Oö/USA: Gunskirchner Feuerwehrmann besucht Firefighter
Gunskirchen (Oö)/USA: Ein kurzer Reisebericht des Gunskirchner Feuerwehrkameraden Knogler Philipp, der 19 Tage in der USA verbrachte. Den Urlaub nutzte er auch, um das Feuerwesen der USA kennen zu lernen:
Bei meiner Städtereise entlang der Ost – Küste der USA im August 2010, besuchte ich auch ein Fire Department im Bundesstaat Washington.
Diese Wache befindet sich etwa 40 Minuten außerhalb von Washington DC, in Lake Ridge. Dabei ließ ich es mir nicht nehmen, einige Fotos der Feuerwehr in Washington und auch in New York zu machen.

In Lake Ridge befindet sich eine Freiwillige Feuerwehr. Die genaue Bezeichnung in der USA lautet dafür „Volunteer Fire Department“. Dabei verrichten ehrenamtliche Mitarbeiter ihren täglichen Dienst. Es gibt allerdings auch einige hauptberufliche Mitarbeiter, die vor allem in der Nachtzeit die Wache besetzten. Diese Berufsfeuerwehrmänner verrichten in einigen Fällen jedoch auch tagsüber ihren Dienst. Es befinden sich immer 5 – 6 Mitarbeiter auf der Feuerwache.
Auf der Feuerwache in Lake Ridge ist auch die Ambulance (Rettung) stationiert, die dort zwei Fahrzeuge hat. In Lake Ridge ist jeweils ein Engine (RLF-A oder LFB-A) und ein Ladder (Drehleiter) stationiert. Zusätzlichen ist auf dieser Wache noch ein Fahrzeug für die Waldbrandbekämpfung (Geländewagenaufbau) und ein Feuerwehrboot stationiert.

Prinzipiell unterscheidet man in den USA zwei verschiedene Fahrzeugtypen, natürlich gibt es auch wie bei uns noch verschiedene Sonderfahrzeuge. Die zwei wichtigsten Fahrzeuge sind der „Ladder“ und der „Engine“. Es handelt sich dabei um ein Leiterfahrzeug und die sogenannte Maschine.
Der Ladder führt gegenüber unseren Drehleiterfahrzeugen in Österreich eine komplette Löschgruppe mit. Er ist für die Personenrettung bei technischen sowie auch bei Brandeinsätzen zuständig. Der Engine führt einen Wassertank mit und ist für die Brandbekämpfung zuständig. In beiden Fahrzeugtypen befinden sich Atemschutzgeräte für die gesamte Mannschaft (aller ausser dem Fahrer).

Die Feuerwehrfahrzeuge in der USA können von den Lackierungen von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden sein, da jeder das Feuerwehrwesen selbst regelt. So gibt es in New York zum Beispiel rote Feuerwehrfahrzeuge und in Washington gelbe. Auch eine privatwirtschaftliche Führung des Feuerwehr- und Rettungsdienstes ist möglich.
Die Feuerwehrfahrzeuge werden oft mit Bildern und Schriftzügen verziert und besitzen meist am Heck eine Flagge. Eine Feuerwache in den USA besteht nicht wie in Östereich aus mehreren Fahrzeugen, sondern kann oft aus nur einem Ladder oder Engine bestehen. Ein Löschzug wird vom Captain geführt und die Gruppen vom Leutnant. Oft besitzt der Captain ein eigenes Kommandofahrzeug, was dort als „Batailon“ bezeichnet wird.
Dieses Fahrzeug ist meist in den Großstädten wie New York oder Washington in Verwendung, wo es als sogenanntes Kommandofahrzeug bei einer Alarmierung („Running Out“) als erstes Fahrzeug ausrückt. Während einer Einsatzfahrt sperrt bwz. sichert dieses Kommandofahrzeug oft verkehrsreiche Kreuzungen.

Insgesamt hat die Feuerwehr in den USA über 1 Million Mitglieder, davon sind 72 % freiwillig eingetragen. Die Feuerwehr in New York, auch FDNY (Fire Department of New York) genannt, hat über 16.000 Angestellte. Mit dieser Zahl ist sie die größte Feuerwehr der Welt. Sie besitzt 430 Einsatzfahrzeuge, die auf über 220 Feuerwachen verteilt sind. Auch das Budget von über 1 Milliarde US Dollar ist für Österreichische Verhältnisse unglaublich.
Um bei dem FDNY einen der begehrten Arbeitsplätze zu ergattern, muss man ein hartes Auswahlverfahren überstehen, bei dem nur die härtesten durchkommen. Danach folgt eine 6 monatige Ausbildung an der Feuerwehrschule. Am Ende dieser Ausbildung ist man ein New Yorker Firefighter.
Die Feuerwehrleute in den USA haben einen besonderen Stellenwert. Den Ruf den die Firefighter genießen, ist mit Abstand der beste in der amerikanischen Welt. Sie riskieren Tag täglich für die Menschen ihr Leben und setzen dabei nicht selten ihr eigenes aufs Spiel.
In New York haben seit 144 Jahren 1.137 Feuerwehrmänner und -frauen ihr Leben gelassen. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 veränderten das Leben vieler Feuerwehrleute. Beim Einsturz der Twintowers ließen 343 Firefighters ihr Leben. Es gab in New York fast keine Wache die keinen Kollegen zu beklagen hatte.

Viele Feuerwehrleute leiden noch heute an den schweren Folgen wie Asthma oder an anderen Lungenkrankheiten, verursacht durch den giftigen Staub und Rauch während des Einsturzes und den Aufräumarbeiten. Erst vor kurzem wurde den Helfern vom 9/11 eine Entschädigung in der Höhe von 657 Millionen Dollar zugesprochen.
Zahlen und Fakten wurden teilweise in einem persönlichen Interview sowie auch mit Hilfe von Wikipedia recherchiert.
