Technisch

Stmk: Bus auf der A9 bei Graz abgestürzt -> Über 40 Verletzte

Graz (Stmk): Aus noch unbekannter Ursache übersah der Lenker eines Reisebusses, der aus Mazedonien nach Dänemark unterwegs war, am 6. Jänner 2008 die Abfahrt Richtung Plabutschtunnel, durchbrach im Bereich des Verteilerkreises Webling…

… die Betonabsperrwände und stürzte 8 Meter auf die darunter führende A9, wo er auf einer Gegenböschung stehen blieb. Wie der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Graz, BR Ing. Dieter Pilat berichtet, war beim Eintreffen der Einsatzkräfte eine sehr ruhige Situation anzutreffen. Die unverletzt gebliebenen Businsassen betreuten die Verletzten, unbeteiligte Verkehrsteilnehmer sicherten die Unfallstelle ab.

Von der BF Graz wurden die leicht verletzten Patienten aus dem Bus begleitet, die Schwerverletzten wurden auf Krankentragen durch die Busfenster ins Freie gerettet und dem Roten Kreuz zur weiteren Behandlung übergeben. Auch wurde die Unfallstelle beleuchtet, ein Brandschutz aufgebaut, ausgeflossene Betriebsmittel gebunden und das Fahrzeug spannungsfrei hergestellt. Gesamt wurden bei diesem Unfall 42 Personen verletzt, 15 davon leicht (3 Kinder) und 3 Businsassen schwer.

Wie Pilat bemerkt, grenzt es an ein Wunder, dass dieser Busunfall nicht eine eine größere Anzahl an Schwerverletzten oder sogar Todesopfern ergeben hat. Durch die Wucht des Absturzes wurden nicht nur zentimeterdicke Schrauben abgeschert, sondern auch einige Bussitze aus ihren Verankerungen gerissen.

Die unverletzt gebliebenen Businsassen wurden mit einem GVB-Bus zur Tunnelwarte der ASFINAG transportiert, wo sie vom KIT-Team des Landes Steiermark betreut werden. Die Berufsfeuerwehr Graz stand mit 6 Fahrzeugen und 25 Mann 3 Stunden im Einsatz.

Berufsfeuerwehr Graz

Bericht ORF-Steiermark:
Nach dem schweren Busunfall Sonntagfrüh, 6. Jänner 2008, am Verteilerkreis Graz-Webling hat sich die Zahl der Verletzten auf 40 erhöht. Der mit 50 Personen besetzte Bus stürzte acht Meter von einer Brücke auf die darunterliegende A9.

Der Lenker des voll besetzten Reisebusses mit dänischem Kennzeichen dürfte laut Polizei die Abfahrt zum Plabutschtunnel übersehen haben, fuhr mit etwa 100 kmH in den Kreisverkehr, geriet ins Schleudern, durchbrach eine Betonleitwand, die Leitplanken und ein Brückengeländer und stürzte auf die darunter liegende A9.

Glück im Unglück:
Nur Sekunden zuvor befand sich genau an dieser Stelle der Autobahn ein weiterer Reisebus. Wäre der Bus auf diesen gestürzt, hätte es Tote geben, so ein Polizist.

Sitze aus Verankerung gerissen: Durch die Wucht des Aufpralls wurden in dem dänischen Bus mehrere Sitze aus der Verankerung gerissen. Die unverletzten Passagiere wurden vorerst in die Tunnelwarte gebracht und wurden dort von einem Kriseninterventionsteam betreut, so Wolfgang Hübel von der Grazer Berufsfeuerwehr. Er versucht nun einen Ersatzbus für die Reisenden zu organisieren: “ Wir hoffen, dass Sonntagnachmittag ein Ersatzbus kommt, um die unverletzten Personen nach Hause zu bringen. Sollte das nicht möglich sein, haben wir eine Notunterkunft vorbereitet, in der die Leute versorgt werden“.

„Keine Panik unter den Verunglückten“: Viele der rund 50 Businsassen stehen noch unter Schock. Insgesamt wurden 40 Fahrgäste verletzt, drei von ihnen schwer. Einer liegt auf der Intensivstation. Feuerwehreinsatzleiter Dieter Pilat schilderte: „Es war interessanterweise eine sehr ruhige Situation, es gab überhaupt kein panisches Verhalten. Weder unter den Erwachsenen noch unter den Kindern.“
Bei den Businsassen handelt es sich um mazedonische Staatsbürger, die nach Dänemark fahren wollten, weil der Großteil von ihnen dort arbeitet.

„Wunder, dass es keine Toten gab“: Pilat schloss technische Probleme beim Bus vorerst aus: „Der technische Zustand des Fahrzeuges scheint augenscheinlich in Ordnung zu sein. Er ist jetzt natürlich sehr stark beschädigt. Es ist eigentlich ein Wunder, dass es nicht Tote oder viel mehr Schwerverletzte gegeben hat.“

Stundenlange Aufräumarbeiten: Die Aufräumarbeiten nach dem Unfall dauerten Sonntagfrüh noch an. Der Bus musste erst geborgen werden.

ORF Steiermark

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