Oö: 5 km Löschleitung bei Brand eines Bauernhofes in Vorderstoder
Vorderstoder (Oö): In Vorderstoder ist zu Mittag der Wohntrakt eines Bauernhofes in Brand geraten. Sieben Feuerwehren rückten aus.
Unter schwerem Atemschutz konnten die Löschtrupps den Brand rasch unter Kontrolle bringen. Trotz schwieriger Wasserversorgung wurde das Feuer inzwischen gelöscht. Es wurde niemand verletzt. Brandursache und Schadenshöhe sind noch nicht bekannt. Nach dem Brand übte Feuerwehrkommandant Christian Baumschlager heftige Kritik an der Gemeinde. Er wirft dem Bürgermeister offen Fahrlässigkeit vor, weil die Gemeinde seit 14 Jahren den Bau eines Löschwasserbehälters in der abgelegenen Ortschaft verschleppe, so sein Vorwurf.

Fünf Kilometer lange Leitung verlegt: Bei einem Brand wie dem heutigen müssten die Feuerwehren eine fünf Kilometer lange Leitung durch unwegsames Gelände verlegen, um überhaupt Löschwasser zu bekommen.
Bürgermeister weist Vorwürfe zurück: Bürgermeister Alfred Retschitzegger (SPÖ) weist den Vorwurf der Verschleppung zurück. Es gebe eine Zusage von SPÖ-Gemeindelandesrat Josef Ackerl, dass in den kommenden zwei Jahren zwei Behälter finanziert würden. Einer könne eventuell schon heuer errichtet werden.

Bericht der FF Hinterstoder:
Am 22.05.2009 wurde die Feuerwehr Hinterstoder um 11:32 Uhr per Pager und Sirene zu einem Brand in einem landwirtschaftlichen Objekt nach Vorderstoder gerufen. Nur drei Minuten nach der Alarmierung rückte das erste Fahrzeug in Richtung Vorderstoder aus.
Nach dem Eintreffen am Einsatzort wurde sofort mit dem Bau einer Löschleitung begonnen. Weiters wurde durch die Feuerwehr Hinterstoder ein Atemschutztrupp gestellt. Glücklicherweise konnte der Brand rasch lokalisiert und eingedämmt werden. Durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr und der Hausbesitzer konnte Schlimmeres verhindert werden. Die Feuerwehr Hinterstoder konnte um 14:30 Uhr wieder einrücken.
Weiters anwesende Einsatzkräfte:
• FF Vorderstoder
• FF Windischgarsten
• FF St. Pankraz
• FF Rosenau am Hengstpass
• FF Spital am Pyhrn
• FF Kirchdorf / Krems mit ASF
• PI Hinterstoder
• RK Windischgarsten
Bericht der FF Vorderstoder:
Die FF Vorderstoder wurde am 22.Mai um 11.20 von der LWZ mit folgenden Alarmstichworten zu einem Brand gerufen: „Brand Wohnhaus, Wurzergut Vordertambergau“. Um 11.23 rückte das KDOF unter Einsatzleiter HBI Baumschlager zur Einsatzadresse aus. Am Zielort angekommen, konnte jedoch kein Brand oder ähnliches festgestellt werden. Plötzlich kam ein Funkspruch, dass die Einsatzadresse eigentlich einige Nummern bzw. Objekte weiter, das Hochleithengut, ist. Die Entfernung zwischen den Objekten beträgt hier ca. 6 km. Da die Löschwassersituation in dieser Gegend sehr schlecht ist, veranlasste der EL die sofortige Auslösung der Alarmstufe II (FF Hinterstoder und Windischgarsten).

Bei der Anfahrt wurde eine starke Rauchentwicklung festgestellt, was nun die Alarmierung der Feuerwehren der Alarmstufe III (Spital/Pyhrn, St. Pankraz, Rosenau) sowie des ASF-Kirchdorf bedeutete. Beim Eintreffen vom EL am Einsatzort wurde folgende Lage festgestellt: Brand im 1.OG, mehrere Räume betroffen, starke Rauchentwicklung, keine Personen in Gefahr, Stallgebäude stark gefährdet, Fensterscheiben bereits geborsten.
Während der Lageerkundung wurden von OBI Ramsebner eine ELST sowie ein ASSPL eingerichtet. Pumpe Vorderstoder sorgte für die erste Zubringerleitung vom Hauseigenen Wasserbassin (10m³) für Tank Vorderstoder. Der erste Atemschutztrupp der FF-Vorderstoder führte umgehend eine Brandbekämpfung im Betroffenen OG durch. An die nachrückenden Feuerwehren wurde sofort die Vorbereitung von Atemschutztrupps vom EL befohlen. Die FF Hinterstoder wurde mit dem Aufbau einer zweiten Zubringerleitung (ca. 1000m) von einem zweiten Wasserbassin (20m³) beauftragt, was mithilfe der Feuerwehren des Abschnittes fertig gestellt wurde.

Von Tank Vorderstoder aus wurden zwei C-Rohre zum Schützen des Stallgebäudes, welches direkt an das Wohngebäude angrenzt vorgenommen. Hier konnte ein Übergreifen erfolgreich verhindert werden. Die bereits anwesenden Atemschutztrupps wurden ebenfalls für den Innenangriff eingesetzt. Hier hat sich der Einsatz einer Wärmebildkamera bei der Suche nach versteckten Glutnestern sehr bewährt. Gesamt waren 5 Atemschutztrupps im Einsatz wobei ein Trupp in Reserve stand. Da das Löschwasser sehr knapp war, wurde die Befüllung des Wasserbassins mittels Pendelverkehr von den TLFs der Feuerwehren Spital und Rosenau durchgeführt.
Die Befüllung der Atemschutzflaschen übernahm die FF-Windischgarsten mittels Pendelverkehr zwischen ASF und ASSPL. Um 12.40 Uhr konnte Brand unter Kontrolle und um 13.21 Uhr Brand aus gemeldet werden. Die umliegenden Feuerwehren konnten somit wieder in ihre FW-Häuser einrücken und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen. Die FF Vorderstoder blieb noch zur Brandwache und als Unterstützung für die Brandursachenermittlung am Einsatzort. Um 18.15 Uhr konnte die FF Vorderstoder wieder die Einsatzbereitschaft an die LWZ melden.

Ein Detail am Rande: Die FF Vorderstoder interveniert schon seit 14 Jahren bei der Gemeinde in diesem Gebiet Löschwasserbehälter zu bauen. Es lagen schon vor ca. 14 Jahren Genehmigungen sowie Förderungsbewilligungen von Land und LFK vor. Die Gemeinde versäumte es hier jahrelang diese Löschwasserbehälter zu errichten. Anfang 2009 wurden unter anderem für dieses Objekt wieder Löschwasserbehälter mit dem Land OÖ und dem LFK ausverhandelt. Diese sollten laut Gemeinde Beschluss auch 2009 gebaut werden. Diese wurden jedoch später kurzerhand von der Gemeindeführung einfach so wieder verschoben. Bei einem Größeren Brandausmaß müsse man eine Zurbringerleitung von über 5 km aufbauen was die Alarmierung des FuB-Zug des Bezirkes Kirchdorf bedeuten würde. Ebenso kann sich ein jeder denken das diese Alarmierung auch nicht sofort Wasser am Brandobjekt bedeuten würde. Des weiteren grenzt wie oben erwähnt das Stallgebäude direkt an das Wohngebäude. Ein übergreifen auf dieses hätte die Vernichtung eines ganzen landwirtschaftlichen Betriebes auf Existenzminimum bedeutet. Zum Glück konnte dies von den Feuerwehren erfolgreich verhindert werden.
Eingesetzte Kräfte:
• Einsatzleiter HBI Baumschlager Christian
• FF Vorderstoder: TLF-A 2000, KLF-A, KDO, Sonst.Anh, 20Mann
• FF Hinterstoder: TLF-A 2000, LFB-A2, KDO, Sonst.Anh 23 Mann
• FF Windischgarsten: TLF-A 2000, RLF-A 2000, Pinzgauer KLF,
Landrover KLF, KDO, 21 Mann
• FF Spital/Pyhrn: RLF-A 2000, LFB-A1, KDO, 15Mann
• FF St. Pankraz: RLF-A 2000, LF-A, 12Mann
• FF Rosenau: TLF-A 2000, KDO, 12 Mann
• FF Kirchdorf: ASF, 2 Mann
• AFK Windischgarsten BR Pirhofer
• Rettung: 1RTW, 3 Mann
• Polizei und Brandermittler
Gesamt: 22 Fahrzeuge und 109 Mann
