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Russland: Brände lodern weiter -> Moskau wieder verraucht

Moskau (Russland): Ganz langsam verbessert sich die Lage in Russland, wo aber immer noch fast 500 Brände wüten. Moskau liegt zurzeit, 15. August 2010, wieder unter einer Rauchglocke.

Die russischen Feuerwehrleute bekommen die seit Wochen im ganzen Land lodernden Waldbrände offenbar immer besser in den Griff. „Obwohl die Hitze anhält, gewinnt der Mensch langsam die Oberhand“, teilte die örtliche Katastrophenschutzbehörde am Sonntag, 15. August 2010, mit, die für die Region um die Atom-Forschungsanlage Sarow zuständig ist. Allerdings versank Moskau angesichts ungünstiger Winde wieder in einer Smog- und Rauchwolke. Der gesundheitsschädliche Rauch mit dem schweren Brandgeruch zog bis in die Innenstadt. Behörden riefen die Bürger auf, wieder Masken zu tragen und die Fenster zu schließen. Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen zunächst etwas entspannt. Allerdings hatte der Wetterdienst gewarnt, dass der Wind wieder drehen und die Stadt mit Qualm überziehen würde.

Um die Anlage in Sarow, 500 Kilometer östlich von Moskau, waren zwar mehrere Feuer weiter aktiv, sie konnten laut Behörden aber eingedämmt werden. „Zum ersten Mal seit einigen Tagen gibt es die sichere Tendenz, dass die Zahl der Waldbrände in der Region zurückgeht“, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit. In den Dörfern Popowka und Puschta nahe Sarow, wo rund 1200 Hektar Land brannten, waren demnach weiter mehr als 1200 Feuerwehrleute im Einsatz.

Bereits am Samstag, 14. August, hatte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu die Fortschritte der Löscharbeiten hervorgehoben. Von den Brände waren seinen Angaben zufolge keine Atomanlagen mehr direkt bedroht. Auch am Forschungsreaktor von Sneschinsk und an der Wiederaufbereitungsanlage Majak im Ural seien die Brände unter Kontrolle. „Die potenziell gefährlichen Einrichtungen werden zuverlässig geschützt“, teilte er mit.

Nachdem die Gefahr eines Feuers in der Atomanlage von Sarow vor einigen Tagen noch „sehr real“ gewesen sei, sei die Lage nun unter Kontrolle, erklärte der Chef der staatlichen russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko. Er habe sich vor Ort selbst ein Bild der Lage gemacht. Von der Anlage gehe keine Gefahr für die Umwelt aus, teilte er mit.

Am Sonntag loderten in ganz Russland noch 498 Bandherde auf einer Fläche von zusammengerechnet 53.500 Hektar. Während des Höhepunkts der Waldbrände hatten in ganz Russland fast 200.000 Hektar Land gebrannt. Den Einsatzkräften standen nun auch Wassertanks und feuerfester Einsatzkleidung aus den USA zur Verfügung. Am Samstag trafen auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo die beiden ersten US-Militärflugzeuge mit Hilfsgütern im Wert von 4,5 Millionen Dollar ein. Für die nächsten Tagen werden zwei weitere Hilfslieferungen erwartet. „Wir werden diese Geste nicht vergessen“, sagte ein Vertreter des Katastrophenschutzministeriums.

Russland exportiert seit Inkrafttreten eines entsprechenden Verbots am Sonntag kein Getreide mehr. Regierungschef Wladimir Putin hatte die Anordnung angesichts der anhaltenden Trockenheit vor zehn Tagen verhängt. Sie gilt zunächst bis zum Jahresende und soll die Preise für Nahrungsmittel in Russland niedrig halten. Moskau erwartet, dass die Ernte in diesem Jahr statt rund 90 Millionen Tonnen nur bis zu 65 Millionen Tonnen Getreide einbringt. Russland ist der drittgrößte Weizenexporteur weltweit, die sinkende Ernte lässt daher die Weizenpreise auf dem Weltmarkt steigen.

NTV

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