Oö: Handgemenge zwischen Lenker und Feuerwehr-Chef nach Unfall
Perg (Oö): Nach einem Verkehrsunfall am 7. August 2011 in Perg erhebt ein Augenzeuge schwere Vorwürfe gegen Franz Poscher, den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr. Der Einsatzleiter soll ein Handgemenge mit dem Unfallopfer provoziert haben. Die Polizei relativiert die Anschuldigungen und spricht von einem Missverständnis.
Auf der Heimfahrt von einem Weinfest war der Lenker eines roten VW-Käfer auf der abschüssigen Straße nach Allerheiligen ins Schleudern geraten, das Auto überschlug sich. Der Mann kam mit leichten Verletzungen davon und begann noch an der Unfallstelle zu randalieren. Ob im Schock oder unter Alkoholeinfluss, ist nicht geklärt. Die alarmierten Einsatzkräfte des Roten Kreuzes und der Polizei versuchten, den Mühlviertler zu beruhigen. Dann traf die Feuerwehr ein. „Der Kommandant mischte sich ebenfalls in die Diskussion ein und begann, den Unfalllenker plötzlich völlig unkoordiniert aus dem Auto zu zerren. Die an sich schon beruhigte Lage lief wieder aus dem Ruder, und der Unfalllenker und der Feuerwehrkommandant prügelten plötzlich aufeinander ein“, schildert ein Augenzeuge in einem teilanonymisierten Brief (Nachname abgekürzt) an die OÖNachrichten. Polizisten, Rettungsmänner und Feuerwehrkollegen seien dazwischengegangen und hätten die Kontrahenten getrennt. „Am Unfallort schrie der lallende Feuerwehrkommandant noch mehrmals seine Kollegen an“, schreibt der Beobachter.
„Ein g’scheiter Blödsinn“, reagiert Franz Poscher empört auf die Anschuldigungen. Nicht er habe zugeschlagen, sondern der Unfalllenker: „Dabei hat er mir die Stirnlampe vom Helm gerissen.“ Er sei auch keineswegs alkoholisiert gewesen, wie der Leserbriefschreiber behauptet: „Das ist völlig aus der Luft gegriffen“, so Poscher.
Josef Hiesböck, stellvertretender Bezirkspolizeikommandant, geht nach Rücksprache mit den diensthabenden Kollegen von einem Missverständnis aus: „Es gibt keine Verdachtsmomente, die Erhebungen gegen den Kommandanten rechtfertigen würden.“ Er kenne Franz Poscher von gemeinsamen Übungen und habe mit ihm nur gute Erfahrungen gemacht. Der Lenker nahm nach dem Zwischenfall Reißaus. In Perg wurde er später aufgegriffen und in die Landesnervenklinik eingewiesen. Seinen Hund übergaben die Einsatzkräfte der Tierrettung.
