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Oö: Feuerwehrmann gestand acht Brandstiftungen

Reichenthal (Oö): „Ich bin schockiert. Ich hätte ihm das nie zugetraut“, sagt der Reichenthaler Bürgermeister Karl Jaksch. Ein Feuerwehrmann (32) aus der 1400-Einwohnergemeinde gestand, acht Brände gelegt zu haben.

Die Brandserie, die im April 2009 begann und bis August 2010 andauerte, hatte vielen Bewohnern Angst gemacht. Der Schaden wird auf 220.000 Euro geschätzt. Erleichterung, dass die Polizei nun einen Verdächtigen ausgeforscht hat, verspürt dennoch kaum jemand. Im Ort ist vielmehr Betroffenheit spürbar – darüber, dass einer von ihnen, den sie für einen netten Mitbürger hielten, seit Dienstagabend unter dem Verdacht der achtfachen Brandstiftung in Linz im Gefängnis sitzt.

„Er hat bei uns Haus gebaut, hat eine Frau und zwei kleine Kinder, die noch nicht in die Schule gehen“, sagt der Bürgermeister, der auch Hauptschuldirektor in Reichenthal ist: „Vielleicht habe ich ihn damals auch im Unterricht gehabt…“ Ortschef Jaksch ist zwar nicht bei der Feuerwehr, aber er fährt immer zu den Einsatzorten wenn die Sirene heult. „Das ist so in einer kleinen Gemeinde“, sagt er. Und einer der Feuerwehrmänner, den er bei Löscharbeiten häufig traf, war der 32-jährige Harald N. (Die Redaktion kürzt den Namen aus Rücksicht auf die Familie ab.)

Das war auch Polizisten aufgefallen. In monatelangen Ermittlungen trugen Leonfeldner Beamte mit Kollegen des Landeskriminalamtes Indizien zusammen. „Am Dienstag (14.9.2010) holten wir den Verdächtigen zum Verhör. Nach anfänglichem Leugnen gestand er“, sagt ein Beamter.

„Er war immer fleißig, aber er hat sich nie extra hervorgehoben. Für uns war nichts Verdächtiges erkennbar“, sagt der Reichenthaler Feuerwehrkommandant Andreas Gierer: „Wir sind alle schockiert. Er war ein guter Kamerad, hat nie etwas angedeutet, dass es ihm nicht gut geht, oder dass ihm etwas nicht passt. Wir sind auch privat öfter miteinander fortgegangen.“ Gemeinsam hatten sie auch gegen das Feuer gekämpft, das Harald N. gelegt haben soll: etwa beim Großbrand der denkmalgeschützten Scheune beim Schloss Waldenfels in Reichenthal Anfang August.

Zudem soll N. Müllcontainer angezündet und kleine Brände vor den Häusern von zwei Gemeindebürgern gelegt haben. Einer war sein Nachbar. „Personen waren nie in Gefahr“, sagt ein Polizist. Im Vorjahr brannte es sogar in der eigenen Gartenhütte des 32-Jährigen. Auch dieses Feuer soll er gelegt haben.

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