Deutschland: Unwetter -> Feuerwehrleute sind keine Putzfrauen
Emden (Deutschland): Beim Starkregen am 23. Juni 2011 liefen viele Keller voll. Für das Auspumpen nahm die Feuerwehr Gebühren – weil es sich nicht um einen „Notstand“ handelte.
Die vom Starkregen am 23. Juni in Borssum betroffenen Anwohner mussten Gebühren für das Auspumpen ihrer Keller bezahlen, weil es sich dabei nicht um einen „Notstand“ handelte. Das schrieb jetzt der Emder Feuerwehrchef Bernd Lenz in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Ratsfraktion. Die SPD wollte wissen, ob die Anwohner finanziell entlastet werden könnten. Einige hätten 400 Euro zahlen müssen.
Unentgeltlich seien Feuerwehreinsätze nur bei einem Notstand, so Lenz. Einen solchen Notstand gebe es aber nur, wenn ein großes Gebiet betroffen und die „öffentliche Sicherheit und Ordnung massiv gefährdet“ seien. In Borssum sei das alles nicht der Fall gewesen. In solchen Fällen erhebe die Feuerwehr eine Art „Schutzgebühr“. Denn wenn alle Einsätze kostenlos wären, würde die Feuerwehr häufiger zu Einsätzen gerufen, auch wenn es vielleicht gar nicht nötig sei. „Feuerwehren sind aber keine Putzfrauen“, so Lenz. Daher werde die Gebühr erhoben. Sie orientiere sich an den tatsächlich eingesetzten Leuten und Fahrzeugen. Ein Löschfahrzeug mit vier Feuerwehrleuten koste 241 Euro pro Stunde. Lenz: „Die meisten Einsätze dauern 30 bis 60 Minuten.“
