Brand

D: Löschwasserprobleme und 2 tote Pferde bei Wirtschaftsgebäudebrand

Westensee (Deutschland); Bei einem Großbrand in Westensee wurde in der Nacht zum Sonntag (16.8.2009) ein 30 x 15 Meter großes Wirtschafts- und Stallgebäude völlig zerstört. Zwei Pferde kamen in den Flammen um.

Die fünf eingesetzten freiwilligen Feuerwehren hatten keine Chance, das Gebäude zu retten – nicht zuletzt auch deshalb, weil es zunächst kein Löschwasser gab.

Gegen 1 Uhr lief der Notruf bei der Integrierten Regionalleitstelle Mitte in Kiel auf. Die Freiwillige Feuerwehr Westensee, die wenige Minuten später auf dem „Hof Annental“ in der Dorfstrasse am Ortsrand in Richtung Groß Vollstedt eintraf, sah sich jedoch schon einem Großbrand gegenüber. Einsatzleiter Norbert Stöfhas ließ Verstärkung aus Brux, Wrohe und Felde alarmieren. „Aber das Gebäude stand bereits in Vollbrand. Da war nichts mehr zu machen“, sagte er.

Einen Innenangriff war zu der Zeit schon nicht mehr möglich, so dass auch die beiden Pferde im Stall nicht mehr gerettet werden konnten. Das Löschwasser aus den Löschfahrzeugen war schnell verbraucht – Nachschub kam nicht. Grund: Ein technischer Defekt in der Leerleitung, die in der Strasse verlegt ist. Dahinein pumpt die Feuerwehr normalerweise das Wasser vom rund 1000 Meter entfernten Löschteich und kann an verschiedenen Stellen an der Dorfstrasse dann das Löschwasser zapfen. Doch an den Entnahmestellen kam nie Wasser an. „Wir haben dieses System seit rund drei Jahren und es hat immer funktioniert“, sagte Ortswehrführer Dieter Höpner ratlos. Die Fehlersuche wird Aufgabe der nächsten Tage sein. Eine ständig unter Druck stehende Wasserleitung mit Hydranten gibt es in Westensee nicht. Auch ein naher Karpfenteich am „Hof Annental“ eignete sich nicht als Löschwasserentnahmestelle, da dieser zugewachsen war und einen zu niedrigen Wasserstand hatte.

Also musste die Freiwillige Feuerwehr Krummwisch dazu alarmiert werden. Mit deren Schlauchanhänger konnte eine Leitung vom Löschteich bis zur über 1000 Meter entfernten Brandstelle verlegt werden. Knapp eine Stunde nach Alarmierung hatten die über 100 eingesetzten Kräfte die Leitung zum Löschteich verlegt und konnten auch noch eine zweite Leitung zum ebenso weit entfernten Westensee in Betrieb nehmen. Danach war der Löscherfolg schnell sichtbar.
Trotz des Zeitverzuges waren zu keiner Zeit das fernab stehende Wohnhaus oder sogar Menschen gefährdet. Mit verbrannt sind Reitutensilien, ein Holzlager, ein Lager mit alten Mauersteinen sowie eine Werkstatt. Der „Hof Annental“ wird nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. In dem Wohnhaus befindet sich ein Gewerbebetrieb. Das Brandobjekt war massiv gemauert und im Obergeschoß mit einem Holzständerwerk und Blechplatten aufgestockt sowie mit Blechplatten gedeckt. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Sonntagvormittag. Die Kripo Rendsburg hat die Ermittlungen aufgenommen. Aussagen zur Brandursache und Schadenshöhe können noch nicht gemacht werden.

Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde

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