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Feuerwehren klagen über Beschimpfungen im Einsatz

Salzburg: Feuerwehrleute sind bei Einsätzen und Übungen immer öfter mit Beschwerden konfrontiert, zum Teil auch mit heftiger Kritik und Wutanfällen von Anrainern.

Das sei völlig fehl am Platz, ärgern sich Kommandanten der freiwilligen Helfer in Salzburg und nennen Beispiele: vom Wirt, der den Florianijüngern Verdienstentgang durch Löscharbeiten vorhielt, bis hin zum Bewohner eines Hauses, der sich während eines gefährlichen Brandes über die „nächtliche Ruhestörung“ beschwerte.

Einsätze: Böswillige beschimpfen Feuerwehr
Feuerwehrleute sind bei Einsätzen und Übungen immer öfter mit Beschwerden konfrontiert, zum Teil auch mit heftiger Kritik und Wutanfällen von Anrainern. Das sei völlig fehl am Platz, ärgern sich Kommandanten der freiwilligen Helfer.

„Können nicht überall gleichzeitig sein“:
600 Notrufe beim Hagelunwetter im Flachgau, eine Vielzahl von Einsätzen in vier Gemeinden: Feuerwehren waren tage- und nächtelang fast pausenlos im unterwegs. Beschimpfungen und Prosteste gab es trotzdem – und nicht zu knapp.
Sogar mit behördlichen Anzeigen wurde gedroht, ärgert sich Gerhard Schleier, Feuerwehrkommandant von Lamprechsthausen: „Die Feuerwehr tut, was sie kann. Sie kann aber nicht überall gleichzeitig sein.“

„Schlaf offenbar wichtiger als Lebensrettung“
Der Salzhburger Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter nimmt seine Kommandanten in Schutz: „Es ist klar, dass jeder Geschädigte sein Objekt vordringlich von der Feuerwehr betreut haben will. Aber gerade die Führungskräfte sind gezwungen, dass Dringlichkeiten definiert und danach vorgegangen wird. Da kann es natürlich passieren, dass man nicht sofort bei jedem sein kann.“
Georg Scharler, Chef der Mittersiller Feuerwehr, sagt, manchen sei das Folgetonhorn zu laut: „Anderen Leuten ist ihr Schlaf wichtiger als Einsätze, wo Leben gerettet werden.“

Wirt wollte cashen, während Brand wütete
Auch Eduard Schnöll, Branddirektor in der Stadt Salzburg, kennt Beschwerden über gesperrte Straßen oder verparkte Einfahrten seit Jahren.
Besonders unwürdig sei ein Vorfall bei einem Wohnhausbrand gewesen in letzter Zeit, sagt Schnöll: „Ein Lokalbesitzer hat sich beschwert, dass er keine Umsatz machen könne, weil keine Gäste in sein Haus hineinkämen. Obwohl es daneben brannte.“

Höchste Gefahr, dennoch Beschimpfungen
Und Michael Rahofer von der Wache Gnigl bediente bei einem Großbrand die Pumpe, sorgte nach Mitternacht bei Eiseskälte für die Wasserversorgung.
Dabei wurde er von einem Balkon herunter beflegelt: „Tischlerei in Vollbrand, Supermarkt daneben, Wohngebäude rundherum gefährdet: Da schreit dann einer herunter, ich solle sofort den Motor der Pumpe abstellen, weil er kann nicht schlafen.“

Kein Verständnis für ehrenamtliche Helfer
Hans Peter Pollhammer von der Feuerwehr Straßwalchen (Flachgau): „Beim Hochwasser haben wir Grundstücke betreten müssen, die Eigentümer haben sich fürchterlich darüber beschwert. Das sind Dinge, die versteht niemand mehr.“
Otto Miller aus Hallein kennt ein weiteres Beispiel: „Wir sind bei einer Übung mit dem Jetboot auf der Salzach gefahren. Da hat sich dann einer beschwert, warum am Sonntag? Wir haben dann entgegnet, wir sind eine Freiwillige Feuerwehr, und Berufstätige bzw. Ehrenamtliche können nicht Dienstagvormittag ihre Feuerwehrübungen abhalten.“

Ahnungslos oder böswillig?
Eine dicke Haut und Konzentration auf die oft sehr schwierigen Einsätze sei bei solchen Angriffe von Ahnungslosen oder Böswilligen wichtig, sagen die Einsatzkräfte.
Sie würden sich nicht beirren lassen, auch wenn es nicht selten schwierig und umständlich sei, betont Otto Miller.

ORF Salzburg

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