen in der Notaufnahmestelle in der Volksschule Alland untergebracht. Mit jeder Minute werden es mehr, denn der Hunger und die Kälte sind oft kaum auszuhalten. Dennoch: viele Autoinsassen verlassen nur ungern ihr Auto, sagt Rot-Kreuz-Einsatzleiter Claus Mayer:

Autofahrer wollen das Auto nicht verlassen: „Die Autofahrer wollen sehr lange das Auto nicht verlassen, vor allem wenn sie alleine im Fahrzeug sind. Wir haben einen Pendelverkehr, quasi einen Kreisverkehr eingerichtet, wo wir immer wieder die Autobahn abfahren und immer wieder fragen, ob wer mitkommen möchte, und da dauert es sehr lang, bis sie überredet werden können. “ „Sie kommen meist dann, wenn der Sprit im Fahrzeug ausgeht und die Heizung nicht mehr funktioniert oder wenn der Hunger doch zu groß wird. Manche haben das auch geteilt, dass eine Person der Familie beim Fahrzeug bleibt – falls der Stau sich doch etwas lockern sollte, der andere teil – meist Frauen mit den Kindern, haben wir dann in die Versorgungsstationen gebracht.“

Menschen kommen mit Unterkühlungen: Die Menschen kommen mit leichten Unterkühlungen oder einfach mit Hunger und Durst in die notaufnahmenstellen. Die Kinder und viele Erschöpfte schlafen sich in den Notunterkünften aus, sagt, Claus Mayer. Zum Teil müssen Menschen auf der Autobahn mit medikamenten, wie Insulin verosrgt werden. Schlimme gesundheitliche Probleme bei den im Stau festsitzenden Fahrern habe es noch nicht gegeben, so Mayer.

ORF Niederösterreich
Filmbeitrag ORF-News

Update – 14.30 Uhr, 16.11.2007
Nach einer Sperre von 19 Stunden(!) konnte die A21 gegen 14.30 Uhr des 16. November 2007 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Fire-World-Forum: Diskussion der Thematik

Bericht der Feuerwehr:
Nach dem es in den Abendstunden, des 15. November 2007, im Osten von Österreich zu starken Schneefälle kam, dauerte es nicht lange bis es wieder einmal auf der der A21 hieß „nichts geht mehr“.

Schneefälle sorgen wieder einmal für ein Verkehrschaos auf der A21 der Wiener Außenringautobahn. Nach dem es in den Abendstunden, des 15. November 2007, im Osten von Österreich zu starken Schneefälle kam, dauerte es nicht lange, bis es wieder einmal auf der der A21 hieß „nichts geht mehr“.

Zusätzlich gab es im Bezirk Baden (Bereich zwischen Heiligenkreuz und Klausen Leopoldsdorf) eine Baustelle, wobei in Fahrtrichtung St. Pölten nur zwei Fahrspuren (eine auf der regulären Richtungsfahrbahn und eine weitere auf der Richtungsfahrbahn Wien geführte Kollektorspur) zur Verfügung standen.

Und wieder einmal waren viele Fahrzeuglenker (vorwiegend Lkws aber auch zahlreiche Pkws) ohne Winterreifen oder Schneeketten unterwegs. Innerhalb kürzester Zeit baute sich dann ein Stau in beiden Richtungsfahrbahnen mit einer Gesamtlänge von fast 21 km auf.

Die Wiener Außenringautobahn (A21) wurde zwischen dem Knoten Steinhäusl und Vösendorf in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Die ersten freiwilligen Feuerwehren aus dem Bezirk Baden wurden gegen ca. 19:45 Uhr alarmiert und eine Einsatzleitung aller Einsatzorganisationen direkt bei der Autobahnmeisterei Alland eingerichtet. Die Hauptaufgabe der Feuerwehr war, die hängen geblieben Lkws und Pkws frei zu schleppen bzw. auch aus Straßengräben zu bergen.

Im Bereich Knoten Steinhäusl bis Hochstrass wurde auch mit den Einsatzkräften aus dem Bezirk St. Pölten zusammen gearbeitet. Aber auch die im Einsatzabschnitt des Bezirk Mödling standen zahlreiche freiwillige Feuerwehren zwischen Brunn am Gebirge und Heiligenkreuz auf der A21 im Dauereinsatz.

Da der Schneefall nicht nachließ, spitze sich die Lage immer mehr zu. In weiterer Folge gab es auch für die Einsatzfahrzeuge fast kein Durchkommen mehr. Immer wieder stellten sich Lkws und Pkws quer und blockierten somit bereits schon geräumte Bereiche bzw. Fahrstreifen. Somit standen auch Schneepflüge, Fahrzeuge von Abschleppdiensten und Einsatzfahrzeuge der Polizei, Rettung und Feuerwehr im Stau. Da schon bald kein Ende des Einsatzes in Sicht war, wurden weitere Einsatzkräfte des Roten Kreuzes über die Lebig Rettungsleitstelle NÖ Standort Baden alarmiert und in das Einsatzgebiet entsendet. Sie versuchten zu den bereits seit mehreren Stunden eingeschlossen Fahrzeuglenkern zu gelangen, um diese mit Tee und auch Decken zu versorgen. Schätzungen zu Folge dürften um die 4.000 Fahrzeuge!!! betroffen gewesen sein.

Gegen 04:00 Uhr Früh wurden weitere freiwillige Feuerwehren alarmiert bzw. lösten diese dann die bereits seit mehreren Stunden im Einsatz befindlichen Kräfte ab. Um 07:30 Uhr standen 15 Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Baden mit 22 Fahrzeugen und ca. 140 Feuerwehrleute im Einsatz. Im Laufe des Vormittages wurden diese durch weitere 9 freiwillige Feuerwehren unterstützt und abgelöst.
Erst gegen ca. 14:00 Uhr konnte nach über 19 Stunden die Autobahntotalsperre der A21 aufgehoben werden.

So nebenbei mussten in diesem Zeitraum von weiteren 15 Freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Baden diverse andere Einsätze im Bezirk abgearbeitet bzw. von der Bezirksalarmzentrale Baden disponiert werden.

Bericht: EOBI Stefan Schneider BSB ÖA BFKDO

Bezirks-Feuerwehrkommando Baden
Lkw-Bergung im Schnee-Chaos im Helenental

Bericht der Feuerwehr Maria Enzersdorf:
Die prognostizierten Schneefälle haben für chaotische Zustände auf den Straßen in Ostösterreich gesorgt. 40 Zentimeter Neuschnee hat es im Wienerwald in der vergangenen Nacht geschneit. Die A21 wurde am Donnerstag um 18.29 Uhr gesperrt. Die Kolonnen standen vorübergehend auf einer Länge von 21 Kilometern.

Etwa 4.000 bis 5.000 Fahrzeuge waren von der Sperre betroffen. In Alland wurden zwei Notquartiere für die Autoinsassen eingerichtet. Das Rote Kreuz versorgt die Autofahrer in ihren Fahrzeugen mit Decken und heißem Tee. Am Freitag, dem 16.11.2007, wurde die FF Maria Enzersdorf um 08:08 Uhr zur Unterstützung der eingesetzten Kräfte alarmiert.

Zahlreiche, hängen gebliebene Schwerfahrzeuge mussten geborgen werden. Nach rund 7 Stunden war die Autobahn wieder befahrbar, sodass die Sperre um 14:20 Uhr aufgehoben werden konnte.

FF Maria Enzersdorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert