Deutschland: Brenzlige Situation an der Gas-Zapfsäule
Böbling (Deutschland): Ein leckes Gasauto hat um 10 Uhr des 7. Jänner 2011 an der Shell-Tankstelle in der Böblinger Wolfgang-Brumme-Allee einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei verursacht. Über 60 Einsatzkräfte und 16 Fahrzeuge waren im Einsatz. Die Straße musste mehrere Stunden lang voll gesperrt werden.
Beim Betanken seines Opels Zafira mit Flüssiggastank bemerkte der Fahrer gegen 10 Uhr, dass Gas austrat. „Wir vermuten, dass der Tank leck ist“, so Rolf Maier vom Böblinger Ordnungsamt. Um 10.10 Uhr beginnt der Großeinsatz der sofort alarmierten Böblinger Feuerwehr, die Kollegen aus Sindelfingen und von der Mercedes-Benz-Werkfeuerwehr hinzuzieht. Acht Fahrzeuge und knapp 50 Feuerwehrleute waren am Start.
Drei Brücken geräumt
Mehrere Streifen der Polizei räumen den unmittelbaren Nahbereich und sperren den Abschnitt der Wolfgang-Brumme-Allee zwischen Talstraße und Friedrich-List-Straße. Auch die drei Fußgängerbrücken zwischen zwei Einkaufszentren werden vorsorglich geräumt. „Wir haben zunächst die Tankstelle, die Passage darüber und die Tiefgarage geräumt“, erklärt Feuerwehr-Einsatzleiter Marcus Winz sein Vorgehen. Zu verhindern, dass das Gas in die Tiefgarage absinkt, hat anschließend oberste Priorität: „Das Gas ist schwerer als Luft, und die Tiefgarage ist hier der tiefste Punkt“, so Winz. Als Flüssiggas getankt, verändert das Gas beim Auslaufen aus dem defekten Tank seinen Aggregatzustand, schwebt dicht über dem Boden: „Das Gas kann man beim Austreten aus dem Tank hören, und man kann es riechen und messen“, so Winz. Und bereits eine Zigarettenkippe könne es entzünden. Mit einem speziellen Lüfter-Fahrzeug vertreiben die Feuerwehrleute deswegen das Gas. Ein solcher Einsatz ist ein Geduldsspiel: „Es kann eine Stunde dauern, bis der Gastank leer ist“, so Marcus Winz. „Oder wir können nach fünf Stunden noch hier stehen.“ Rund 30 Liter Gas sind nach seiner Schätzung aus dem Opel Zafira ausgetreten. Für die genaue Einschätzung der Lage ordert die Feuerwehr den Flüssiggas-Spezialisten aus Weil im Schönbuch an die Unglücksstelle, der den Opel mit dem Gastank ausgerüstet hatte. Auch die Parker in der Tiefgarage müssen sich in Geduld üben: Zwei Stunden lang dürfen keine Fahrzeuge ausfahren. Erst gegen 13 Uhr hat die Feuerwehr das Gas so weit vertrieben, dass ein gefahrloses Ausfahren aus der Tiefgarage möglich ist.
Risiko Funkenflug
In der Zwischenzeit kümmert sich die Feuerwehr Böblingen um die Beseitigung der bei Funkenflug durchaus existenten Gefahr einer Explosion. Da an dem Wagen das Lenkradschloss eingerastet ist und dieses nur über das Einschalten der Zündung gelöst werden kann, scheidet ein Abtransport oder Wegschieben des Wagens aus. Das Fahrzeug kann lediglich einige Meter geradeaus nach vorn gerollt werden, weg aus dem unmittelbaren Bereich der Zapfsäulen. Zwei Polizeibeamte klagen nach dem Einsatz über Unwohlsein. Über weitere Verletzte wurde bislang nichts bekannt. Die Arbeiten und die Vollsperrung dauerten bis gegen 15 Uhr an.
Das ist der Übeltäter. Aus dem kleinen Opel ist Gas ausgetreten, das zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt hat. Ein Funke hätte genügt, das Gas zu entzünden.
Bei der Tankstelle an der Böblinger Wolfgang-Brumme-Allee war die Feuerwehr gestern damit beschäftig, ausgelaufenes Gas zu vertreiben. Nicht zuletzt aus der angrenzenden Tiefgarage.
