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Österreich: Heftiges Unwetter über Österreich, Todesopfer in der Steiermark

Österreich: Heftige Gewitter sind – wie von Meteorologen angekündigt – in der Nacht auf Sonntag, 18. Juli 2010 in weiten Teilen Österreichs niedergegangen.

Neben Vermurungen und Überschwemmungen forderten die Unwetter in der Steiermark – wo ein Ehepaar vom Blitz getroffen wurde – auch ein Todesopfer. Wie das Landespolizeikommando Steiermark Sonntagfrüh mitteilte, ereignete sich das Unglück in Oberpurkla (Bezirk Radkersburg), als sich das Paar gegen 2.40 Uhr auf dem Nachhauseweg von einem Feuerwehrfest befand. Während für den Mann jede Hilfe zu spät kam, wurde seine Frau unbestimmten Grades verletzt.

Südbahn gesperrt
Die schweren Unwetter haben in der Steiermark auch zur Unterbrechung der Südbahnstrecke der ÖBB geführt: Samstag Abend ging eine Mure zwischen St. Michael West und Kraubath ab und verschüttete die Schienen.
Die Südbahn ist derzeit zwischen Leoben und Knittelfeld gesperrt, sagte ÖBB-Sprecher Nikolaus Käfer gegenüber der APA. Die Aufräumarbeiten sind im Gang, ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Die Sperre werde voraussichtlich bis Sonntagmittag 12.00 Uhr dauern, so Käfer.
In der Steiermark waren allein im Bezirk Liezen hunderte Einsatzkräfte im Unwettereinsatz. Besonders betroffen ist Stein an der Enns, wo ganze Ortsteile einen halben Meter von Wasser und Schlamm überschwemmt wurden, da der Sölkbach über die Ufer getreten ist.
Viele Bewohner mussten von der Feuerwehr aus ihren Häusern evakuiert werden. Sonntagfrüh wurden zudem mit Hubschraubern Such- bzw. Transportflüge gestartet, um mit den auf den Almen befindlichen Personen Kontakt aufzunehmen.

„Außer Blechschaden nichts passiert“
Auch im Salzburger Pinzgau und Pongau mussten die Feuerwehren mehrmals ausrücken. Eine Mure riss in Dienten ein geparktes Auto in den „Kesselbach“. „Außer Blechschaden ist nichts passiert“, berichtete der Pinzgauer Katastrophenreferent Kurt Reiter.
Das Unwetter zog über Neukirchen, Leogang, Saalfelden, Maria Alm, Dienten, Mühlbach und Bischofshofen hinweg. Sieben örtliche Feuerwehren kämpften gegen kleinere Muren und Überschwemmungen an, baggerten Bäche von Verklausungen frei, pumpten Keller aus und stellten umgefallene Bauzäune wieder auf.

Gesperrte Tunnel in OÖ
Starkregen und Gewitter setzten auch dem Norden Oberösterreichs zu. Kanäle wurden verlegt und die Feuerwehr der Reihe nach zu Überflutungen in Freistadt gerufen. Umgestürzte Bäume sorgten für Verkehrsbehinderungen.
Im Bezirk Gmunden stand die Salzkammergut Straße kurzzeitig rund zehn Zentimeter unter Wasser. Sogar Tunnel mussten wegen Überflutung zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gesperrt werden.

Info der LWZ Oberösterreich: Die Landeswarnzentrale wurde auf Grund der angekündigten Unwetter bereits am frühen Nachmittag des 17.07.2010 personell verstärkt. Dadurch konnten die eingegangen Notrufe problemlos bewältigt werden. Am 18.07.2010 gegen 1:00 Uhr wurde wieder auf Normalbetrieb (2 Disponenten) reduziert, da zu dieser Zeit sich die Lage wieder normalisierte.
Betroffene Bezirke: Braunau, Eferding, Freistadt, Kirchdorf, Linz-Land, Schärding, Urfahr-Umgebung, Linz- Stadt

Einsatzgründe der Feuerwehren: Überflutete Straßen, Kellerüberflutungen, Auspumparbeiten, Murenabgänge, Bäume auf Straßen bzw. Stromleitungen
Besondere Einsätze:
• Bad Ischl, Bezirk Gmunden: Dachstuhlbrand durch Blitzschlag
• Roßleithen, Bezirk Kirchdorf: Holzstadel in Flammen, Alarmstufe 2
• Schönau im Mühlkreis, Bezirk Freistadt: Trafobrand
Seit 17.07.2010, 17:00 Uhr, wurden von der Landeswarnzentrale Oberösterreich 160 Feuerwehren alarmiert.
Einsätze bzw. Alarmierungen in den Bezirken Linz-Stadt, Steyr-Stadt, Wels-Stadt sind in den genannten Zahlen nicht inkludiert.

Wärmegewitter über Oberösterreich
Starke Gewitter haben am Samstag, 17. Juni 2010 in weiten Teilen von Oberösterreich grosse Schäden verursacht. Gegen 17.00 Uhr haben die Disponenten der Landeswarnzentrale OÖ die ersten Notrufe über Sturmschäden und Überflutungen entgegengenommen und erste Feuerwehren zu Unwettereinsätzen alarmiert. In der Landeswarnzentrale OÖ wurde das Personal aufgestockt um die eingehenden Notrufe rasch entgegen nehmen zu können.

In Freistadt führte der Regen bei einer Baustelle, zu einer Hangrutschung. Der Schlamm suchte sich den Weg bis in die Gärten der unterhalb liegenden Häuser. Die Familie versuchte noch in der Nacht einen Damm aufzubauen um das Wasser umzuleiten. Am Morgen sah man erst was das Wasser angerichtet hat.

Die Feuerwehr Lasberg musste einen umgestürzten Baum, der auf eine Telefonleitung gefallen war entfernen.

Innsbrucker Altstadt unter Wasser
Bereits am Samstagnachmittag stand Innsbrucks Altstadt kurzfristig rund einen halben Meter unter Wasser gestanden. Hagel und Starkregen hatte die Kanalisation verstopft. Geschäfte und Keller, Unterführungen und Tunnel standen unter Wasser.
In einigen Gebieten Tirols hat Hagel in der Landwirtschaft einen Schaden von mehr als 1,8 Millionen Euro verursacht.

Überflutete Keller in Vorarlberg
Nach Regenfällen am Samstagabend sind auch in Vorarlberg Keller und Unterführungen voll Wasser gelaufen. Nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle waren die Feuerwehren innerhalb einer Stunde 28 Mal im Einsatz. In Altach wurde das Testspiel zwischen Liverpool und Al-Hilal abgesagt.

Life-Ball-Eröffnung abgebrochen
In Wien sorgte das Unwetter für ein frühzeitiges Ende der Eröffnung des Life Balls auf dem Wiener Rathausplatz. Stark entladen hat sich in Wien der Himmel auch im Südosten. In Schwechat sind binnen kürzester Zeit 35 Liter Regen gefallen.

ORF Österreich
Pressefotograf Martin Bäunard
Foto-Kerschi

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