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Kalifornien (USA): Hunderte von Bränden -> Kalifornien gleicht einem Pulverfass

Kalifornien (USA): Kalifornien gleicht einem Pulverfass. Wegen der mangelnden Regenfälle sind die Prärien und Wälder so trocken, dass die Brandgefahr als extrem hoch eingestuft wird. Zurzeit – 25. Juni 2008 – bekämpfen die Löscheinheiten insbesondere im Norden des Staates über 800 verschiedene Feuer.

Im extrem trockenen Kalifornien haben an Blitzen reiche – aber regenlose – Gewitter vielerorts Wald- und Buschbrände entfacht. Insgesamt bekämpfte die Feuerwehr im Westküstenstaat über 800 Brandherde, die meisten davon in Nordkalifornien. Der größte Teil der Feuer ist zwar auf kleine Flächen beschränkt, aber über 30 Brände konnten sich trotz den Bemühungen der Löschmannschaften ausdehnen und wüten jetzt auf Flächen zwischen 4 und über 200 Quadratkilometern. Schwarze Rauchwolken mit Aschepartikeln wurden von den insgesamt 110 Feuern, sie sich in Mendocino County nördlich von San Francisco ausgebreitet haben, in die San Francisco Bay Area getrieben. Die lokalen Gesundheitsbehörden warnten die Bevölkerung vor den Auswirkungen der schlechten Luft und rieten von jeglicher sportlichen Betätigung im Freien ab.

Spektakuläre Rettung von Kondoren: In Napa County waren am Montag über 200 Wohnhäuser von den Flammen bedroht, und die Bewohner wurden angewiesen, die Gebiete zu verlassen. Im Shasta-Trinity National Forest, nahe der Staatsgrenze zu Oregon, sollen sich über 1200 Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe von Brandherden befinden. Südlich von Big Sur an der Pazifikküste mussten Bewohner aus 75 Häusern evakuiert werden. In einer spektakulären, im Fernsehen live übertragenen Aktion rettete die Coast Guard per Helikopter acht gefährdete kalifornische Kondore, deren Nistplätze sich mitten im Brandgebiet, südlich von Monterey, befunden hatten.

Gouverneur proklamiert Trockenheit: Der kalifornische Gouverneur, Arnold Schwarzenegger, hatte zu Beginn des Monats mittels einer Trockenheits-Proklamation auf die besondere Situation aufmerksam gemacht. 2008 sei das trockenste Jahr seit 114 Jahren in Kalifornien, sagte der Gouverneur. Vielerorts herrsche Wasserknappheit, und die Feuergefahr sei außerordentlich groß. Als Ursache führte er vor allem die mangelnden Niederschläge im Westen an. Die Schneeschmelze in der High Sierra sei zudem in diesem Jahr früher als üblich eingetreten, und die hohen Lufttemperaturen hätten einen großen Teil des Wassers nicht in die Reservoire fließen, sondern verdunsten lassen. Schwarzenegger kündigte dem bereits heute finanzgeplagten Staat ein auf 11,9 Milliarden Dollar veranschlagtes Projekt zum Unterhalt von Flussläufen und Reservoirs und zur Verbesserung der Wasserverteilung an. Die Rationierung von Wasser, insbesondere zur Bewässerung von Gärten, werde an der Westküste bald unumgänglich sein, kündigte der Gouverneur an.

Neue Züricher Zeitung

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