Deutschland: Einstündige Personenrettung nach Lkw-Auffahrunfall

Elsdorf (Deutschland): Erneut ist es am Dienstag, 5. Juni 2012, um 14.40 zu einem schweren Lkw-Auffahrunfall vermutlich infolge der Unaufmerksamkeit des auffahrenden Sattelzug-Fahrers gekommen. Dabei wurden der Unfallverursacher sehr schwer …
… und ein Trucker sowie ein Beifahrer leicht verletzt. Die Vollsperrung der Richtungsfahrbahn Bremen dauerte bis nach 18 Uhr an.
Nach einem ganz ähnlichen Auffahr-Lkw-Unfall in Höhe Oyten hatte sich ein Stau auf der Richtungsfahrbahn Bremen bis zurück nach Elsdorf gebildet. Ein 47-jähriger niederländischer Trucker mit einem Kühl-Sattelzug mit Lebensmitteln war am Stauende im dreistreifigen Bereich des Entspannungsabschnitts der Autobahnbaustelle kurz vor der zukünftigen Anschlussstelle Elsdorf zum Stillstand gekommen und hatte zur Warnung des nachfolgenden Verkehrs das Warnblinklicht eingeschaltet. Vor ihm stand ein 49-jähriger dänischer Fahrer eines Lkw, der lebende Forellen geladen hatte.

Von hinten fuhr ein 49-jähriger Bremer mit seinem Sattelzug, der Granulat geladen hatte, heran. Der Bremer war möglicherweise abgelenkt und leitete erst rund 20 Meter hinter dem Niederländer eine Vollbremsung ein. Daher krachte er voll in das Heck des Holländers und schob diesen auf den dänischen Forellen-Lkw. Der Bremer wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und konnte erst nach über einer Stunde mit schwerem Bergungsgerät durch die Freiwillige Feuerwehr Sittensen gerettet werden. Mit dem Rettungshubschrauber Christoph 6 wurde der sehr schwer verletzte Bremer in das Rotenburger Diakoniekrankenhaus geflogen.
Der Niederländer und ein Beifahrer des Dänen wurden leicht verletzt und ambulant im Zevener Krankenhaus versorgt. Den Gesamtschaden an den LKW und die Kosten der Bergung der Fahrzeuge schätzt die Autobahnpolizei Sittensen auf über 100.000 Euro. Außerdem müssen rund vier Kubikmeter durch Betriebstoffe verunreinigtes Erdreich entsorgt werden. Etwa hundert Kilo Forellen, die aus dem dänischen Unfallfahrzeug auf die Fahrbahn gefallen waren, wurden durch den dänischen LKW-Fahrer wieder eingesammelt und konnten gerettet werden.

Neben Streifenwagenbesatzungen der Autobahnpolizei waren rund 15 Einsatzkräfte der Feuerwehr Sittensen, zwei Rettungswagen, ein Notarzt und der Rettungshubschrauber im Einsatz. Die Richtungsfahrbahn Bremen musste für die Bergungsarbeiten bis 18.30 Uhr gesperrt werden, der Verkehr wurde über die Umleitungsstrecken geschickt. Auch hier kam es infolge des starken Verkehrsaufkommens zu Störungen. Auf der A 1 baute sich ein Stau von bis zu sieben Kilometern auf.

Zwei Fahrzeugführer, die aus dem Stau heraus auf der Autobahn wendeten und über das Baufeld der Autobahnbaustelle von der Autobahn fahren wollten, wurden dabei von einer Funkstreife gestoppt und zur Rechenschaft gezogen. Auf die Fahrer kommen Bußgelder von je 200 Euro, vier Flensburg-Punkte und ein Monat Fahrverbot zu. „Geduld zahlt sich also auch im Stau aus“, kommentiert ein Polizeisprecher den Vorfall.
