Stmk: Rüsthaus-Neubau bringt feurige Debatte
Traboch/Madstein (Stmk): Am geplanten Neubau eines großen Rüsthauses und der damit verbundenen Zusammenlegung der Freiwilligen Feuerwehren Traboch und Madstein entzünden sich derzeit hitzige Debatten.
Sobald es das Wetter erlaubt, soll in Traboch beim Kreisverkehr an der Autobahnauffahrt mit dem Bau eines neuen Feuerwehrrüsthauses begonnen werden. Die Baukosten werden etwa 1,2 Millionen Euro betragen. So weit, so gut. Und dennoch entzünden sich wegen des geplanten Neubaus seit Monaten hitzige Debatten in der Gemeinde.
Der strittige Knackpunkt: In dem neuen Rüsthaus möchte Bürgermeister Franz Toblier die Freiwilligen Feuerwehren Traboch-Timmersdorf sowie Madstein-Stadlhof unter einem Dach zusammenführen. Dieses Ansinnen stößt bei Johannes Prein, Kommandant der FF Traboch, auf eher wenig Gegenliebe.
„Es liegt auf der Hand, dass die Feuerwehr Madstein dringend ein neues Gebäude braucht. Die Planung war aber so angelegt, dass das Gebäude nur für eine Wehr um etliches zu groß dimensioniert war“, so Prein. Daraufhin habe Toblier begonnen, Druck zu machen, um zu erreichen dass auch die Kameraden der Trabocher Wehr in den geplanten Neubau einziehen. „Er hat uns angekündigt, dass die Gemeinde die Feuerwehr Traboch nur mehr bis Ende September finanziell unterstützen wird, wenn wir nicht in das neue Rüsthaus umziehen“ so Prein. Eine zwangsweise Zusammenlegung sei rechtlich allerdings nicht möglich.
Kostenfaktor
Im derzeitigen Rüsthaus seien die Feuerwehrleute der FF Traboch zufrieden. Außerdem sei der geplante Neubau im Vergleich zum Bau ähnlicher Rüsthäuser in der Steiermark sehr teuer, meint Prein. „Es geht auch billiger.“ Auch liege es nicht unbedingt auf der Hand, dass die Betriebskosten im neuen Gebäude weniger seien als in beiden bestehenden Rüsthäusern. „Es geht nicht darum, dass wir jemandem was zu neidig wären. Aber auch vom einsatztechnischen her gibt es viele Argumente dafür, die bestehenden Standorte zu belassen“, betont Prein. Die Stimmung unter den Feuerwehrkameraden sei wegen der Vorgangsweise des Bürgermeisters eher schlecht.
Zentrale Lage
Komplett anders sieht Bernhard Karpf, Kommandant der FF Madstein, die Angelegenheit: „Aus meiner Sicht ist eine Zusammenlegung der beiden Feuerwehren in Traboch alleine wegen der Ortsstruktur sinnvoll“, so Karpf. Der geplante neue Standort sei in zentraler Lage und für alle Feuerwehrleute mit dem Auto innerhalb von drei Minuten erreichbar. Im Falle einer Zusammenlegung der beiden Wehren sieht er die Wahl eines Kommandanten für die vereinte Feuerwehr als unproblematisch: „Wenn es gewünscht wird, würde ich mich bei der Wahl zur Verfügung stellen. Ich habe aber auch kein Problem damit, mich einfach nicht mehr zur Wahl zu stellen“, betont Karpf. Obwohl es schon jetzt eine Doppelalarmierung beider Wehren gibt, meint er: „Für eine vereinigte Feuerwehr ist es viel leichter, ein starkes Ausrüstungskonzept zu erstellen.“
Bürgermeister Toblier stellt indes klar: „Dass wir diesen Neubau durchziehen, ist definitiv. Daran führt kein Weg vorbei. Eine Umplanung ist aus finanziellen und rechtlichen Gründen nicht denkbar.“ Er sei nicht mehr bereit, einen Rückzieher zu machen: „Es geht darum, eine zukunftsweisende Struktur zu schaffen und künftig auch Kosten zu minimieren. Eine Zusammenlegung der beiden Wehren ist sinnvoll. Von Größenwahnsinn kann bei dem Neubau keine Rede sein“, erklärt Toblier. Man habe die Vertreter der FF Traboch mehrmals zu Gesprächen eingeladen: „Dieses Angebot wurde jedoch nie angenommen.“ Der Standort des neuen Rüsthauses direkt bei der Autobahnauffahrt sei ideal: „In erster Linie werden die Feuerwehren bei uns für technische Einsätze auf der Autobahn gebraucht.“ Der Großteil der Bevölkerung sei für die Zusammenlegung der Wehren, ist sich Toblier sicher.
Man zwinge die Kameraden der FF Traboch nicht zur Zusammenlegung: „Im Endeffekt ist das eine freiwillige Sache. Allerdings räumt Toblier ein: „Die Feuerwehr Traboch wird von der Gemeinde bis Ende September am alten Standort finanziell unterstützt. Wir werden sie danach auch weiterhin unterstützen – allerdings nur am neuen Standort.“
