Technisch

Oö: Himmelslaterne löste groß angelegten Sucheinsatz in St. Johann/W. aus

St. Johann am Walde(Oö): „Heißluftballon brennend in Wald gestürzt, Ort unbekannt“ lautet der Alarmtext, als die beiden Feuerwehren Frauschereck und St. Johann am Abend des 14. Juni 2009 per Sirene alarmiert werden.

Da es sich beim genannten Wald um den Kobernaußerwald handelt, der gemeinsam mit dem Hausruckwald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas bildet, wird vom Einsatzleiter der Feuerwehren HBI Erich Feichtenschlager umgehend Alarmstufe 2 ausgelöst.

Mit den Fahrzeugen der Feuerwehren und drei Hubschraubern wird das großzügige Waldgebiet abgesucht, jedoch erfolglos. Nach etwa eineinhalb Stunden kann der Sachverhalt von der Polizei aufgeklärt und der Sucheinsatz abgebrochen werden: jene Männer, die den Absturz des Ballons beobachtet hatten und die Einsatzkräfte alarmierten, hatten einen Partyballon mit einem bemannten Heißluftballon verwechselt.

Im Einsatz waren (in alphabetischer Reihenfolge):
FF Aspach, 27 Mann und 3 Fahrzeuge
FF Außerleiten, 10 Mann und 1 Fahrzeug
FF Frauschereck, 40 Mann und 2 Fahrzeuge
FF Höhnnart, 11 Mann und 2 Fahrzeuge
FF Maria Schmolln, 20 Mann und 2 Fahrzeuge
FF St. Johann a.W., 38 Mann und 2 Fahrzeuge
FF Thannstraß, 18 Mann und 2 Fahrzeuge
FF Wasserdoblk, 7 Mann und 1 Fahrzeug
Gesamt: 171 Mann und 15 Feuerwehrfahrzeuge

• 1 Rettungshubschrauber Europa 3
• 2 Polizeihubschrauber
• 3 Rettungsfahrzeuge mit 11 Mann
• 1 Suchhundestaffel des Roten Kreuzes mit 7 Suchhunden
• 4 Diensthunde der Polizei
• 3 Sektorstreifen

Freiw. Feuerwehr Frauschereck

Bericht der Sicherheitsdirektion:
Eine 50-jährige Hausfrau aus St. Johann am Walde ließ am 14.6.2009 gegen 19.40 Uhr einen Skyballon (Papierballon mit Kerze) von ihrem Grundstück in Richtung Frauschereck steigen. Nach einigen Minuten Flugzeit verbrannte der Papierballon und ging rauchend im Kobernaußerwald nieder.
Dies beobachteten drei Männer aus Mettmach bzw St. Johann a. W., welche sich in Mettmach auf der Terrasse eines Hauses aufhielten mit Hilfe eines Fernglases.
Da zu dieser Zeit auch drei Heißluftballons in diesem Bereich fuhren, verwechselte die feuchtfröhliche Runde den Skyballon mit einem Heißluftballon und zeigte der Rettungsleitstelle Innviertel um 19.45 Uhr den Absturz eines brennenden Heißluftballons im Bereich Frauschereck telefonisch an.

Es folgte eine Suchaktion mit einem Rettungshubschrauber, zwei Polizeihubschraubern, 180 Feuerwehrmänner, drei Rettungsfahrzeugen mit 11 Mann, der Suchhundestaffel des RK mit 7 Suchhunden, 4 Diensthunde der Polizei sowie 3 Sektorstreifen. Um 21.00 Uhr konnte der Sachverhalt geklärt und die Suchaktion abgebrochen werden.

ORF Bericht vom 15. Juni 2009:
Der angebliche Absturz eines Heißluftballons über dem Kobernaußerwald hat am Sonntagabend, 14. Juni 2009, die Einsatzkräfte in Trab gesetzt. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei nur um chinesische Himmelslaterne.
Augenzeugen hatten beobachtet, wie ein brennender Ballon über unwegsamem Gelände zu Boden ging. 200 Feuerwehrmänner suchten zwei Stunden lang nach den Insassen, auch drei Hubschrauber waren im Einsatz. Allerdings war die Suche vergeblich. Bei dem abgestürzten Ballon dürfte es sich um eine chinesische Himmelslaterne gehandelt haben. Das ist ein Wunschballon – mit bis zu fünf Metern Durchmesser – aus dünnem Papier, der wie ein Heißluftballon durch Feuer Auftrieb erhält.

ORF Oberösterreich

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