Oö: Erster 24-Stunden Tag der Feuerwehrjugend Fraham
Fraham (Oö): Vom 21. Juli 2010 14.00 Uhr auf 22. Juli 2010 14.00 Uhr fand der erste 24–Stundentag der Feuerwehrjugend Fraham statt.
Durch verschiedene Schulungen und Übungen wurden den Jugendlichen die Aufgaben und Tätigkeiten der Feuerwehr näher gebracht. Es wurden mehrere Einsätze inszeniert, die die Jugendlichen unter Anleitung der Betreuer selbst meistern durften.
Nach dem Dienstantritt und der Einteilung auf die Fahrzeuge fand eine Fahrzeugschulung, zum genauen Kennen lernen der mitgeführten Geräte statt. Im Anschluss daran gab es einen theoretischen Unterricht über mögliche technische Einsätze und deren Verhalten dabei. Nach dem Theorieteil hatten die Jugendlichen die Möglichkeit sich im Feuerwehrhaus frei zu bewegen bzw. zu spielen.

Gegen 16.30 Uhr schrillte die erste Alarmdurchsage durch die Haussprechanlage des Feuerwehrhauses mit den Stichwörtern: „Einsatz für die Feuerwehr Fraham, Ölspur in Fraham, Marienstraße – nähe Gemeindeamt“. Blitzschnell stürmten die angehenden Feuerwehrmänner zu ihren Garderoben, nahmen ihre Warnwesten und ihren Helm und hetzten zu den Einsatzfahrzeugen.
Mit einer doch sichtbaren Aufregung verließen keine drei Minuten später das TLF A – 2000 sowie das MTF das Feuerwehrhaus in Richtung Einsatzort. Dort hatten zuvor die Betreuer einfach Wasser auf die Fahrbahn geleert. Die letzten Meter ging’s natürlich mit Blaulicht dem Einsatz entgegen. Unverzüglich wurde von den Jungendlichen die Einsatzstelle mit Warndreiecken und Verkehrsleitkegeln abgesichert. Nach der Erkundung durch den Einsatzleiter wurde mit dem Binden des „Öls“ begonnen sowie die Daten des Verursachers aufgenommen. Um 17.30 Uhr konnte der erste Einsatz beendet werden und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt werden.

Nach einer kurzen Einsatznachbesprechung konnten die Kids im Feuerwehrhaus ihr Abendessen einnehmen und anschließend sich wieder frei bewegen. In dieser Zeit erhielten die Jugendlichen Besuch unseres Bezirksfeuerwehrkommandanten OBR Hermann Sandmeier.
Für 19.00 Uhr stand wieder ein theoretischer Unterricht, diesmal über mögliche Brandeinsätze, auf dem Schulungsprogramm. Kaum war dieser Unterricht beendet, schrillten gegen 20.15 Uhr schon wieder die Alarmglocken zur nächsten Ausfahrt: „Brandmeldealarm beim Sägewerk Glatzhofer in Güttelfeld“. Wieder blitzschnell wurde die Einsatzkleidung an sich genommen und die Fahrzeuge besetzt. Zwei Minuten später verließen bereits die Einsatzfahrzeuge das Feuerwehrhaus in Richtung Einsatzort. Dort angekommen wurde den Jugendlichen die Vorgangsweise bei einem Brandmeldealarm, sowie die Brandmeldeanlage selbst erklärt. Dieser Einsatz wurde relativ schnell abgearbeitet und somit konnte sich um 21.00 Uhr die Einsatzmannschaft wieder Einsatzbereit melden. Bei der Einsatznachbesprechung erhielten die Jugendlichen überraschend Besuch unseres Vizebürgermeisters Harald Schick.
Kaum hatten sich die Kids in ihre Schlafräume zurückgezogen, ging gegen 21.30 Uhr schon wieder eine Alarmmeldung durch die Haussprechanlage: „Suchaktion beim Sportplatz nähe Innbach – Polizei erwartet sie vor Ort“. Wiederum stürmten sie in voller Einsatzbekleidung die Fahrzeuge und verließen unverzüglich das Feuerwehrhaus in Richtung Einsatzort. Vor Ort erhielten die Jugendlichen die Info, dass ein Junge nicht nach Hause gekommen ist und er zuletzt beim Innbach beim Baden gesehen worden ist. Durch den Einsatzleiter wurde das Ausleuchten mittels dem TLF A – 2000 der Einsatzstelle befohlen, sowie eine Suchkette gebildet, wobei jeder Jugendliche eine Taschenlampe erhielt.
Als erstes wurde das besagte Gelände Stromaufwärts abgesucht, aber dann nach einigen Hundertmetern erfolglos abgebrochen. Der Einsatzleiter entschied daraufhin, die Suchaktion diesmal aber Stromabwärts erneut aufzunehmen. Nach ungefähr einem halben Kilometer fand ein Jugendlicher am Uferrand ein Badetuch. Nach kurzer Rücksprache mit der Polizei kam die Rückmeldung, dass das gefundene Badetuch dem vermissten Jungen gehört.
Nach wenigen Metern weiter hörte man plötzlich leise Hilferufe, worauf durch den Einsatzleiter das MTF in das mittlerweile sehr unwegsame Gelände beordert wurde, um eine Beleuchtung aufbauen zu können. Nach wenigen Minuten konnte durch einen Suchtrupp der verletzte Junge gefunden werden, mittels Bergetuch geborgen und dem eintreffenden Rettungspersonal übergeben werden. Nach einer Einsatznachbesprechung konnte sich gegen 23.30 Uhr die Mannschaft wieder Einsatzbereit melden.
Für 00.00 Uhr war die Nachtruhe angesetzt. Wie es aber bei solchen Zusammenkünften üblich ist, schliefen naturgemäß anfangs nur die wenigsten. Möglicherweise glaubte auch noch der eine oder andere an einen Einsatz, der aber einfach nicht mehr kommen wollte, so dass gegen 01.00 Uhr auch der letzte Jungfeuerwehrmann ins Reich der Träume verfiel.

Bereits um 07.00 Uhr morgens herrschte schon wieder Betrieb, die Waschräume wurden gestürmt und anschließend das Frühstück eingenommen. Dabei besuchte uns BGM Erwin Hartl und machte sich ein Bild vom 24 Stundentag der Feuerwehrjugend. Um 08.00 Uhr stand die nächste theoretische Weiterbildungseinheit auf dem Programm, die gegen 08.45 Uhr vom nächsten Alarm lautstark unterbrochen wurde. Die Einsatzstichwörter lauteten: „Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person in Simbach – auf Höhe Gasthaus Lindenhof“.
Mit doch sichtbarer Aufregung, was denn nun auf sie zukommen würde, rückten die Einsatzfahrzeuge zum angegebenen Unfallort aus. Dort angekommen sicherten die Jugendlichen, von sich selbst aus, die Einsatzstelle ab. Von den Betreuern wurde das kleine Hydrogerät aus dem KLF entnommen und an der Unfallstelle in Betrieb genommen. Anschließend wurde den Jugendlichen gezeigt, welche Möglichkeiten und Rettungstechniken es gibt, um eingeklemmte Personen bergen zu können.

Anschließend hatten die Kids, die sich trauten, die Möglichkeit eine Scheibe herauszuschneiden oder eine Türe aufzuspreizen. Mit zufriedenen Gesichtern konnte auch diese Hilfeleistung erfolgreich abgeschlossen und um 10.00 Uhr nach einer Einsatznachbesprechung wieder ins Feuerwehrhaus eingerückt werden.
Anschließend stand eine kleine Wissensüberprüfung, über die getätigte Ausbildung, auf dem Programm. Um 10.30 Uhr wurde die lockere Atmosphäre jedoch jäh vom nächsten Alarm unterbrochen: „KFZ Brand in der Ortschaft Simbach – nähe Gasthof Lindenhof“ so lauteten die Einsatzstichwörter für die Einsatzmannschaft. Erneut stürmten die Jugendlichen zu ihren zugeteilten Fahrzeugen und begaben sich zum Einsatzort.
Zur besseren Simulation des Fahrzeugbrandes wurde zu diesem Zweck eine Brandtasse verwendet. Blitzschnell kam auch hier Bewegung auf. Rasch wurde die Einsatzstelle abgesichert und dann durch die Betreuer die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt, wie man einen Fahrzeugbrand bekämpfen kann. Zuerst wurde versucht mit Feuerlöschern die Flammen zu löschen, dann mit dem gewöhnlichen Hochdruckrohr sie zu bekämpfen und zum Schluss bauten sie noch eine herkömmliche Schaumleitung mit Schaum – Zumischer usw. auf um die Flammen zu ersticken.

Natürlich hatte jeder der wollte die Möglichkeit, die verschiedenen Arten selbst auszuprobieren. Als durch den Einsatzleiter „Brand aus“ gegeben wurde, konnte die Mannschaft beginnen die Geräte abzubauen und sie wieder in den Fahrzeugen zu verstauen.
Bis um ca. 12.00 Uhr waren alle Einheiten wieder ins Feuerwehrhaus eingerückt und somit konnte das reichlich verdiente Mittagessen in aller Ruhe eingenommen werden. Nach dem Essen stand noch die Fahrzeug- und Gerätereinigung bzw. Gerätewartung auf dem Programm. Mit den anschließenden Aufräumarbeiten im Haus und der Abschlussbesprechung endetet der in der Feuerwehr Fraham erstmals ausgetragene 24 – Stunden – Schichtdienst am Donnerstag, dem 22. Juli 2010, um 14.00 Uhr.
Resümee:
Auch wenn es einer ausgeklügelten Vorbereitungsarbeit für dieses besondere Ereignis bedurfte, so hat sich der Aufwand in Hinblick auf die Begeisterung der Jugendlichen, sich für einen ganzen Tag auf die Spuren der Erwachsenen Vorbilder zu begeben und Feuerwehr hautnah erleben zu dürfen gelohnt. Den neben den Adrenalinschüben bei den Alarmen, kam auch der Lerneffekt für die Praxis sicher nicht zu kurz, und zudem hatten diese 24 Stunden natürlich auch seine zwischenmenschlichen Positiveffekte und dienten auch der Förderung des gegenseitigen Zusammenarbeitens.
Danke möchte ich, HBM Christoph Stadler der diesen 24 Stundentag ausgearbeitet hat, der Firma Glatzhofer für die Benützung des Firmenareals, sowie Herrn Peter Aumayr vom Lindenhof in Fraham für die zweimalige Benützung des Grundstückes und natürlich auch für die Getränkespende sagen.
Einen großen Dank natürlich auch an das Betreuerteam. Ein besonderer Dank gilt HBI Thomas Mörtenbäck für die Referate und den Dienst als OvD, den beiden Jugendbetreuern der Feuerwehr Fraham HBM Helmut Mager und OFM Rainer Winter, sowie dem Fahrer des TLF–A 2000 BI Markus Stadler und den Kameraden des Aktivstandes HBM Gottfried Heiss, OBM Erich Diewald, E–AW Wolfgang Raab und PFM Patrik Spitzenberger.
Dieses Engagement hat bei den Jugendlichen Begeisterung hervorgerufen. Begeisterung, die im späteren Einsatzdienst allen Beteiligten zugute kommen wird.
