Lokal

Oö: FF Ried/Innkreis blickt auf Redkord-Einsatzjahr 2007 zurück

Ried im Innkreis (Oö): Bei der am 7. März 2008 abgehaltenen 142. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Ried im Innkreis wurde von Kommandant ABI Anton Stangel und seiner Mannschaft ein ahnsehnlicher Leistungsbericht über das vergangene Jahr 2007 abgelegt.

Zu Beginn konnte der Kommandant zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Bürgermeister Albert Ortig, Stadtpfarrer Monsignore Mag. Hermann Demmelbauer, Bezirkshauptmann Wirkl.Hofrat Dr. Franz Pumberger und zahlreiche hochrangige Vertreter aller anderen Einsatzorganisationen und der Stadtgemeinde waren der Einladung gefolgt.

Das Jahr 2007 setzte die stetig steigende Einsatzbelastung der Feuerwehr Ried fort. Das Jahr 2007 war in der Geschichte der FF Ried im Innkreis das einsatzstärkste seit der Gründung im Jahr 1866.

2007 war von zwei großen Einsatzschwerpunkten gekennzeichnet. Gleich zu Jahres-beginn ließ der Orkan „Kyrill“ die Einsatzzahlen in die Höhe schnellen. Vom 18. bis zum 23. Jänner mussten ca. 70 Einsätze zur Beseitigung der Folgen des Orkans getätigt werden. Auch in den folgenden Wochen waren zahlreiche Bäume zu ent-fernen.
Zweiter Schwerpunkt war die Rieder Messe. In der Intensivphase der Messe mussten vom 27. August bis zum 11. September 103 technische und 4 Brandeinsätze durchgeführt werden.

Das trockene Frühjahr und der warme Sommer bescherten zahlreiche Wasserversorgungen und Wespennesteinsätze.
Hier die nüchternen Zahlen (in Klammer die Daten des Jahres 2006).

Einsätze: 782 (743)
Einsatzstunden: 11.571 (5.272)
Mannschaft: 3.178 (2.620)

Als Fazit aus diesen nackten Zahlen kann folgendes gezogen werden: Mehr als 2,1 Einsätze pro Tag für die Sicherheit der Rieder Bevölkerung.

Die Brandeinsätze stiegen von 62 (2005) auf 73 Einsätze an. Dazu kommen 709 (2005 – 681) technische Einsätze.

Mit den Einsatzfahrzeugen wurden mehr als 45.000 Km zurückgelegt, was mehr als einer Erdumrundung gleich kommt. Dafür wurden mehr als 13.000 Liter Treibstoff verbraucht. Zu den 11.571 geleisteten Einsatzstunden kommen noch 25.140 Stunden, die für Übungen, Schulungen, Jugendarbeit, die Besetzung der Bezirkswarnstelle, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten und noch vieles andere aufgewendet werden mussten. Diese 36.711 Stunden ergeben umgerechnet die Arbeitszeit für 21 vollbe-schäftigte Arbeitnehmer.
Bei einem Stundenlohn, laut Feuerwehrtarifordnung, von € 18,-, entspricht dies einem Gesamtbetrag von € 660.798,- der für die Gemeinde erbracht wurde.

Diese Leistung wird von den freiwilligen Helfern unentgeltlich erbracht. Lediglich der Gerätewart und zwei Zivildiener stehen tagsüber zum Großteil für die Feuerwehr zur Verfügung. Ohne dieses Personal wäre der Betrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dazu kommt noch die Feuerbeschau, die vom Zeugwart für die Gemeinde durchgeführt wird. Dies bedeutet wieder eine gewisse Problematik in den Personalressourcen.

Zum Einsatzgeschehen:

Brände:
Die FF Ried wurde zu 73 Brandeinsätzen alarmiert. Davon handelte es sich bei 26 Alarmierungen um blinden Alarm, mehrheitlich hervorgerufen durch Fehlauslösungen von Brandmeldeanlagen. Haupteinsatzgebiet waren Brände in Wohngebäuden und öffentlichen Gebäuden. Als größten Brandeinsatz im Stadtgebiet kann man den Brand in einem Keller in einem Reihenhaus in der Schubertstraße, gleich zu Jahresbeginn 2007, bezeichnen.
Bedingt durch die kurze Alarmierungszeit der FF Ried konnten die meisten Brände noch im Entstehungsstadium erfolgreich bekämpft werden.

Technische Einsätze:
Im gesamten Jahr gesehen erforderte der Straßenverkehr mit seinen, teilweise schweren, Verkehrsunfällen zahlreiche technische Einsätze. 114 Einsätze können dem Geschehen auf den Straßen zugeordnet werden (Auslaufen von Mineralöl, Bergung von KFZ, Freimachen von Verkehrswegen, Verkehrsunfälle).
Bei diesen Ereignissen wurde das hydraulische Rettungsgerät zu 6 Einsätzen benötigt. Die Anzahl von 6 getöteten und 23 verletzten Menschen geht zum Großteil auf dieses Konto. Man sieht hier auch die psychische Belastung, der die Feuerwehrmänner bei solchen tragischen Anlässen ausgesetzt sind. Ein kameradschaftliches Gespräch nach solchen Einsätzen hilft oft über eine persönliche Krise hinweg.

Der schwere Bergekran musste im Jahre 2007 zu 55 Einsätzen ausrücken. Aber auch schwere LKW Unfälle waren zu bewältigen, die die Einsatzleiter und Kran-fahrer zu jeder Tages- und Nachtzeit forderten.
Zusammengefasst wurden bei allen Einsätzen 5 Menschen und 5 Tiere gerettet.

Eine finanzielle Herausforderung für 2007 war die Beschaffung eines neuen Einsatzleitfahrzeuges und eines Radladers samt Zubehör für Katastropheneinsätze. Damit ist es jetzt eine effiziente Einsatzleitung an größeren Einsatzstellen, sowie mit dem Radlader zahlreiche Arbeiten bei Katastrophenfällen möglich.

Diese beiden Fahrzeuge konnten mit ca. € 100.000,- völlig aus den eigenen Mitteln der Feuerwehr und Spendengeldern der Rieder Bevölkerung, ohne Gemeindezu-schüsse, finanziert werden. Diese Feuerwehrkasse ist damit aber auch ziemlich leer geworden.

Um aber weiterhin dringende Gerätebeschaffungen finanzieren zu können, wird von der Freiwilligen Feuerwehr Ried i.I. demnächst ein Spendenaufruf an die Rieder Bevölkerung ergehen, in der um eine finanzielle Unterstützung ersucht werden wird. Hoffentlich haben die Sturmeinsätze der letzten Tage der Bevölkerung gezeigt wie notwendig eine gut ausgestattete Feuerwehr für ihre Sicherheit ist.

Weitere herausragende Ereignisse im Jahr 2007 waren die große Anzahl von Absolventen bei Bewerben und Leistungsprüfungen sowie natürlich die kameradschaftliche Komponente in der Mannschaft.

Bürgermeister Albert Ortig warnte in seiner Ansprache davor, dass in der Bevölke-rung die Meinung schon sehr verbreitet sei, dass die Feuerwehr für Alles schon zuständig sei.
Die Politik muss aber die Rahmenbedingungen für die Feuerwehr schaffen um effektiv helfen zu können.
Er sei stolz, dass die FF Ried derzeit am Stand der Technik sei und auch selbst so viele Mittel dazu einbringt.

Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war die Neuwahl des Kommandos. Bürgermeister Ortig fungierte als Wahlleiter, unterstützt vom Leiter des Stadtamtes Dr. Norbert Sitar.
Die Wahl ergab folgendes Ergebnis:
Zum Kommandanten wurde wieder ABI Anton Stangel gewählt.
Als dessen Stellvertreter wurden HBI Josef Spitzer und OBI Ing. Günter Huemer ebenfalls in ihren Funktionen bestätigt.
Neu in das Kommando wurden als Kassier Peter Lederbauer und als Schriftführer Gerhard Reichenwallner gewählt.
Bürgermeister Ortig gratulierte den Gewählten und ersuchte um eine Fortsetzung der bisher guten Zusammenarbeit.

EHRUNGEN UND BEFÖRDERUNGEN
Feuerwehrdienstmedaille für 50 Jahre Mitgliedschaft:
OBM Heinrich HUBER

Feuerwehrdienstmedaille für 40 Jahre Mitgliedschaft:
ABI Anton STANGEL

Beförderungen:
ALTWEGER Herbert – Feuerwehrmann
DEISER Sandra – Feuerwehrmann
HATTINGER Thomas – Löschmeister
HILLINGER Christian – Oberfeuerwehrmann
JAGEREDER Tina – Feuerwehrmann
LEDERBAUER Peter – Löschmeister
LEEB Helmut – Hauptfeuerwehrmann
PENCO Walter – Brandmeister

Angelobungen und Ernennung zum Feuerwehrmann
HAIDINGER Kerstin

Freiw. Feuerwehr Ried im Innkreis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert