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Stmk: Überflutungen und Brände nach Blitzen in der Steiermark

Steiermark: Hausbrände nach Blitzschlägen, Unfälle, gesperrte Straßen und Bahnverbindungen sowie Feuerwehrmänner im Dauereinsatz – das ist die Bilanz der vergangenen Unwetternacht.

Wie schon in der vergangenen Woche kam es auch Donnerstagabend des 30. Juli 2009 und in der Nacht auf Freitag zu schweren Hagelunwettern in der Steiermark. Besonders stark war das Gebiet südlich von Graz – vor allem im Raum Lieboch – betroffen. In Lieboch gingen rund drei Zentimeter große Schloßen nieder und verwandelten das Gebiet in eine weiße Winterlandschaft. Das Unwetter war gegen 18.50 Uhr aufgezogen und ging in sintflutartigem Regen nieder, so die Sicherheitsdirektion Steiermark. An abfallenden Stellen habe sich der Hagel bis zu 30 Zentimeter hoch gesammelt.

Durch das starke Unwetter wurden der zweite und dritte Fahrstreifen der A2 in Fahrtrichtung Villach auf einer Länge von 300 Meter überflutet. Auf Grund der Wassermengen ereignete sich ein Auffahrunfall. Passagenweise stand die A2 Richtung Villach rund 15 Zentimeter tief unter Wasser. Die Autobahn musste daher von 20:30 bis 21:20 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt werden.

Der Verkehr wurde in Lieboch auf die B 70 umgeleitet. Die örtliche Feuerwehr musste das Wasser auf der Fahrbahn mittels Saugpumpen entfernen. Neben den Wassermassen befanden sich teilweise auch Hagelkörner auf der Fahrbahn. Die ASFINAG musste Schneepflüge einsetzen, um die Verschmutzung und das Wasser von der Fahrbahn zu entfernen – eine für Ende Juli durchaus ungewöhnliche Maßnahme.

140.000 Euro Brandschaden durch Blitzschlag
Vermutlich durch einen Blitzschlag ist am Donnerstag in Kainach, in der Weststeiermark ein Stall völlig niedergebrannt. Die Tiere waren vor lauter Schreck aus dem Wirtschaftsgebäude gerannt und glimpflich davongekommen. Trotz der Löschmaßnahmen von 150 Feuerwehrhelfern entstand ein Schaden von rund 140.000 Euro, so die Polizei.

Das Feuer war gegen 17.15 Uhr nach einem lauten Knall an dem Wirtschaftsgebäude in Breitenbach (Gemeinde Kainach) ausgebrochen. Der Landwirt bemerkte sofort die Flammen an dem Stall neben seinem Wohnhaus und alarmierte die Einsatzkräfte. Diese rückten an, konnten aber nur noch ein Übergreifen auf das Wohnhaus verhindern. Verletzt wurde niemand.

Weiterere Brände durch Blitzschläge
Wenige Kilometer entfernt schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Glück im Unglück hatte der Besitzer des Hauses. Durch Zufall beobachte ein Nachbar wie der Blitz in das Dach des Hauses einschlug. Er alarmierte sofort die Einsatzkräfte, denen es gelang einen Großbrand zu verhindern. In Eibiswald wurde durch einen Blitzschlag das Hausdach und die elektrischen Anlagen eines Einfamilienhauses beschädigt. Der Hausbesitzerwurde gegen Mitternacht durch einen Blitzschlag, der sein Haus getroffen hatte, aus dem Schlaf gerissen. Sofort bemerkte er Brandgeruch und verständigte die Feuerwehr.

Durch den Blitzschlag waren die Elektroleitungen und die Antennenanlage verschmort und Eternittafeln vom Dach geschleudert worden. Ein Brand war zum Glück nicht entfacht worden. Das entstandene Loch im Haus wurde von der Feuerwehr mit einer Plane abgedeckt. Auch in Aigen im Ennstal kam es nach einem Blitzschlag zu einem Brand. Gegen 18:45 Uhr schlug der Blitz in einen Geräteschuppen auf einer Wiese ein und setzte diesen in Brand. Der 34-jährige Schlosser Wolfgang F. bemerkte die starke Rauchentwicklung und wollte zu dem Schuppen laufen, da sich vor dem Gebäude Pferde in einer Koppel befanden.

Dabei sprang er über eine Steinmauer, kam zu Sturz und verletzte sich schwer. Ersten Informationen zufolge erlitt der 34-jährige Steirer einen offenen Unterschenkelbruch. Er wurde vom Rettungshubschrauber C14 in das LKH Rottenmann transportiert. Der Geräteschuppen brannte indes zur Gänze nieder. Der an den Schuppen angebaute Pferdestall konnte jedoch gerettet werden. Auch in Stübming löste ein Blitzschlag einen Brand in einem Heizlagerraum aus. Gegen 20.30 Uhr schlug ein Blitz in ein landwirtschaftliches Anwesen ein, wodurch die elektrischen Anlagen der Hackschnitzelanlage und des hauseigenen E-Werkes beschädigt wurden. Die Eigentümer konnten zuerst keinen Brandschaden entdecken. Zwei Stunden später bemerkten die die Eigentümer allerdings einen Brandgeruch und entdeckten, dass Rauch aus dem Brennholz- und Hackschnitzellagerraum drang und verständigten sogleich die Feuerwehr.

Die Feuerwehren Graßnitz, Turnau und die Betriebsfeuerwehr Böhler waren mit insgesamt sieben Fahrzeugen bis nach 2.00 früh im Einsatz. Durch den Brand wurde ein Großteil des Brennholzes und der Hackschnitzel vernichtet, der Lagerraum und die angebaute Hackschnitzelanlage beschädigt. Auch an zwei angrenzenden Wohnobjekten und am hauseigenen E-Werk entstanden Brandschäden. Der Sachschaden wird auf 10.000 Euro geschätzt.

Starkregen und Hagel in Graz
Gegen 19:30 Uhr zog das Unwetter Richtung Graz Umgebung. Besonders stark davon betroffen war die Gemeinde Hitzendorf. Hier kam es zu Starkregen und teilweise zu Hagelschlägen. Bedingt durch die heftigen Regenfälle wurden einige Straßen und Keller überschwemmt. Im Bereich der Gemeindestrasse in Berndorf Altenberg (Verbindungsstraße der L 315 mit der L 301) wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. Dadurch kam es zu einer Totalsperre der Gemeindestrasse.

Die Aufräumarbeiten werden laut örtlicher Feuerwehr noch bis in die Freitagsmorgenstunden andauern. Weiters wurde die Starkstromleitung in diesem Bereich beschädigt. Laut Arbeitern der Steweag/Steg wird es bis zu drei Tagen dauern, bis die Stromverbindungen wieder hergestellt sind. Auch die Gemeinde Thal war vom Unwetter stark betroffen. Durch das Unwetter ist im Gemeindegebiet ein Baum auf die L 331 gestürzt. Die Straße musste für etwa zwei Stunden gesperrt werden.

Reißende Flüsse in Deutschlandsberg
Im Bezirk Deutschlandsberg waren die Ortschaften Lannach und St. Josef besonders stark von den Unwettern betroffen. In Lannach wurde ein Mann aus seinem Schlafzimmer gerettet. Binnen kürzester Zeit hatte sich der Raum knietief mit Wasser gefüllt. In St. Josef trat der Oisnitzbach über die Ufer und wurde zu einem reißenden Fluss. Zwei Menschen und ihre drei Hunde flüchteten vor den eindringenden Wassermassen auf einen Tisch in ihrer Wohnung, bevor sie von der Feuerwehr durch ein Fenster geborgen werden konnten. Die Ortsdurchfahrt von Oisnitz musste gesperrt werden, ein Weiterkommen war nur mit Traktoren möglich.

In dem Gebiet rund um St. Josef kam es zu mehreren kleinen Murenabgängen. Ein Haus musste evakuiert werden. Der Bahnverkehr der Graz-Köflach-Bahn wurde eingestellt. Die Wassermassen haben zwischen Preding und Lannach die Gleise unterspült. Insgesamt standen hunderte Feuerwehrleute von 24 Feuerwehren im gesamten Bezirk Deutschlandsberg im Einsatz.

Kleine Zeitung

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