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Schweiz: Austritt von 3.000 l Chloracetylchlorid in Pratteln

Pratteln (Schweiz): Auf dem Areal des Chemiebetriebs CABB in Pratteln (BL) hat sich die Lage entspannt. Wegen eines Lecks in einer Pumpe waren rund 3000 Liter Chloracetylchlorid ausgetreten. Die Wolke konnte heruntergewaschen werden.

Wie ein Chemiker gegenüber «tagesschau.sf.tv» sagte, kann die Säure in Verbindung mit Wasser gefährlich werden. Die Polizei Baselland hatte jedoch gleich Entwarnung gegeben. Für Mensch und Umwelt bestehe keinerlei Gefahr. Verletzt worden sei niemand. Aus Chloracetylchlorid bildete sich in Kombination mit Luftfeuchtigkeit eine Wolke mit Salz- und Essigsäure, wie die Baselbieter Polizei mitteilte.

Als erstes wurden frühmorgens vor Ort sechs Gebäude evakuiert. Mit Wasserwerfern versuchte die Feuerwehr, die Dämpfe zu bekämpfen. Ein noch nicht abschließend definierter Teil der ausgetretenen 3000 Liter blieb in einer Auffangwanne im Parterre des Gebäudes zurück und musste anschliessend in einer aufwändigen Aktion abgepumpt werden. Dieses Material wird nun fachgerecht entsorgt. Bisherige Luftmessungen innerhalb und außerhalb des Firmenareals hätten keine kritischen Werte ergeben, hält die Polizei fest. In der Umgebung von Pratteln/Schweizerhalle (Gemeinden Muttenz, Pratteln, Birsfelden sowie in deutschen Gemeinden Grenzach und Wyhlen) kam es lokal vereinzelt zu Geruchsbelästigungen. Es konnte Essiggeschmack wahrgenommen werden. Während mehreren Stunden sind rund 150 Personen im Einsatz.

Der Hergang sowie die Ursache sind Gegenstand von laufenden Ermittlungen durch die Polizei Basel-Landschaft in enger Zusammenarbeit mit der betroffenen Firma und dem Statthalteramt Liestal. Die Firma CABB ist ein global operierendes Unternehmen der Feinchemie mit Sitz in der Nähe von Frankfurt/Main (D). Sie stellen Produkte für Kunden in der Agro- und Pharmaindustrie her, in der Spezialitätenchemie sowie im Bereich Performanceprodukte. Die Firma ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Monochloressigsäure.

Am 1. November 2010 jährt sich der große Chemieunfall in Schweizerhalle zum 24. Mal. 1986 war bei einem Großbrand bei Sandoz eine grosse Lagerhalle abgebrannt. Damals wurde wegen des dicken Rauches eine mehrstündige Ausgangssperre verhängt. 20 Tonnen Insektizide, Fungizide und Herbizide flossen in den Rhein und verseuchten den Fluss bis in die Niederlande. Die Umwelt-Katastrophe von «Schweizerhalle» hatte die Politik und die Öffentlichkeit 1986 wachgerüttelt. Rund 95 Mrd. Franken wurden in grenzüberschreitender Kooperation durch die öffentliche Hand in neue und um weitere Reinigungsstufen aufgerüstete Kläranlagen investiert.

Schweizer Fernsehen

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