Deutschland: Brandenburg rüstet sich für Hochwasser
Brandenburg (Deutschland): Das Hochwasser in Mitteleuropa hat inzwischen mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Tausende Häuser, Straßen und Felder an Weichsel und Oder wurden überflutet. Die Regenfälle sollen bis Freitag, 21. Mäi 2010, andauern. Auch Brandenburg rüstet sich für die erste Hochwasserwelle.
In der Slowakei stürzte ein Mann in einen Bach und ertrank. Die Leiche des 62-Jährigen war bereits am Sonntag, 16.5.2010, in dem Dorf Nitrianske Sucany bei Novaky geborgen worden, wie der regionale Feuerwehrsprecher Marian Petrik der dpa bestätigte. Es habe bis zum Dienstag gedauert, die Todesumstände zu klären, erläuterte Polizeisprecher Pavol Kudlicka. Am Montag, 17.5., hatte die Regierung in Bratislava wegen des Unwetters und der Überschwemmungen einen Krisenstab eingerichtet. Sie ordnete den Einsatz von 1400 Soldaten in den am stärksten betroffenen Gebieten an, am Dienstag, 18. Mai, wurden weitere 2000 Mann in Bereitschaft versetzt.
In Polen ertranken mindestens drei Menschen Menschen in den Fluten, darunter ein achtjähriges Kind. Zwei weitere Menschen gelten als vermisst. Tausende Häuser, Straßen und Felder an Weichsel und Oder wurden überflutet. Eine 69-Jährige ertrank in Tschechien nur sechzig Meter von ihrem Haus in Trinec (Trzynietz) entfernt im Flussbett der Olse (Olsa).
Aus besonders bedrohten Gebieten im Süden Polens wurden rund 2000 Menschen in Sicherheit gebracht, wie das Innenministerium in Warschau mitteilte. Die Regenfälle seien intensiver als bei der Jahrhundertflut 1997, sagte Innenminister Jerzy Miller nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Die Gefahr für Krakau sei vergleichbar mit der vor 13 Jahren. Miller und Regierungschef Donald Tusk hielten sich in der Krisenregion auf, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Sein Land werde eng mit Tschechien und der Slowakei kooperieren, sagte Tusk.
Mindestens drei Menschen, darunter ein achtjähriges Kind, sind bisher in Polen in den Fluten ertrunken. Zwei weitere Menschen gelten als vermisst.
Die Behörden in Brandenburg erwarten die erste Hochwasserwelle der Oder am Freitag. Das Hochwasser wird sich zuerst am Pegel in Ratzdorf bei Eisenhüttenstadt bemerkbar machen. Die Situation in Polen und Tschechien sei dramatisch, sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, am Montagabend dem Radiosender RBB-Welle Antenne Brandenburg. Es gebe aber keinen Grund zu Panik.
Ob es zu einer Flut wie beim verheerenden Oder-Hochwasser 1997 kommt, hänge davon ab, ob das Oder-Hochwasser und das Hochwasser der Glatzer Neiße und Bober wieder zusammenfielen, sagte Freude. Im Gegensatz zu damals habe sich die Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden erheblich verbessert.
Am Oder-Pegel Miedonia auf polnischer Seite war bereits am Montagmorgen mit 6,88 Meter die Alarmstufe von sechs Metern überschritten worden. Bei der Flut von 1997 waren dort in der Spitze fast elf Meter gemessen worden.
