Übungen

Oö: Alarmstufe III Übung am Gelände der Firma Xolar / Sunmaster

Eberstalzell (Oö): 211 Feuerwehrmänner /-frauen mit 28 Fahrzeugen aus 16 Feuerwehren, Rotes Kreuz und die Polizei nahmen am 24.04.2010 an einer Übung der Alarmstufe III am Gelände der Firma Xolar / Sunmaster teil.

Es war ein wunderschöner, sonniger Samstagnachmittag und trotzdem fanden sich so viele Einsatzkräfte ein, um gemeinsam für die Sicherheit der Bevölkerung zu üben.

SZENARIO 1:
Angenommen wurde ein Brand im Bürogebäude, bedingt durch chemische Reinigungsmittel, konnte sich dieser rasend schnell ausbreiten und zu einer enormen Rauchentwicklung führte. In den Büros im 1. und 2. OG wurden acht Personen vermisst und mussten, unter Einsatz von Atemschutz, gerettet werden. Im 3. OG fand gerade eine Schulung mit ca. 30 Personen statt, welche vom Rauch völlig überascht wurden und nicht mehr zu den Fluchtwegen eilen konnten, die Teilnehmer flüchteten daher auf die Dachterrassen. Von dort konnten die Personen entweder über eine Notleiter über das Dach der Produktionshalle flüchten oder mussten mittels Drehleitern bzw. Teleskopmastbühnen gerettet werden.

SZENARIO2:
Abgelenkt durch die Rauch und Brandentwicklung im Bürogebäude passierte mit einem Gefahrgut-Lkw und ein voll besetztem Pkw ein folgenschwerer Unfall. Beide Fahrzeuge waren auf der vorbeiführenden Großendorfer Bezirksstraße in entgegengesetzter Richtung unterwegs. Der Unfall ereignete sich auf Höhe des Gas-Lagers der Fa. Sunmaster, in diesem Bereich werden mehrer Bündel Acetylen-, Propan- und Argon-Flaschen gelagert, ebenso befindet sich in diesen Bereich ein großer Sauerstofftank. Übungsannahme war, dass der Lkw den Pkw direkt auf das Gas-Lager geschoben hat. Letzten Endes waren fünf Personen im Pkw und zwei Personen im Lkw eingeklemmt und der Anhänger des Lkws (dargestellt durch den GUBAS-Anhänger der BTF Chemie Linz) ging in Flammen auf.
Dieses Horror Szenario passierte als die Alarmstufe 2 gerade alarmiert wurde.

SZENARIO 3:
Durch einen technischen Defekt wurde im hinteren Bereich des Gebäudes, ein Brand in den Batterieladestationen der Gabelstapler ausgelöst. Übungsannahme war, dass in diesen Bereich keine Personen gefährdet waren. Die Aufgabe bestand darin, dieses Ereignis möglichst rasch unter Kontrolle zu bringen.
Zeitlich wurde dieses Szenario kurz vor Ende des Szenarios 1, Brand im Bürogebäude, eingerichtet. Es sollte nochmals den Stresspegel bei den eingesetzten Mannschaften erhöhen, um zu sehen, wie mit ständig verändernden Situationen umgegangen wird.

Alle 3 Szenarien wurden mit Bedacht und viel Fingerspitzengefühl durch den Einsatzleiter HBI DI(FH) Josef Weiermair (Kommandant der FF Eberstalzell) abgearbeitet. Natürlich war es hier notwendig die Aufgaben-Bereiche zu splitten und so entstanden mehrere Einsatzabschnitte, welche z.B. für die Rettung der Personen im Bürogebäude, oder für die Wasserversorgung,… zuständig waren. Auch wurde ein eigener Bereitstellungsraum für die Einsatzkräfte eingeführt und beübt. Dies hat sich für dieses Übungsobjekt als goldrichtig und wichtig gezeigt und sorgte dafür, dass die alarmierten Einsatzkräfte koordiniert und rasch an die richtige Einsatzstelle beordert werden konnten.
Nach ca. 2 Stunden konnte „Brand aus“ gegeben werden. Und mit dem Aufräumen begonnen werden.

Im Anschluss wurde von Xolar und Sunmaster noch eine typische Feurwehr-Jause und Getränke spendiert. Es gab auch noch die Möglichkeit sich das Firmengebäude an zu sehen, bzw. alles über Solarthermie und Photovoltaik zu erfahren. Die BTF Chemie Linz stellte auch noch die Möglichkeiten des GUBAS Anhängers vor.

In einer Übungsnachbesprechung, welche voraussichtlich Mitte Mai erfolgen wird, werden die Erkenntnisse gesammelt und in Optimierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Denn so eine Übung macht nur dann Sinn, wenn man daraus etwas lernt und wieder verbessern kann.

Ausgeklügelt wurde diese Großübung von drei Mitgliedern der FF Eberstalzell (Christoph Eder, Gerald Pernkopf und Wolfgang Scheureder) und dem Brandschutzbeauftragten der Fa. Sunmaster (Lehner Andreas) welcher selbst Mitglied der FF Rutzing (Gemeinde Hörsching) ist. Auch die Firmenleitung war vom ersten Moment an mit Begeisterung dabei und unterstützte die Vorbereitungen wo es nur ging.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass nur dieser kleine Personenkreis darüber Bescheid wusste, was passieren wird. Selbst der Einsatzleiter wusste nur, dass um 13:00 Uhr die Sirenen aufheulen werden und er alle Kräfte benötigen wird.

In diesem Zusammenhang nochmals Danke an die Firmenleitung, allen voran Herbert Huemer für die tolle Unterstützung.
Ein weiterer großer Dank gilt der Firma Engelmayr welche uns einen LKW für die Darstellung des Verkehrsunfalles zur Verfügung stellte und an die RAIKA Eberstalzell, welche uns bei den Unkosten unter die Arme gegriffen hat.

Freiw. Feuerwehr Eberstalzell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert