Übungen

Bgld: Austritt von Methanol aus Kesselwagon -> Großübung

Deutschkreutz (Bgld): Knapp 200 Freiwillige Feuerwehrleute übten am Karsamstag, dem 22. März 2008, in Deutschkreutz (Bezirk Oberpullendorf). Hochgiftige Stoffe standen dieses Mal im Mittelpunkt genauso wie die Menschenrettung aus Eisenbahnwagons.

Mit hochgiftigem Methanol waren knapp 200 Feuerwehrleute aus dem Bezirk Oberpullendorf, Eisenstadt und Ungarn am Samstag beschäftigt. Dieses lief nämlich aus einem undichten Kesselwagon der ÖBB am Bahnhofsgelände von Deutschkreutz aus. Dieses mal wurde das Methanol jedoch durch ungefährliches Wasser ersetzt, denn rund 200 Feuerwehrleute legten am Karsamstag einen intensiven Übungstag ein.

Dabei galt es für 12 Feuerwehren im Stationsbetrieb Personen aus dem Gefahrenbereich des hochgiftigen Methanols zu bringen und dann das Methanol aufzufangen bzw. das Leck im Kesselwagon abzudichten. Anschließend übten die Florianijünger gemeinsam mit dem Roten Kreuz die Rettung von eingeklemmten und verletzten Personen aus einem verkeilten Personenwagon. Beides keine unrealistischen Szenarien, wusste auch der Gefahrengutbeauftragte der ÖBB Johann Loger zu bestätigen: „Den letzten großen Zwischenfall gab es im Jahr 2003 in Himberg, als ein mit Methanol beladener Wagen in Brand geriet.“ Er unterstrich in seiner Einschulung für die Feuerwehren: „Wichtig ist auf alle Fälle, sollte es zu einem Zwischenfall kommen, die auslaufenden giftigen Stoffe möglichst Rasch aufzufangen und zu verhindern, dass diese beispielsweise ins Kanalsystem gelangen.“ Eine Besonderheit dieser nicht alltäglichen Übung war außerdem die intensive Zusammenarbeit von österreichischen und ungarischen Feuerwehrmännern. „Übungen im Umfeld von gefährlichen Stoffen können wir in Ungarn nur selten üben, außerdem ist die Hand-in-Hand Zusammenarbeit mit den österreichischen Kameraden wichtig“, so Laszlo Vargo, Gruppenkommandant bei der Stadtfeuerwehr Sopron.

Gemeinsam mit dem Gefahrengutspezialisten der Freiwilligen Feuerwehr Eisenstadt konnte die Feuerwehr Sopron rasch die Personen aus dem Gefahrenbereich des Methanol retten und die Lecks am Übungswagon abdichten. Bei der zweiten Übungsstation mussten aus einem verunfallten Eisenbahnwagen mehrere verletzte Personen gerettet werden. Die Rettung der Personen führten die Feuerwehren durch die Fenster der Wagons durch. Teilweise kamen dabei auch Schere, Spreizer und Trennschleifer zum Einsatz, um die Verletzten gefahrenlos aus dem Wagen zu befreien.

„Es konnten heute zahlreiche sehr wertvolle Erkenntnisse im Zusammenhang mit gefährlichen Stoffen aber auch was die Arbeit an verunfallten Eisenbahnwagons betrifft, gewonnen werden,“ war Übungsleiter und Bezirksfeuerwehrkommandantstellvertreter BR Martin Reidl mit der Übung zufrieden. Und auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Mag. Rudolf Ferscha unterstrich: „Es war eine durchaus gelungene Übung mit absolutem Realitätsbezug.“

BFKDO Oberpullendorf

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