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Deutschland: Meterhohe Flammen am Baumarkt

Bitterfeld (Deutschland): Tausende Euro Schaden, das wird auf dem ersten Blick klar – einen sechsstelligen Betrag schätzt das betroffene Unternehmen. In der Nacht zum Montag, 18.10.2010, ist der Außenbereich des Discount-Baumarktes an der Bitterfelder Glück-Auf-Straße in Flammen aufgegangen.

Durch die enorme Hitze wurden auch der Innenbereich des Marktes sowie das Dach stark betroffen. Personen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

75 Feuerwehrleute waren ab 22 Uhr die restliche Nacht im Einsatz, um das Feuer einzudämmen und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile zu verhindern. Das Entsetzen stand ihnen beim Eintreffen am Einsatzort ins Gesicht geschrieben. Neben den riesigen Flammen auf dem Außengelände standen viele gefüllte Propangasflaschen in Gitterboxpaletten. Da kam die Erinnerung an die Explosionen im Gasflaschenlager am 3. Mai 2007 in Bitterfeld schnell in Erinnerung.

Doch die Flammen konnten von den Gasflaschen fern gehalten werden. Dennoch dauerten die gesamten Löscharbeiten bis in die Morgenstunden. Erst gegen 6 Uhr wurden die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr von Bitterfeld-Wolfen durch die Hauptamtlichen aus dem Industriepark Wolfen abgelöst, die danach die Brandwache übernahmen.

Dem vorausgegangen waren für die Bitterfelder Feuerwehrleute am Sonntagabend bereits drei Einsätze, bei denen brennende Papier- und Abfallcontainer sowie ein Geräteschuppen in einer Kleingartenanlage gelöscht werden mussten. Und: Sämtliche Brände loderten in der Nähe des Baumarktes im Bereich der Bitterfelder Röhrenstraße.

Der Ursprung des gewaltigen Baumarktfeuers war ein leer stehendes Firmengebäude auf dem benachbarten Gelände der ehemaligen Konsum-Bäckerei. Gebäude und Dachstuhl, so die Polizei, brannten in voller Ausdehnung. Von dort breitete sich der Brand auf das Freigelände des Baumarktes aus. Dicht am Zaun des Marktes waren hunderte Rollen Dachpappe und -schindeln gelagert, die gerade angeliefert worden waren. Das Feuer griff schnell über.

Die enorme Hitze verursachte gewaltigen Schaden auch im Innenbereich des Marktes. Kabel schmolzen, Lampen verformten sich, Metallregale hielten der Hitze nicht mehr stand, sie bogen sich unter ihrer Last und stürzten ein. „Nur gut, dass die einzelnen Bereiche mit Brandschutztüren voneinander abgetrennt sind“, beschreibt Unternehmenssprecherin Nadine Villmann die Lage.

Nur mit vollem Atemschutz konnten die 75 Feuerwehrleute, die in der Nacht aus der gesamten Stadt Bitterfeld-Wolfen herbeigeeilt waren, das Gelände und die Räume betreten, um zu löschen und zu retten, was noch zu retten ist. Im Einsatz hatte die Feuerwehr auch den Abrollcontainer, in dem es möglich ist, Pressluftflaschen für die Kameraden, die im Einsatz sind, zu tauschen und auch vor Ort wieder zu füllen. Das Gerät wurde erst in diesem Jahr in Betrieb genommen. Bei solchen Großeinsätzen sei es wichtig, erklärte Klaus-Peter Kozloff, Pressesprecher der Feuerwehr Bitterfeld, dass die Flaschen der Einsatzkräfte immer gefüllt sind. Man könne ja nie wissen, wann und wie der nächste Einsatz aussehen könnte, so Kozloff.

Über die tatsächliche Höhe des Sachschadens könne man derzeit noch keine Auskunft geben, erklärte Unternehmenssprecherin Nadine Villmann. „Es muss ja auch noch die Statik des Gebäudes geprüft werden.“ Erst wenn das geschehen ist, könne man sehen, wie weiter verfahren werden wird. Die Mitarbeiter indes haben jetzt voll damit zu tun, den Markt wieder auf Vordermann zu bringen. Geöffnet werde auf alle Fälle wieder, bestätigte Villmann. Wann, das könne sie aber aus jetziger Sicht noch nicht sagen.

Empörung über die Tat herrschte auch bei den Kunden, die am Montagmorgen so wie immer in ihren Baumarkt wollten, um etwas einzukaufen. Von Kopfschütteln bis hin zu Wut war bei den Kunden alles zu sehen und zu hören. „Das kommt alles von da drüben“, schimpfte Rentner Gerhard Körner und zeigte auf die Ruinen der ehemaligen Konsumbäckerei. Da habe es ja schon öfter gebrannt, blickte er zurück, doch zur Verantwortung sei bisher niemand gezogen worden, machte Körner seinem Ärger Luft. „Es wird Zeit, dass mit den Ruinen da was passiert.“

Eine technische Ursache als Zündquelle schließt die Polizei aus, sie geht von Brandstiftung aus. Sie hat die Ermittlungen zum Verdacht der Brandstiftung aufgenommen, sie dauern an.

Naumburger Tageblatt

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