Menschlich gesehen: Mehr Selbstvertrauen und innerer Zufriedenheit
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die physische und psychische Gesundheit durch Frust erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Ärger und Ängste fördern in hohem Maße den Stress. Von Rettungsassistent Alfred Brandner
Die Auswirkungen nehmen zum Teil bedrohliche Formen an. Ängste, Enttäuschungen und Belastungen, aus zwischenmenschlichen Beziehungen, wenn sie lang genug dauern und intensiv sind, hinterlassen deutliche Spuren. Langanhaltende negative Emotionen führen über zentral-nervöse Störungen zu Funktionseinschränkungen und Entgleisung lebenswichtiger Organe. Veränderungen der Herzkranzgefäße (KHK) sind in der Realität gemeint, wenn der Volksmund davon spricht, dass die Trennung vom Geliebten das Herz bricht. Das „Klima“ als solches, im Umgang Miteinander, ist nicht nur für die von uns zu erbringenden täglichen Leistungen ein entscheidender Faktor, sondern auch für den emotionalen Austausch.
Das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit zu einer Gruppe und die Erfahrung gebraucht, anerkannt, und für vollbrachte Leistungen belohnt zu werden, sind wichtig für die Bewältigung emotionaler Spannungen. Fehlen die Motivationen der Zugehörigkeit, Anerkennung und Wirksamkeit, dann schlagen Krisen voll durch und die Krankheitsanfälligkeit Steigt dramatisch.
Dem können wir entgegen wirken. Jeder von uns kann, wenn er nur will, ein Vorbild sein. Mit einfachen Grundsätzen, und mit einer gewissen Änderung der Lebenseinstellung, kann man diesen Belastungen erfolgreich entgegen wirken.
Zunächst müssen wir davon ausgehen, dass kein Mensch zufällig auf dieser Welt ist. Jeder ist einmalig und unverwechselbar. Machen wir uns einmal klar, dass es dich und mich, unter den vielen Milliarden Menschen auf dieser Welt nur einmal gibt. Auch den Menschen, der dir wirklich aufs Haar gleicht, hat es noch nie gegeben, und wird es nie geben. Schon dein Fingerabdruck unterscheidet sich von allen anderen. Du denkst aber auch anders und siehst anders aus als irgendeiner der unzähligen Menschen, die je gelebt haben. Das allein schon, kann Grund genug sein, niemals am eigenen Leben zu zweifeln. Jeder Mensch ist eine Persönlichkeit, und kann mit seinem Beitrag, am gelingen dieser Welt mitwirken, unabhängig von sozialer Zugehörigkeit, beruflicher Position oder Dienstgrad.
Zum Sinn unseres Lebens kann man sagen, wir sollten so sein wie wir tatsächlich sind, um so zu werden, was uns zu werden gegeben ist. Wer von dieser Aussage überzeugt ist, in dessen Vorstellung ist kein Platz mehr für Missgunst, eine der übelsten Gemütsbewegungen im Menschen. Auf ihrem Boden wächst Hass, Eifersucht, Habgier und Neid. Diese Untugenden sind häufig die Ursache quälender Minderwertigkeitskomplexe, deren negativen Begleitumstände auf das Umfeld hinreichend bekannt sind. Ich treffe täglich in meinem Berufleben, im Rettungsdienst, beim Sport, und im sonstigen Umfeld auf Menschen, die können Dinge, welche ich nicht kann. Andere sind sehr reich, was ich nicht bin. Das darf aber kein Grund zur Sorge sein, vielmehr ist es so, dass wir uns alle bemühen sollten, ein klares Bild unserer eigenen Persönlichkeit zu gewinnen. Man sollte sich unbedingt die Frage stellen: Wozu bin ich auf der Welt? Was muss ich tun, und wie soll ich sein? Die gewonnenen Erkenntnisse halte man sich vor Augen und orientiere sich daran. Unser Wesen wird sich, wenn wir nur wollen, Schritt für Schritt ändern und der neuen Denkweise anpassen.
Ein guter Bekannter von mir ist ein erfolgreicher Immobilienmakler, dem stellte ich vor einiger Zeit die Frage nach dem Geheimnis für seinen persönlichen Erfolg. Seine Antwort: „Wenn eine Entscheidung zu treffen ist, treffe sie und mache weiter!“ Selbstverständlich werden bei kurzen und bündigen Entscheidungen auch Fehler gemacht, doch sind diese von der Tragweite längst nicht so schwerwiegend, wie die Nachteile, welche durch ständiges Zögern und Hin – und Herüberlegen entstehen. Wer ständig einen Berg von Entscheidungen vor sich herschiebt, der blockiert sich, und verliert die Fähigkeit neues zu erkennen.
Das war für mich natürlich sehr aufschlussreich, denn als Rettungsassistent, tätig im öffentlichen Rettungsdienst, in ständigem Kontakt mit Patienten und Angehörigen jeglicher sozialen Zugehörigkeit, habe ich schon längst den Eindruck gewonnen, dass die Unfähigkeit, klare und auch eindeutige Entscheidungen zu treffen, an so manchem verpfuschten Leben maßgeblich schuld sein könnte.
Ich denke aber, wer den erforderlichen Mut zur Entschiedenheit aufbringt, gewinnt nicht nur Achtung vor sich selbst, sondern auch die von seinen Mitmenschen. Natürlich, nicht jede Entscheidung kann die bestmögliche sein, auch der Klügste und Erfahrenste macht mal seine Fehler. Aber wer etwas schaffen will, der muss zumindest ein kalkulierbares Risiko in Kauf nehmen, den Mut zur Entscheidung aufbringen, und weitermachen.
Im täglichen Leben, gibt es viele Probleme, welche sich oftmals mit einer einzigen Entscheidung für immer lösen lassen. Nehmen wir als einduckvolles Beispiel die Ehrlichkeit. Man sollte sich Entscheiden, ob man ehrlich sein möchte oder nicht. Dann braucht man sich nicht damit belasten, hier mal unaufrichtig zu sein, und dort zu lügen. Wer gelernt hat sich zu entscheiden, lebt sein Leben leichter und bewusster.
Ein wichtiger Grundstein wäre noch der Glaube. Ich z.B. glaube, wer sein Leben meistern will, der muss zuerst glauben lernen, ich sage lernen denn auch das Glauben will gelernt sein. Wir mussten ja auch das Gehen lernen, und sind dabei oft hingefallen. Jetzt können wir gehen, weil wir jedes Mal wieder aufgestanden sind und es von neuem versucht haben.
Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass wir den Glauben an uns, und unseren Mitmenschen selbst nach allergrößten Enttäuschungen nicht verlieren dürfen, denn oft ist es ausschließlich der Glaube an ein ganz ungewisses Ergebnis, was eben dieses Ergebnis herbeiführt- wohlgemerkt „Ausschließlich“ !
