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Oö: Rechnungshof spielt mit dem Feuer(wehrsystem) -> OÖN-Kommentar

Oberösterreich: Ohne die Selbstfinanzierungskraft der Feuerwehren wäre das System längst zusammengebrochen -> Kommentar in den Oö. Nachrichten vom 18. September 2012.

Fast hätten wir Feuerwehrmänner schon geglaubt, die Rechnungshofkritik von 2008 war ein einmaliger Ausrutscher. Doch offensichtlich hat man sich fest vorgenommen, bestehende und vor allem funktionierende Strukturen zu ruinieren. Was erwarten sich die Prüfer?

Dass das Feuerwehrwesen durchleuchtet wird und man wie durch ein Wunder merkt, dass es zu teuer ist? Jeder, der nur ein bisschen Ahnung von einem Freiwilligensystem hat, weiß, dass Land und Gemeinden, was die Finanzierung des Systems betrifft, sehr, sehr billig davonkommen. Würden nicht tausende Männer und Frauen ihre Freizeit opfern, wäre der Brandschutz in Oberösterreich längst zusammengebrochen. Das Geld aus der öffentlichen Hand reicht bei weitem nicht, um den Menschen die Sicherheit zu bieten, die sie verdienen. Nicht einmal die Pflichtausrüstung kann sich jene öffentliche Hand leisten, die nun zur schallenden Watsch’n ausholt.

Im selben Atemzug mit der Rechnungshof-Kritik hagelt es Lippenbekenntnisse der Politik. Diese sind mehr als entbehrlich – weil letztlich doch nicht ehrlich gemeint. Nicht der Rechnungshof hetzt Bürgermeister gegen die Feuerwehren auf, sondern die Landespolitik. Der Rechnungshof hat von uns 2008 verlangt, wir mögen unser System durchleuchten. Das haben wir gemacht. Die Wahrheit will aber niemand hören: nämlich, dass ohne die Selbstfinanzierungskraft der Feuerwehren der Ofen schon lange aus wäre. Wollt ihr uns kaputt sparen, dann nur weiter so. Dann sollte aber letztlich mit offenen Karten gespielt werden. Liebe Politik, sagt den Menschen, wir können uns die „Versicherung Feuerwehr“ nicht mehr leisten, wir kürzen die Prämie, dafür müsst ihr mit einer schlechteren Versicherungsleistung leben.

Dass dies der falsche Weg ist, steht außer Zweifel. Außerdem lassen wir uns nicht zu „Katastrophenwehren“ degradieren, die jene Arbeit machen, für die normal Grundwehrdiener da sind – aber die soll es ja auch bald nicht mehr geben. Vielleicht kommt dann das Team Österreich …

OÖ Nachrichten

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