Tirol: 350 Jahre altes Bauernhaus in Vollbrand

Hainzenberg (Tirol): Am Sonntag, den 22. Jänner 2012, wurden um 02:51 Uhr die Freiwilligen Feuerwehren Hainzenberg und Zell am Ziller zu einem Gebäudebrand am Hainzenberg im Bereich des Dörfls gerufen. Nach dem ersten Lokalaugenschein wurde den Einsatzkräften schnell bewusst, dass weitere Kameraden benötigt werden.
Ein 350 Jahre altes, aus Holz errichtetes, Bauernhaus und der an der nördlichen Seite angrenzende Stadel standen in den frühen Morgenstunden in Vollbrand. Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich elf Urlauber sowie ein Einheimischer im Gebäude. Laut Polizeiinspektion Zell wurde eine, im Parterre schlafende, Urlauberin auf den Brand aufmerksam und schlug Alarm. Daraufhin flüchteten die Bewohner aus dem Gebäude. Durch den bereits stark ausgebreiteten Rauch musste mindestens einer der Urlauber die Flucht über den Balkon des Obergeschosses ergreifen.

Aufgrund des Ausmaßes des Brandes und den knappen Wasserressourcen wurden durch die Einsatzleitung mehrere Feuerwehren nachalarmiert. Über die Hydranten sowie Löschfahrzeuge wurde ein Erstangriff durchgeführt. In der Zwischenzeit wurde mit weiteren Tanklöschfahrzeugen ein Shuttleverkehr für den Wassertransport koordiniert. Dabei wurden die Einsatzfahrzeuge im Ortsgebiet von Zell am Ziller mit Wasser betankt und konnten so die Wasserversorgung für den Einsatz am Hainzenberg gewährleisten.

Durch die starke Rauchentwicklung und den Wind waren mehreren Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten notwendig um den Brand zu bekämpfen. Dabei wurden die Feuerwehren des Zillertales durch die Freiwillige Feuerwehr Schwaz mit zusätzlichen Reserveatemluftflaschen unterstützt. Da teilweise bis zu fünf Atemschutztrupps im Einsatz standen, wurden mehr als 100 Atemluftflaschen benötigt.
Einer der Atemschutztrupps konnte zudem mehrere Tiere aus dem Stadel befreien.

Eine zusätzliche Gefahrenquelle für die Einsatzkräfte war eine Stromleitung, die von einem Trafo direkt zum Brandobjekt führte. Diese wurde von einem Störtrupp der Firma TIWAG deaktiviert.
Laut dem Einsatzleiter des Roten Kreuz Schwaz wurde ein Urlauber mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung sowie ein weiterer Urlauber mit leichten Verletzungen in das Bezirkskrankenhaus Schwaz transportiert.

Um ca. 08.00 Uhr konnte „Brand aus!“ gemeldet werden. Zum Zeitpunkt der Aussendung waren immer noch vier Feuerwehren mit einem Bagger mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Laut Einsatzleiter der FF Hainzenberg werden diese Arbeiten noch den ganzen Nachmittag andauern.
Am Gebäude entstand Totalschaden. Die Einsatzkräfte konnten jedoch ein Übergreifen des Feuers auf naheliegende Gebäude verhindern. Nach einem heutigen, ersten Lokalaugenschein durch die Brandermittler werden am Montag die Ermittlungen fortgesetzt. Erste Erhebungen haben ergeben, dass der Brand im Parterre im Bereich eines so genannten „Gaulofens“ ausgebrochen ist.

Im Einsatz standen 109 Feuerwehrfrauen und –männer mit 15 Fahrzeugen. Darunter die Freiwilligen Feuerwehren Hainzenberg, Zell am Ziller, Ramsau im Zillertal, Aschau im Zillertal, Schwendau und Schwaz sowie die Betriebsfeuerwehren VHP (Verbund Hydro Power) Zell und Mayrhofen. Als Einsatzleiter fungierte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hainzenberg, Stefan Binder. Zudem waren neun Einsatzkräfte des Roten Kreuz Schwaz sowie mehrere Männer der Polizeiinspektion Zell vor Ort.
Weiterer Einsatz nach neuerlichem Aufflammen von Glutnestern am 23. Jänner 2012
Trotz intensiver Nachlöscharbeiten am Sonntag, den 22. Jänner, mit schwerem Gerät, die bis 21.45 Uhr andauerten, wurden heute, 23. Jänner 2012, wiederholt die Freiwilligen Feuerwehren Hainzenberg und Zell am Ziller um 04.48 Uhr nach Hainzenberg in den Bereich Dörfl gerufen. Mehr als 20 Mann löschten wiederholt aufgeflammte Glutnester. Die Arbeiten werden mit zusätzlicher Unterstützung durch eine Firma mit Bagger noch einige Stunden andauern. Im Laufe des Tages werden die Sachverständigen ihre Nachforschungen am Brandobjekt fortsetzten.

Zudem konnten am Sonntag, den 22. Jänner, am späten Nachmittag noch mehrere Hühner lebend aus dem völlig zerstörten Objekt geborgen werden.
