Nö: Rescue Days: Bessere Hilfe bei Unfällen
Amstetten (Nö): 1.500 Mal pro Jahr werden in NÖ hydraulische Bergegeräte nach Unfällen eingesetzt.
In Amstetten sind am Sonntag Feuerwehren aus dem Bezirk mit den modernsten Gerätschaften vertraut gemacht worden.
Üben und Lernen für den Ernstfall
Nach der Theorie am Samstag stand für die 80 Teilnehmer am Sonntag die Praxis am Programm, also mehrere Stationen mit konkreten Unfallbeispielen.
Das Sichern von Fahrzeugen, das Bergen von Unfallopfern und der richtige Einsatz der hydraulischen Bergegeräte stand im Mittelpunkt der Rescue Days.
Auto überschlägt sich, kracht auf Leitschiene
Fünf bis sechs Mal pro Monat passiere ein vergleichbarer Unfall alleine im Bezirk Amstetten, heißt es bei der Feuerwehr. Daher sei das Üben dieses Unfallszenarios besonders wichtig – auch wenn man im ländlichen Bereich seltener mit solch schweren Unfällen zu tun habe, sagte Günther Weiss von der Feuerwehr Waidhofen/Ybbs, einer der Teilnehmer.
Im Jänner 2009 wurde die Übungsannahme beispielsweise Realität: auf der Westautobahn (A1) bei Böheimkirchen fuhr ein Kleintransporter auf die Leitschiene auf, der Fahrer wurde eingeklemmt und schwerst verletzt.
„Wir haben gelernt, wie man richtig Autos sichert und wie man den Scherenspreizer richtig einsetzt“, erzählte Wolfgang Feigl von der Feuerwehr Stefanshart (Bezirk Amstetten). Gemeinsam mit einem Kollegen, der auch an der Übung „Rescue Days“ teilgenommen hat, möchte er das erworbene Wissen an die Kollegen daheim weitergeben.
Viele Lösungen führen zum Ziel
In der Theorie gebe es mehrere Bergeszenarien, die in der Praxis eingesetzt werden könnten, erklärte Ausbildungsleiter Albert Kreutmayer aus Augsburg. Neue Lösungsansätze und Techniken möchten er und seine deutschen Kollegen den österreichischen Einsatzkräften vermitteln.
„Weil der Stand der Automobilindustrie und auch der Rettungstechniken ständig steige“, so Kreutmayer. So gebe es etwa von der oberösterreichischen Firma „Weber Hydraulik“ mittlerweile handliche und leichtere hydraulische Geräte, die die Bergung von Unfallopfern vereinfache.
Unter fachkundiger Anleitung von erfahrenen Kollegen wurden Geräte wie dieses bei den Rescue Days in der Praxis erprobt, „einen ganzen Tag lang und ohne Zeitdruck“, sagte der Bezirksfeuerwehrkommandant Armin Blutsch.
Im Ernstfall zählt ja jede Sekunde, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht.
